Vom Chef zum Hausmeister: Mit Betriebssystemen ist kaum noch Geld zu machen

Jürgen Vielmeier

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Seid lieber vorsichtig mit all zu wohl klingenden Erfolgsmeldungen, denn es könnte sein, dass ihr sie schon wenig später selbst relativieren müsst. Vor einer Woche gab Microsoft noch die durchaus bemerkenswerte Zahl von 350 Millionen verkauften Windows-7-Lizenzen in 18 Monaten bekannt. Gestern Nacht dann im aktuellen Quartalsergebnis musste Microsoft einräumen, dass der Umsatz mit Windows im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4 Prozent gesunken ist. Ein Erfolg also nur, was die Verbreitung angeht. Denn geht es ums Geld, ist mit Betriebssystemen kaum noch eine Marge zu machen.

Das dürfte vor allem einen Grund haben: weniger Interesse – sowohl bei den Kunden als auch bei den Herstellern. Ein Betriebssystem ist ein Betriebssystem und eben kein Highlight mehr. Das mag bei Windows 95 und der ersten Version von Mac OS X noch anders gewesen sein. Heute unterscheiden sich die gängigen Desktop-Systeme immer weniger voneinander – und die Erwartungshaltung der Kunden hat sich geändert. Man will, dass das Ding nicht zickt, sondern schön brav und stabil läuft, mehr nicht. Oder anders ausgedrückt: Es soll sich nicht aufspielen wie der Chef, sondern lieber im Hintergrund arbeiten wie der Hausmeister. Und es soll nicht in Dinge einmischen, die ihn nichts angehen.

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Und egal ob Windows 7, Mac OS X 10.6 oder Ubuntu 11. Genau dieses dezente Verhalten beherrschen alle aktuellen Betriebssysteme inzwischen. Das System läuft einfach. Es meldet sich nicht ständig und hat etwas zu meckern oder zu bestimmen. Wenn das Betriebssystem aber heute der Hausmeister ist, wer ist dann der Chef? Der Browser ist es nicht, der ist nur Abteilungsleiter. Chef ist inzwischen der Anwender, der alle Software für sein Nutzererlebnis nimmt und sie fast beliebig austauschen kann.

Das zeigt sich zum einen in den Preisen der Betriebssysteme, die in den letzten Jahren immer weiter gesunken sind. Windows 7 kostet in der einfachsten Vollversion (Home Premium 32 bit) nur noch rund 70 Euro. Apple berechnet rund 30 Euro für den Snow Leopard (Mac OS X 10.6), der nur noch als Update von Mac OS 10.5 zur Verfügung steht. Gestern hat Canonical das neue Ubuntu in der Version 11.04 vorgestellt. Die kostenlose Linux-Distribution steht der Konkurrenz von Windows und Mac in fast nichts mehr nach.

Das wissen auch die Anbieter und so konzentrieren sich Microsoft und Apple auf Geschäftsbereiche, die mehr Geld versprechen. Apple etwa auf mobile Geräte, hochpreisige Hardware und Inhalte wie Apps, Filme und Musik. Microsoft, das zeigte man beim Finanzergebnis gestern, profitiert von seinen Wachstumstreibern Office 2010, der Server-Sparte, der Spielekonsole Xbox 360 und der dazu passenden Gestensteuerung Kinect. Die Zukunft liegt in mobilen Geräten. Und da hat der Kunde inzwischen so viel Auswahl ähnlich guter mobiler Systeme, dass er nicht bereit wäre, dafür noch Geld auszugeben. Das tut er nur noch für seine Lieblingshardware und für Inhalte, die ihm wirklich etwas nützen. Und das ist gut so. Denn es ist noch gar nicht so lange her, dass ein Hersteller mit einem Betriebssystem den ganzen IT-Markt beherrschen konnte. Wir erinnern uns daran, aber wir erinnern uns nicht gerne.

(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.