Noch mehr (fragwürdige) Quellen: Google bohrt Echtzeitsuche auf

Jürgen Vielmeier

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Google hat seiner US-Version der Echtzeitsuche weitere Quellen hinzugefügt. Diese sollen die Echtzeitsuche umfassender machen. Bislang fand man dort aktuelle, öffentliche Statusupdates von Twitter, Google Buzz und Facebook vor. Neue Quellen sind zum Beispiel das Frage-Antwort-Portal Quora. Der Ansatz ist nobel, doch nicht alle Ergebnisse und Quellen können überzeugen. Wenn ich das einmal mit euch zusammen durchgehen darf: laut SearchEngineLand sind jetzt Echtzeitergebnisse aus folgenden Quellen dabei:

  • Google News – aber nur in der Seitenspalte wirklich zu erkennen
  • Google Blogsuche – die ohnehin kaum lesenswerte Blogbeiträge findet
  • Neue Statische Webseiten oder Updates auf solchen – wie oft passiert das und welchen Ergebnisse bieten solche Seiten?
  • FriendFeed – nett gemeint, aber der Dienst wird seit der Übernahme durch Facebook kaum noch genutzt
  • Jaiku – faktisch tot
  • Identi.ca – habe ich seit Jahren nicht mehr benutzt
  • TwitArmy – siehe Identi.ca, nur dass hier noch weniger los ist
  • Google Buzz – geht in Ordnung, wenn auch in seiner jetzigen Form chancenlos gegen Twitter und Facebook
  • MySpace – oh mein Gott. Der Dienst wird gerade verramscht, weil ihn keiner mehr nutzt. Statusupdates kamen dort sehr spät und haben sich nie durchgesetzt.
  • Quora – sinnvolle Ergänzung, leider so eingebunden, dass zunächst der unnötige Zusatz erscheint: „XY hat eine Frage auf Quora beantwortet.“
  • Me2Day – koreanisches Social Network, kann man machen
  • Gowalla – tolle Idee, einen Checkindienst in die Echtzeitsuche einzubinden! Aber warum gerade und warum nur das immer weniger genutzte Gowalla?
  • Twitter, gut eingebunden – und so dominant, dass es praktisch alle anderen Suchquellen verdrängt
  • Plixi – schöne Einbindung des Foto-Sharing-Dienstes. Davon gerne weitere wie Instagram!
  • TwitGoo – hingegen schon wieder schwierig, weil die Fotos in der Regel nicht verschlagwortet sind und sich damit nicht suchen lassen
  • Facebook-Fanseiten – doch, sinnvoll und eine gute Quelle

Alles in allem bekommt man also maßgeblich eine Twitter-Livesuche, die mit einigen Facebook-Updates und Fotos angereichert wird und bei der Quora-Antworten in der Masse untergehen, ebenso wie Statusupdates von Diensten, die kaum noch jemand nutzt. Das ist mir noch zu wenig. Obwohl ich Google dafür loben muss, es wenigstens versucht zu haben, Dienste abseits des Mainstreams mit aufzunehmen, ihnen dadurch vielleicht sogar einen zweiten Frühling zu bescheren.

(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.