Nach Protesten: Telekom will YouTube-Kapazitäten verdreifachen – und Geld dafür verlangen

Jürgen Vielmeier

Die Deutsche Telekom hat angekündigt, ihre Kapazitäten für YouTube zu verdreifachen. Der Grund sind Beschwerden von Telekom-Kunden über extrem lange Ladezeiten bei Googles Videoportal. Das Aufrüsten der Infrastruktur will die Telekom künftig aber nicht mehr kostenlos übernehmen. Sie will Geld von den Anbietern besonders datenintensiver Inhalte. So liest man es auf Focus Online (und keinesfalls nur dort, aber dazu kommen wir noch) und das muss man erst einmal sacken lassen. Es würde ein Ende der Netzneutralität bedeuten und aus Sicht des Providers ist das sogar nachvollziehbar.

YouTube verursacht Netzinfrastrukturanbietern wie der Telekom erhebliche Kosten, weil diese ihre Netze immer weiter ausbauen müssen, um ihren Kunden schnelle Zugangsmöglichkeiten zu bieten. Mit Netzen, egal ob fest oder mobil, ist aber kaum noch eine Marge zu machen. Ergo: Das Geld machen YouTube, Facebook, Netflix und Co., die Kosten tragen die Provider.

Leitungsmiete von Google, Microsoft und Co.?

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Mark Nierwetberg hat im Blog der Deutschen Telekom schnell zu den Vorwürfen Stellung genommen und zugegeben, dass YouTube bei der Telekom langsamer laufe. Der Grund dafür:

Allen Verschwörungstheoretikern zum Trotz sind die begrenzten Kapazitäten im Netz die Ursache: Die Nachfrage nach YouTube-Videos explodiert, deshalb werden wir die Kapazitäten jetzt verdreifachen.

Aber: verkehrsintensive Anbieter wie YouTube sollten künftig dafür bezahlen, wenn sie die Infrastruktur der Telekom nutzen wollten. Darüber werde man sich unterhalten müssen, schreibt Nierwetberg.

Wie das praktisch aussehen soll, ist nicht klar. Es ist schwer vorstellbar, dass die Telekom, Telefonica, Vodafone und Co. Google dazu bewegen werden, eine Art Leitungsmiete zu entrichten. Ob das wünschenswert wäre, ist nochmal eine andere Frage. Dass ein Milliardenkonzern ein paar Milliönchen an die Netzprovider bezahlen muss, ist ein Gedanke, mit dem sich die meisten sicher anfreunden könnten. Aber wo zieht man die Grenze? Müsste dann auch ein kleines, armes Startup Leitungsmiete an die Provider sämtlicher Nationen bezahlen und mit solchen verhandeln?

Das Geld muss irgendwo herkommen

Der Unmut der Netzprovider klingt derweil nachvollziehbar, geraten sie doch zunehmend ins Hintertreffen, was Einnahmen mit dem Netz angeht. Geld verdienen die Inhaltevermarkter, Anbieter von Smartphones, Tablets und App-Anbieter. Die Netze, auf denen sie ihr Geld verdienen, werden als gegeben hingenommen. Das werden sich die Provider angesichts steigender Kosten für den Netzausbau aber nicht mehr lange gefallen lassen. Sie müssen ihren Netzausbau durch irgendjemanden refinanzieren. Sei es durch die Inhalteanbieter oder die Kunden.

Zu erwähnen wäre am Schluss noch, dass es im oben genannten „Focus“-Beitrag heißt, ein IT-Blog habe unter der Überschrift „Youtube ist bei der Telekom langsam“ eine dreistellige Zahl zustimmender Kommentare bekommen. Das genannte Blog ist Stadt-Bremerhaven.de von Caschy. Und unabhängig davon, ob man den nun mag oder nicht, hätte man darauf hinweisen müssen. Sei es mit einem Link, mit dem Namen des Blogs oder, im Idealfall, beidem. Am Zeitmangel kann es nicht gelegen haben, dass Angelika Sanktjohanser als Focus-Online-Ressortleiterin für die Rubrik „Wissen“ nichts dergleichen tut. Denn für das Zitieren der Überschrift hat es ja immerhin gereicht. Blogs werden bei Focus Online also nicht mehr ignoriert, sie werden bloß herablassend behandelt. Selbst wenn sie die Idee für den eigenen Beitrag geliefert haben. Man fragt sich, wieso.

(Jürgen Vielmeier, Bild: DTAG)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.