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Amazons Appstore endlich online: Aber keine Apps außerhalb der USA verfügbar

Der Amazon Appstore für Android ist online. Er hatte bereits heute Nacht für kurze Zeit seine Pforten geöffnet, bevor er gegen 9 Uhr wieder offline ging. Grund dafür ist möglicherweise, dass Apple eine einstweilige Verfügung gegen den Konkurrenten angestrengt hat. Der iPad-Hersteller hatte sich den Namen „App Store“ im Jahr 2008 schützen lassen und will nun offiziell Kunden vor Verwirrungen bewahren. Das wiederum rief Microsoft auf den Plan. Das Unternehmen von Steve Ballmer findet den Begriff „App Store“ zu allgemein, als dass ihn sich jemand schützen lassen dürfe.

Jetzt ist der Amazon Appstore wieder da und bietet einen alternativen App-Marktplatz für das mobile Betriebssystem Android. Er soll mit 3.800 Apps starten und jeden Tag ein kostenloses Angebot bieten. Heute gibt es „Angry Birds Rio“, eine Neuauflage des beliebten Spiels mit den Charakteren des Animationsfilms „Rio“, der am 7. April in Deutschland startet. Apps sollen sich via Flash noch vor dem Kauf eine halbe Stunde lang im Browser testen lassen. Kleine Hiobsbotschaft für Deutschland: Diese so genannte Test-Drive-Funktion ist in Deutschland nicht verfügbar. Und die Apps im Übrigen auch nicht.

Microsoft verklagt Buchhändler

Außerhalb der USA gucken die Nutzer erst einmal in die Röhre. Wer den Appstore nutzen kann und bei Amazon eingeloggt ist, lädt Apps herunter, indem er auf dem Android-Smartphone einem Link folgt, den Amazon per SMS oder E-Mail schickt. Zunächst lädt man eine Appstore-App herunter, aus der man dann weitere Apps herunterladen kann. Dafür muss man seine Kreditkartendaten angeben oder die 1-Click-Bestellung aktiviert haben. Es gibt kostenpflichtige und kostenlose Apps; die teuerste kostet laut Engadget 12.500 US-Dollar. Unklar ist zur Stunde, ob das kurzzeitige Verschwinden des Appstores etwas mit einer einstweiligen Verfügung von Apple zu tun hat. Da Amazon den Namen nicht geändert hat, scheint man es auf eine Konfrontation mit Apple ankommen zu lassen. Die Konkurrenz war bei der Bezeichnung ihrer App-Geschäfte weniger mutig, wenn auch wenigstens etwas kreativer. Google hat den Android Market, HP den App Catalog, RIM die App World und Microsoft den Windows Phone Market Place. Nokia immerhin hat sich für den Ovi Store einen eigenen Namen ausgedacht.

Und wo wir gerade bei Klagen sind: Microsoft hat gestern den Buchhändler Barnes & Noble verklagt, weil dieser seinen Online-Buchshop auf dem eigenen Tablet „Nook“ mit Android betreibt. Da Android einen Linux-Kern verwendet, bei dem Microsoft seine Patente verletzt sieht, hagelt es jetzt die Klage. Mit den meisten Smartphone- und Tabletherstellern erzielte Microsoft Einigungen. Motorola hatte es darauf ankommen lassen und zurückgeklagt. Es dürfte eine Frage des Geldes sein. Barnes & Noble hat sich wohl nicht rechtzeitig mit dem Windows-Phone-Hersteller geeinigt. Microsoft mag kein Android, Apple mag keine „App Stores“ neben sich. Die Grabenkämpfe, die wir noch von früher auf PCs kannten, werden zunehmend mobil.

(Jürgen Vielmeier)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

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