Legendäre Social-Media-Kampagne? Lady Gaga bringt Amazon-Server ins Wanken

Jürgen Vielmeier

Lady Gaga hat gestern die Server von Amazons MP3 Download-Service ins Schwitzen gebracht. Die Pop-Ikone hatte ihr neues Album dort für den Preis von 0,99 US-Dollar angeboten. Das Album „Born this way“ geht derweil im iTunes Store für deutlich höhere 11,99 Dollar über die virtuelle Ladentheke. Einige Fans konnten deswegen das Album gestern nicht downloaden oder mussten einige Zeit auf den Download warten. Amazon versprach aber, dass jeder, der das MP3-Album gestern bestellt hätte, es noch zum verbilligten Preis erhalten werde.

Von der Quasi-Verschenkaktion hatten beide Seiten etwas. Amazon pusht damit seinen digitalen Musikspeicher Cloud Player. (Interessiert sich eigentlich noch jemand dafür?) Wer sich ein Album kauft, erhält Zugang zu 20 Gigabyte Speicher statt der üblichen 5 Gigabyte. Das gilt auch für die Gaga-Scheibe. Für die Lady bedeutet das natürlich Aufmerksamkeit und einen rosigen Verkaufsstart ihres neuen Albums.

An anderer Stelle wird man nicht müde, den Erfolg des Verkaufsstarts Lady Gagas Social-Media-Aktivitäten zuzuordnen. Zur Erinnerung: Die Sängerin ist Twitter-Krösus mit 10,3 Millionen Followern. Dort schreibt sie etwa, dass sie sich wünscht, dass ihre Fans (genannt: Little Monsters) bestimmen, was die vierte Single-Auskopplung des Albums sein soll. Schon zwei Wochen vor dem Albumstart wählte sie das Social-Game Farmville zum Ort einer Promo-Aktion. Fans konnten dort im eigenen Bauernhof der Lady Ausschnitte des Albums hören oder es komplett herunterladen – wenn sie vorher virtuelle Güter im Wert von 25 Dollar gekauft hatten. Farmville-Entwickler Zynga wird sich über diese Promo-Aktion gefreut haben wie die Ziege auf der Weide, denn das Interesse an dem Spiel ist schon seit Monaten auf dem absteigenden Ast.

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück 50€ Amazon-Guthaben gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

In einem Werbevideo für Google (oben) bewarb Gaga am vergangenen Wochenende neben dem Browser Chrome auch ihre neue Single „Edge of Glory“. In dem Video jammen viele ihrer Fans mit, während andere auf Googles Browser aufmerksam werden. Kurz gesagt: Von den Promo-Aktionen profitieren die jeweiligen Hersteller mindestens genauso wie die Sängerin. Inzwischen kostet das Album bei Amazon.com 5,99 Dollar, auf Amazon.de 6,89 Euro. Von langsamen Servern ist jetzt nichts mehr zu bemerken. Das moderne Marketing dürfte den Albumstart beflügelt haben. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass das alles Entscheidende eine viel einfachere Zutat war und das ganze Social-Media-Brimborium in den Schatten stellt: der Preis.

(Jürgen Vielmeier, Bild: Universal)

Du möchtest nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 smarte Leser bekommen jeden Tag UPDATE, unser Tech-Briefing mit den wichtigsten News des Tages – und sichern sich damit ihren Vorsprung. Hier kannst du dich kostenlos anmelden.

STELLENANZEIGEN
Openstack Engineer (m/f/d)
CompuGroup Medical SE & Co. KGaA in Koblenz
Praktikum Social Media Marketing und PR
Würth Elektronik eiSos GmbH & Co. KG in Waldenburg
Praktikum TV Redaktion – Content ReCrea...
ProSiebenSat.1 Careers in München
Social Media Manager (w/m/d)
Arbeiter-Samariter-Bund Baden-Württember... in Mannheim
Mitarbeiter (m/w/d) Social Media & Conten...
IHK - Industrie- und Handelskammer zu Do... in Dortmund
Social Media Manager International (m/w/d)
Vitakraft pet care GmbH & Co. KG in Bremen
Studentisches Praktikum – Video- & Social...
Taunus Sparkasse in Bad Homburg vor der Höhe
Online Marketing Specialist (m/w/d)
Andreas Hettich GmbH in Tuttlingen
THEMEN:
Teile diesen Artikel
Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.