Sonstiges

Blogs als Quelle für traditionelle Medien: Keine Lust mehr, euer Fußvolk zu sein [Update]

Ich muss mal was loswerden. Es hatte sich in den letzten Tagen angestaut und mich ein wenig verblüfft zurückgelassen. Und ich musste noch nicht einmal breit dafür recherchieren, um auf ein paar unrühmliche Beispiele zu stoßen: Traditionelle Medien haben nach wie vor keinen Bock auf Blogs, lesen sie aber trotzdem, saugen die Informationen dort heraus und nennen oft nicht einmal die Quelle. Das hat eine neue Qualität im Vergleich zu der Zeit, als sie Blogs bloß ignoriert haben. Viel besser fühlt es sich aber nicht an.

Ein erstes Beispiel habe ich bereits am Montag kurz aufgegriffen: „Focus Online“ und der „Focus“ haben auf eine, wie ich finde, besonders herablassende Art bewiesen, wie man mit Bloggern umgehen kann. In einer Meldung auf „Focus Online“ über lange YouTube-Ladezeiten bei Telekom-DSL-Anschlüssen von Ressortleiterin Angelika Sanktjohanser liest man folgenden Satz:

Ein IT-Blog fand unter der Überschrift „YouTube ist bei der Telekom langsam“ vor einigen Tagen binnen kürzester Zeit eine dreistellige Zahl zustimmender Kommentare.

Ist ja toll. Aber welches IT-Blog ist das? Wer ist der Autor und warum verlinkt man nicht darauf? Das ist nur eins von einigen erstaunlichen Beispielen der vergangenen Tage.

„… schreibt ein Internet-Blogger“

„Focus Online“ zeigt also, dass man IT-Blogs liest, zitiert sogar die Überschrift. Aber den Urheber, der das ganze Thema angestoßen hat, lässt man links liegen. Warum nur? Hat es daran gelegen, dass das genannte Blog von Carsten Knobloch („Caschy“) den eigenwilligen Namen „Stadt Bremerhaven“ trägt, der so gar nicht nach IT-Blog klingt? Hatte das vielleicht den Geschmack eines Provinzblogs, obwohl es inzwischen die Nummer eins der Deutschen Blogcharts ist? Mittlerweile hat die genannte Textstelle bei „Focus Online“ übrigens einen Link erhalten: das Wort „YouTube“ ist nun mit der eigenen Netzvideoschau verknüpft.

[Update, 27.5.: Focus Online hat inzwischen nachverlinkt, wie Björn Sievers von „Focus Online“ in einem Kommentar unten schreibt. Im Beitrag dort sind nun gleich zwei Links zu Stadt-Bremerhaven.de gesetzt und es heißt jetzt:

Das IT-Blog stadt-bremerhaven.de fand unter der Überschrift „YouTube ist bei der Telekom langsam“ vor einigen Tagen binnen kürzester Zeit eine dreistellige Zahl zustimmender Kommentare.

Hätte man nun auch noch Caschy dort erwähnt, wäre das eine 1+ mit Sternchen, aber ich denke, das geht auch so in Ordnung.]

Am Dienstag las ich im gedruckten „Focus“ die gleiche Geschichte. Natürlich auch hier ohne Quellenangabe, dafür mit dem Kürzel „jph“ und der zitierten Überschrift aus dem Blog in fetter Schrift. Es wäre vielleicht alles nicht so schlimm, wenn das ein Einzelfall wäre. Aber noch in derselben „Focus“-Ausgabe fand ich ein weiteres Negativbeispiel. Insgesamt sieben (!) Autoren haben an der etwas längeren Geschichte „Mr. Google zieht in den Krieg – gegen Apple“ gewerkelt. Die Story gefiel mir eigentlich ziemlich gut, bis auf das Ende, an dem es heißt: „Auch die Smartphone-Revolution war nicht absehbar.“ Wirklich nicht? Aber das ist ein anderes Thema. Oben auf Seite 108 schreiben die sieben Autoren nämlich folgenden deutungsschwangeren Satz in Bezug auf Microsoft und Nokia:

Dass man den finnischen Partner übernehmen wolle, wie ein Internet-Blogger spekuliert, sei allerdings „Schwachsinn“.

Das ist inhaltlich richtig, formal leider wieder nicht. Wer bitte ist denn nun der Blogger, der das gesagt hat? Es verwundert, dass er nicht genannt wird, alle anderen Zitatgeber aber schon. Zum Beispiel ein paar Absätze davor sehr genau: „…prophezeit Wafa Moussavi-Amin, Deutschland-Geschäftsführer der Marktforschungsfirma IDC“. In der Online-Kurzfassung dazu, in dem der „Focus“ gerne mal „das Nachrichtenmagazin FOCUS“ zitiert, ist zumindest von einem „amerikanischen Internet-Blogger“ die Rede, was das ganze wenigstens etwas weiter eingrenzt. Wer das nun gesagt hat, ist nur noch schwer nachzuvollziehen, weil es für „schwachsinnig“ mindestens zehn Übersetzungen ins Deutsche gibt und jeder anders übersetzt.

Ein jeder übersetzt anders, oder? Nicht die dpa

A propos Übersetzungen: Jetzt habe ich noch ein aktuelles Beispiel aus eigener Erfahrung. Gestern erfuhr ich, dass Samsung dem Nebenbuhler Apple einige seiner Prototypen zeigen muss. Ich ging der Sache auf den Grund und fand schließlich eine Quelle, in der die zuständige Richterin zitiert wird. Weil ich ihre Aussage so interessant fand, übersetzte ich sie ins Deutsche und baute das Zitat in meinen Beitrag ein. Das war nicht leicht, denn das Zitat der Richterin bestand aus einem ellenlangen Satz im besten Juristensprech. Ich übersetzte ihn so (Hervorhebung von mir):

„Obwohl das Gericht in der Sache keine Meinung zu Gunsten von Apples Klage vertritt, stellt das Gericht fest, dass Apple Abbildungen von Samsung-Produkten und anderen Beweisen vorgelegt hat, die eine annehmbare Grundlage für Apples Überzeugung bieten, dass Samsungs neue Produkte entworfen sind, um Apples Produkte zu imitieren.“

Als ich heute einen Beitrag zum gleichen Thema auf FAZ.net las, kam mir irgend etwas seltsam bekannt vor. Und es war nicht nur der sehr ähnlich klingende Inhalt. Dort heißt es:

Dennoch stelle „das Gericht fest, dass Apple Abbildungen von Samsung-Produkten und anderen Beweisen vorgelegt hat, die eine annehmbare Grundlage für Apples Überzeugung bieten, dass Samsungs neue Produkte entworfen sind, um Apples Produkte zu imitieren“.

Eine Textpassage mit dem gleichen Wortlaut findet sich auch auf Sueddeutsche.de. Geschenkt, denn der Beitrag stammt von der dpa. Ich will niemanden hier irgend etwas bezichtigen, aber die Ähnlichkeiten sind schon erstaunlich, bedenkt man, dass jeder einen Text aus einer fremden Sprache anders übersetzt.

[Update, 27.5.: Christoph Dernbach, Leiter Redaktion dpa-Netzwelt, erklärt in einem Kommentar unten, dass man via Bloomberg auf die Geschichte aufmerksam geworden sei und eigentlich gerne Blogs zitiere und dann auch verlinke.]

Einen Hinweis auf Basic Thinking gibt es in dem dpa-Beitrag natürlich nicht. Auch geschenkt, von mir aus fühle ich mich sogar geehrt, der dpa indirekt geholfen zu haben. Nur verstehen kann ich es nicht so ganz, auch nicht in Hinblick auf den „Focus“. Nachrichtenmagazine und -agenturen lesen also Blogs und holen sich Meinungen von Bloggern ein. Das ist schön! Und auf der anderen Seite behandelt man sie doch wie das Fußvolk, dessen Arbeit man nutzen kann, ohne sie zu honorieren. „Quelle: Internet“ scheint zwar endlich aus der Mode zu kommen, aber bis zum „Web-Experten und Blogger Carsten Knobloch“ ist es wohl noch ein weiter Weg. Es ist und bleibt ein Trauerspiel.

(Jürgen Vielmeier, Bild: Maria Reyes-McDavis)


Vernetze dich mit uns!

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

78 Kommentare

  • Entspricht doch der absurden Forderung des Leistungsschutzrechts. Wer verlinkt muss dafür bezahlen, also lieber keinen Link setzen oder sogar zitieren. Kostet ja alles nur einen Haufen Geld…

  • Ich hatte vor einem Jahr mal als erstes, und exklusiv, Infos zu einem Tablet (dem 1und1 SmartPad, ein riesen Erfolg^^). 1und1 hatte damals noch nichts offiziell angekündigt, ich hatte aber schon Daten und Bilder. Neben vielen Blogs haben mich auch N24, Computer Bild, Chip, ja sogar der Spiegel verlinkt und mich als Quelle angegeben. Ein paar Tage später kündigt 1und1 das Tablet dann offiziell an, veröffentlicht eine Pressemitteilung. Meine Daten haben alle gestimmt.

    Was macht N24? Sie entfernen mein Link und die Bilder und nennen die Pressemitteilung als Quelle^^ Die konnten es einfach nicht aushalten einen kleinen Blog über Tablets verlinkt zu haben.

    Der Spiegel hat den Link nicht entfernt und Computer Bild hat mich schon öfters verlinkt, ein paar „Gute“ gibt es also 🙂

  • Huhu Jürgen,

    das geht schon immer so, in allen Bereich. Ob Tech, Software, Weltgeschehen – der eh freiwillig agierende Blogger wird als billige (billige? kostenlose!) Quelle gern herangezogen. Es werden Kosten für Aufwand in der Recherche minimiert. Quellnennung? Iwo – man (der Leser) könnte doch merken, dass man mittlerweile zu einem Abschreibemedium verkommen ist.

  • Ist doch verständlich, dass man nicht gerne zugibt, abgeschrieben zu haben. Und wenn man dann noch einen Link setzen würde, bestünde ja die Gefahr, dass der Leser lieber die Originalquelle besucht, als weiter auf der eigenen Seite Page Impressions zu generieren.

  • Sehr treffender Artikel, gerade der Focus Artikel fiel mir auch wieder mal negativ auf.

    Das Interessante an dieser Sache ist aber, dass der Focus bzw. die dpa wohl nicht immer solche „Berührungsängste“ haben: Vor ein paar Tagen fiel mir auf, dass Oliver Klimmt, der Inhaber von http://roadrunnerswelt.blogspot.com zB in einer dpa Meldung als Quelle genannt und im Sinne eines Experten zitiert wird. Dazu fällt mir dann nichts mehr ein.

  • Es ist doch mittlerweile gang und gäbe dass die Medien sich mit Links zurück halten. Selbst Blogger sind da meist ein bisschen Geizig.

    Was solls… 🙂

  • Word. Und die dpa fällt ohnehin häufiger durch derartige Ungenauigkeiten auf.

    Es wäre ja schön, wenn man die Diskussion Blogs vs MSM beenden könnte. Aber dafür müssen sich auch die MSM etwas mehr anstrengen.

  • Danke für diesen gut geschriebenen Artikel.

    Würde mich nicht wundern, wenn die heimlichen Nutzer der nicht genannten Quellen die größten Schreihälse sind, wenn es um das Nutzen der eigenen Artikel auf anderen Plattformen geht.

    Wohl war, ein Trauerspiel…

  • Ich finde es wirklich erschreckend, wie stark hier abgekupfert wird. Ich bin mal gespannt, ob man morgen in den Zeitungen liest „Blogger kritisiert Zeitungen“ oder ähnlich…

  • Ein Autor der TAZ hat es fertig gebracht, meinen Text zu einer kleinen Musik-Meldung als Hauptquelle seines Textes aufzubauen und mehrfach zu zitieren bzw. sich argumentativ daran abzuarbeiten, ohne meinen Namen einmal zu nennen. Ich war „ein Blogger“ und „der Autor“. Ob die Kollegen dann wohl auch „ein Schreiber“ und „der Journalist“ sind?
    Immerhin wurde mein Blog genannt und verlinkt.

    http://alrightokee.de/musik/paul-kalkbrenner-spielt-in-afghanistan/

    http://www.taz.de/1/leben/musik/artikel/1/fette-beats-fuer-soldaten-in-afghanistan/

  • @Caschy: Du gehst da inzwischen ganz locker mit um, oder? Na ja, hast es ja auch trotz Nicht-Verlinkung an die Spitze geschafft! 😉

    Hier übrigens noch ein Positivbeispiel, das ich gerade sehe: Ole Reißmann von SpOn verlinkt direkt im ersten Satz auf dich: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,764238,00.html

    @Martin: Du verlinkst jedenfalls. 🙂

    @Jasper: Würde mich nicht wundern. 🙂

    @Karin: Es läuft wohl darauf hinaus…

  • Der dpa zu helfen soll eine Ehre sein? Wo drittklassige Massenschreiber Kurztexte verfassen und verticken? Den Idioten, die so ziemlich jeede Unfallmeldung mit dem Prädikat „zunächst unbekannt“ versehen?

    Ich weiß ja nicht, in welcher Journalisten-Volkshochschule solche Floskeln immer noch gelehrt wrden, habe aber oft den Verdacht, dass die DPA alle nicht abgeschriebenen Meldungen von Textcomputern verfassen lässt.

    Naja… und vom Focus, der BILD für Steuerberater und Rechtsanwälte, ist eh nicht mehr zu erwarten.

  • @Jürgen: was soll ich machen? Weinen? Meckern? Innerlich koche ich – das ist richtig. Aber meist nur für eine Minute. Dann ist wieder gut und mache das, was ich kann und mir Spaß macht: Blogs lesen, bloggen und Zeug testen 🙂

  • Ja du triffst schon den Nagel auf den Kopf. Auch wenn ich mich mittlerweile damit abgefunden habe das es „große“ scheinbar schmerzt auf „kleine“ zu verlinken, so ärget es einen doch jedes mal auf`s neue.

    Ich meine mir ist egal ob Carsten einen Link mehr oder weniger hat, aber dieses „Ein Blogger“…

    Und dann wird sich an anderer Stelle von den „großen“ immer öffentlich gewundert warum Blogs in USA so erflogreich sind während sie hier doch eher in einer Randgruppe bleiben. 🙁

  • Fand mich auch schon zwei mal (1x Print durch Aufgreifen eines ganz speziellen Wortes (Eigenkreation), 1x Online durch einbinden eines selbst gedrehten Videos) in den Frankfurter Tageszeitungen wieder- auch ohne Verlinkung auf den Blog, geschweige denn, daß er genannt wurde- Fotografen der Bilder im Artikel wurden jedoch genannt…

    Generell wäre mir das viel zu peinlich, so wischiwaschi-mäßig um die eigentliche Quelle drumherum zu reden/ schreiben (oder sie ganz zu verschweigen) und als jemand der nicht „im Netz unterwegs“ ist, würde ich mich fragen, wie seriös solche Nennungen sind.

  • Warum verlinkt ein Seriöses Magazin nicht auf einen Blog?

    Weil die meisten Blogs von Nerds geschrieben werden und zu viel Subjektivität drin steckt.
    Auch will der Leser nur informiert werden, nicht auf 10 andere Webseiten oder Blogs weitergeschickt werden oder die Meinung eines Bloggers wissen.
    Einfach nur eine News mit Fakten lesen, kein dünnes Geschwafel.

    Und von einem Blog und desses Autor, der seriös sein will aber auf andere einhackt und selbst einen Skandal am Hacken hat, zu dem man sich nicht mal äußern will…
    Was soll man dazu sagen?

    Vielleicht Vielmeier go home und lass deinen privaten Erguss irgendwo anders ab?

  • Es ist schon traurig!
    Und das viel schlimmere ist, das ich nicht glaube das sich das so schnell ändern wird. Ich verstehe aber wirklich nicht, was das Problem bei der Quellennennung ist!?

    @Hans – sonst ist aber alles ok?

  • naja, aber in Blogs wird auch abgeschrieben, ohne die Quelle zu nennen. Ein Zitat aus einem meiner Posts wurde auch schon einmal als „so manch einer meint“ angeführt.
    Aber die gelernten Journalisten dürften so einen Mist nicht machen, aber da scheint die Qualität in den vergangenen Jahren auch gelitten zu haben. Die guten und bewährten wurden rausgeschmissen und geblieben ist der billige Rest.
    Denn die Besten bleiben nie bei einem Laden, der restrukturiert hat, so wie es fast jede Redaktion in den letzten Jahren gemacht hat.

  • Hallo Jürgen, sehr guter Artikel!

    Ich denke, dass sich die Nicht-Nennung der Quellen für die traditionellen Medien nur kurzfristig auszahlen wird. Die Blogger sitzen meiner Meinung nach langfristig am längeren Hebel.

    Warum? Je häufiger diese Mißstände von (bekannten) Bloggern angeprangert werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der „aufgeweckte“ Leser mitbekommt, dass einige Passagen nicht unbedingt die geistige Leistung traditioneller Medien sind, sondern von Bloggern, deren Blogs sie sich in Zukunft vielleicht etwas genauer und häufiger ansehen sollten als die traditionellen Medien …

  • Zuletzt ist es mir bei dieser 2nullig daher kommenden Welt Kompakt aufgefallen: Die veröffentlichen mittlerweile in einer Rubrik „KIM GUCKT“ Bilder des nordkoreanischen Diktators bei denen er auf irgendwen oder irgendwas guckt. Das ist ansich eine super Idee. Nur eben nicht die von Welt Kompakt. Ganz offensichtlich wurde hier bei http://kimjongillookingatthings.tumblr.com/ abgekupfert. Nur einen Quellverweis habe ich in der Welt Kompakt nicht gefunden.

    Aber hey: Vor 2 Jahren hat ein Journalist bei mir geklaut. Ich hab ihn verklagt.

  • Ich hab mal als Argument gehört, die „großen“ hätten Sorge, daß die kleinen Blogs den Traffic nicht aushalten. Was natürlich auch Unsinn ist: Wenn das Blog bei einem Blog-Dienst liegt (wordpress, blogspot etc.), dann ist das im allgemeinen kein Thema, und wenn das nicht der Fall ist, dann fragt man eben mal kurz nach, ob man sich bei einem eingehenden Link von einer großen Site Sorgen machen muß, daß das Ziel in die Knie geht. Also einfach nur ’ne Ausrede.

    Gruß, Frosch

  • Guter Artikel. Nur muss ich Dir leider in einem Punkt widersprechen: Auch die Zeiten der Quellennennung „Quelle:Internet“ sind noch nicht vorbei. Gerade in der Fernseh-Berichterstattung zur Revolution in Ägypten ist das wieder gehäuft aufgetreten.

    @#25, Frank: Und hattest Du Erfolg?

  • Aus meiner Sicht wird sich daran mittelfristig auch eher wenig ändern, bis die traditionellen Medien einen Weg gefunden haben, sich auf die „digitale Revolution“ einzulassen, ohne damit nur Verluste einzufahren.

    Ansonsten ist und bleibt es ein Nach-unten-treten nach dem Motto „Seht, wie schlecht sie sind, ihr braucht Printmedien“ (etwas überspitzt, aber unterschwellig ist diese Auffassung da, denke ich).

  • Man sollte das Internet wieder mehr als eine Einheit sehen.
    Ich glaube es bringt nichts im Internet Anzufangen mit „meines“ und „deines“ und somit Virtuelle Grenzen mit Gesetzen und Anwälten zu ziehen , dies würde vermutlich das Internet als „Freies Medium“ genauso „Zerstören“ wie die „reale Welt“ schon kaputt ist.
    Was aber nicht Bedeutet das bestimmte „ungeschriebene Gesetze“ oder allgemeine Regeln eingehalten werden sollen und wer diese nicht befolgt durchaus wie in diesen Beitrag an den „virtuellen Pranger“ gestellt wird.
    Bisher haben dies Maßnahmen besser Gewirkt als gesetzliche Einschränkungen.

  • Ich hatte bis vor 2 Jahren ein Nischenblog mit bis zu 1000 unique visits pro Tag, ohne Werbung, Privatvergnügen. Als ich es mangels Zeit dichtgemacht habe, kontaktierten mich ein Dutrzend Journalisten, warum es denn nicht weiterginge. Tenor: Es wäre doch so eine gute Unterstützung ihrer Arbeit gewesen. Nicht das das neu gewesen wäre, aus dem Feedback hatte man entnehmen können, dass besonders Medien und PR-Leute gerne mitgelesen hatten. Das war auch ein Grund fürs Ende, Ich fühlte mich als Hilfskraft von Medien, die mit meiner Recherche und Wissen ihr Geld verdienen, ohne dass etwas zurückkommt. Parasitäres Pack.

  • was passiert wohl, wenn auf einem blog ohne quellenangabe eine namenhafte zeitschrift zitiert würde? ob da nicht ein nettes schreiben eines netten anwalts in den briefkasten flattern würde? ansonsten kann ich nur sagen: keine zeitschriften dieser art kaufen.

  • Gibt es rein theoretisch betrachtet eine Möglichkeit sich gegen solches Verhalten irgendwie zur Wehr zu setzen? Bzw. wie reagiert man am Besten, wenn einem so etwas auffällt?

  • Ich bin mir etwas im Zweifel, ob es sich hierbei wirklich um ein spezielles Problem der Blogger handelt, das nur die Blogosphäre betrifft. Der ganze Journalismus in sämtlichen Medien (Print, TV, Radio, Online) ist doch zu großen Teilen Copy & Paste. Da werden auf Teufel komm raus Themen und Informationen voneinander übernommen – ohne sich groß um Quellen zu scheren. Das gesamte Medienwesen ist eine große Maschine des Voneinander-Übernehmens, Adaptierens, Anregens. Jeden Tag werden von vielen Medien die selben neuen Säue durchs Land getrieben. Insofern sollten auch Blogger vielleicht nicht allzu korinthenmäßig übergenau, überempfindlich und übereitel sein. Das ist journalistischer Brauch, der beileibe nicht nur Blogger betrifft. Die Kehrseite des Informationsparadieses Internet ist auch, es hat eine ungeheure – finanzielle wie geistige – Entwertung nicht nur geschriebener Texte, sondern auch der in ihnen enthaltenen Informationen mit sich gebracht. Was im Überfluss da ist, wird zugleich um so billiger. Das ist natürlich einerseits schmerzlich für Autoren – kann aber andererseits auch Ansporn zu noch originelleren, exklusiveren Texten und Geschichten sein.

  • Tja, das ist das Übliche in den so genannten Qualitätsmedien.

    Ich habe mir die vorletzte Nacht die Finger wund geschrieben, weil in Georgien gerade wieder eine Demonstration zusammengeknüppelt wurde. Wir betreiben seit mehr 10 Jahren eine Nachrichtenseite über Georgien.

    Immerhin wurden mir diesmal von den so genannten Qualitätsmedien, die ihre Anwälte und Lobbybrüller in Marsch gesetzt haben, um ihr überaltertes Geschäftsmodell schützen zu lassen, keine Nachrichten geklaut. Im Sommer 2008 war dies der Fall – wir berichteten über den Krieg des Herrn Saakaschwili gegen Russland. Eine Qualitätszeitung aus dem mitteldeutschen Raum klaute mir per Copy and Paste eine Artikel. Ohne mich als Autor und die Georgien Nachrichten als Quelle zu nennen.

    Das Phänomen, oder deutlicher gesagt: Der Diebstahl von Nachrichten durch so genannte Qualitätsmedien ist ganz normal.

  • Habe auch eine Verlinkung im Spiegel Feuilleton erhalten. Mit dem Wort „hier“.

    Quellenangaben (oder von wem die Inspiration stammt, wessen Beitrag den Blogger selbst ermutigte die Zeilen zu verfassen) kommen wohl generell immer weniger zum Einsatz. Mut zur Quellenangabe für ALLE!

    Immerhin führte ein Gastbeitrag bei mir zu einem Print-Beitrag im Spiegel in dem der Blogger und sein Sohn genannt wurden. 😉

  • Total! Ein Bereich, der vielleicht erstmal banal klingt, sind die Modeblogs.
    Hier werden Outfitbilder genommen und höchstens noch der Vorname der Mädels drunter gesetzt.
    Bei großem Bloggerinnen ist das vielleicht ansatzweise nachvollziehbar, aber die nutzen einfach die Bilder der Mädels und oftmals wird niemand auf deren Seite gehen und wenn man nach „Anna Modeblog“ googelt, wird man den Blog sicher nicht finden.

  • Guttenberg musste Konsequenzen ziehen. Dafür haben u.a. auch solche Medien gesorgt. Wie kann es aber sein, dass sie selbst nicht ordnungsgemäß zitieren können? Scheinheiligkeit pur!

  • Wir zitieren immer wieder mal Blog-Einträge, natürlich auch das geschätzte Basicthinking Blog – und verlinken dann im dpa-Notizblock entsprechend auf die Quelle: Bei der Samsung/Apple-Story sind wird aber nicht durch BT auf das Thema aufmerksam geworden, sondern durch den von uns abonnierten Bloomberg-Newsservice. Im dpa-Bericht wurde auf Original-Quelle verlinkt: [Beschluss des Bundesgerichts in San Jose](http://dpaq.de/y7fDF)
    Beste Grüße, Christoph Dernbach, Leiter Redaktion dpa-Netzwelt

  • @Johny7 Na ja, Medien sind keine Bundesminister und Medienbeiträge sind keine Doktorarbeiten. Ebenso Informationen in Medienbeiträgen. Das sind zwei verschiedene Bereiche von Medien und Wissenschaft, in denen es unterschiedliche Informationsgebahren und Ansprüche gibt. In der Wissenschaft werden viel höhere Ansprüche an den Ursprung von Informationen und Texten gestellt als in den Medien. Außerdem besteht nochmal ein großer Unterschied zwischen der Übernahme von frei verfügbaren Informationen und der Übernahme ganzer Textpassagen im selben Wortlaut.

  • Man hätte schreiben können:

    „Ein freier/unabhängiger Journalist ist vor einigen Tagen auf …. gestoßen.“
    Sicherlich wollen die PrintMedien nicht unnötig Werbung für das Internet machen.

  • Danke für eure eigenen Erfahrungen dazu! Das scheint ein Thema zu sein, das wohl nicht nur uns betrifft. ^

    @Christoph Dernbach: Danke für die Klarstellung. So ganz verstehe ich zwar immer noch nicht, wie Ihr Mitarbeiter in der Bloomberg-Meldung meine Übersetzung gefunden hat, aber es soll mir mal egal sein. Wir sind alle keine Engel. 😉

    @Michael Friedrichs: Glaube, daran sind wir ein bisschen selbst Schuld. Wir müssten klarer darauf hinweisen, wer eigentlich Autor eines Beitrags ist. Weißt du ja auch noch aus deiner Zeit hier. Für das geplante Redesign werde ich das mal zur Sprache bringen.

    @Thomas Berscheid: Einen Link zu Ihrem Blog bitte! 🙂

    @fagri: Ich halte Klagen für übertrieben. Das kostet viel Geld und Energie, die man beide besser investieren kann. Finde @Caschys Motto (#18) dazu sehr schön: Kurz drüber ärgern (gerne auch hin und wieder öffentlich, so wie hier), dann weitermachen im besten Wissen, dass es irgendwann schon noch besser werden wird. Steter Tropfen und so.

  • @ #21 Anonymer Hans

    Komm du mir mal nach Hause, mein Freund!

    Hier gehts um Techthemen.

    1. Um überhaupt gut über Technik berichten zu können, muss man ein Nerd sein. Das bedingt sich. Technik wird von Nerds erdacht und kann am besten von Nerds beurteilt werden, denn Sie haben eine besondere Fähigkeit, die in der Psychologie als Hyperfokus bezeichnet wird. Wenn man es mal „auf die Faust“ vermitteln will: Die Fähigkeit, sich tiefer in einen Mikrokosmos (in diesem Fall ein Gadget) zu verbeissen, als andere dies können. Laien belächeln das Ergebnis dann gern als „detailversessen“, wenn es um Kochtöpfe geht. Wenn es um Tablets oder Hifi-Anlagen geht, belächelt das aber niemand mehr. Das ist nicht altbacken, das ist kein Geschwafel, das ist Leidenschaft.

    Und die einzigen beiden ernst zu nehmenden deutschen Print- Publikationen im Techbereich, wenn es um Gadgets geht, die CT und Technik&Motor der FAZ funktionieren genau nach diesem Prinzip: da sitzen Leute, die tiefer in die
    Geräte „reinkrauchen“ als das anderswo getan wird, und dabei Features und Probleme aufspüren, die aber auch den Alltagsnutzer betreffen würden, die aber nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind. Nerd zu sein, ist also Begabung und kein Stigma.
    Subjektiv sind wir, nebenbei bemerkt, alle. Egal ob in einer Redaktion, oder zu Hause hinter dem WordPress- Fenster. Der Vorwurf ist also geschenkt.

    2. Information für den Leser. Es gibt wie gesagt innerhalb des professionellen deutschen Journalismus nur 2 (in Worten ZWEI) Publikationen, die überhaupt
    in der Lage sind, gleichermaßen wohlwollend deskriptiv als auch kritisch zu berichten, und das mit einem Tiefgang, der für den Leser und potentiellen Käufer überhaupt relevante Informationen hervorbringt.
    Alles andere ist Mist. Und genau da liegt der Unterschied: Die sonstige alteingesessene deutsche Techpresse dümpelt mit Pressemitteilungen, die sie als „Tests“ verkaufen will, vor sich hin. Die Printformate unterliegen der Verlagsdoktrin,
    bloß wohlwollend zu berichten, damit man die großen Hersteller als potentielle Werbekunden nicht vergrault, und deren Online-Formate „klickstrecken“ sich irgendwo durch die Galaxis. Die sind nur in einem gut: In SEO (die sie aber auch noch extern einkaufen müssen).

    Jüngstes Beispiel für diese Krauterei sind die frühen „Tests“ dieser Gazetten und Portale zu HTCs neuem Premium- Smartphone „Sensation“: blindes Pressemitteilungsgefasel, wie schnell, und wie großartig alles sei. Aufgehübscht. Der Doppelkern machts. Aha.

    Das tückische daran ist, dass zu dem Zeitpunkt, zu dem jeder dieser ehemals relevanten Publikationen meinte bereits sein Maul aufreissen zu müssen, um auch ja Erster zu sein, noch gar kein finales ROM für das Gerät erschienen war. Die Vorserienmodelle, die damals im Umlauf waren, waren definitiv alle nur Beta-Varianten: das System unterstützte nur einen Prozessorkern, man konnte also über die wirkliche Leistungsfähigkeit des Gerätes noch gar kein abschliessendes Urteil haben.

    Nun wussten das aber welche. Nämlich die wenigen, die so ein Modell überhaupt bekommen haben. Ob jetzt der ein oder andere Tester sich da gesagt hat :“Scheiss drauf. Information, nur ich bin nicht dein Sohn!“ und
    wider besseren Wissens einfach losgeschrieben hat (aus Verlagsdoktrin Erster sein zu müssen), oder aber, und das ist wahrscheinlicher, er nie ein Gerät in der Hand hatte, und es mal lediglich auf „einer Messe“ gesehen hat, das bleibt dahingestellt…

    Zuviele Details, zu nerdy, zu kleinteilig, zu subjektiv, zuviel Geschwafel? Ich glaube nicht. Vielmehr glaube ich, dass ein Leser, der 600,- für ein Smartphone ausgeben und einen Test als Entscheidungsgrundlage heranziehen will, durchaus ein Interesse an dieser Art INFORMATION hätte haben können.

    Beispiele dieser Art gibt es viele, ich habe hier lediglich das jüngste mir bekannte rausgepickt. Sie, lieber Anonymer Hans, können ja mal gern mit der von Ihnen verlinkten Suchmaschine,nachrecherchieren. Der Fundus an Kernschrott in der Techberichterstattung, wird ihnen, bei vielen ehemals leuchtenden Flaggschiffen im Bereich Telekommunikation&Computer wird ihnen kaum entgehen kann.

    Dass es anders geht, habe ich schon benannt. Weiter Beispiele wären die SZ, die zwar selbst in diesem Punkt wenig zu bieten hat, die aber wenigstens manchmal bereit ist, zu bestimmten Techthemen gut und teuer einzukaufen.
    Als Blog-Referenz, das ohne das von Ihnen genannte „Geschwafel“ auskommt, empfehle ich Ihnen techradar: ausführlichere und bessere Smartphonetests für die Kaufentscheidung als Alltagsnutzer werden sie nirgends finden.

    BTW: Hier klappt auch noch der Spagat als monothematische Plattform nicht von den Interessen des „Marktes“ bzw. der Werbewirtschaft aufgeribbelt zu werden: Qualität&Tiefgang gewinnt, die Werbekunden bleiben, selbst wenn ihre Geräte verrissen werden.

    Im Print- Bereich gibts das übrigens auch noch. Ein anderer Bereich, nicht mehr mein Thema, aber ebenfalls monothematisches Tech: die MGames(ehemals Maniac) schreibt plattformübergreifend über Videospiele. Seit Oktober 1993. Das älteste Videospielemagazin am Markt, hat in der Zeit an die 30 andere Magazine überlebt und das obwohl die Abhängigkeiten zur Werbung in dem Metier ähnlich gelagert sind, wie bei Magazinen für Telekommunikation, die aktuell ins Schwimmen geraten. Wie machen die das nur? Nun, die koffern auch mal gern irgendwelchen AAA-Titeln eine miese Wertung rein. Die nehmen keine Rücksicht auf ihre Werbekunden, in diesem Fall die MajorPublisher.

    Das ist INFORMATION, und das lesen die Leute. Wer sich was traut, und keinen hasenfüßigen Verlagswasserkopf der by Budget managed mit sich rumschleppt, der kann auch bestehen. Print wie online. Professionell oder privat.

    Und weil es das so selten noch gibt, deshalb lesen die Leute Techblogs von Leuten, die dort noch wirklich „reinbuttern“!

    Und wenn dann, die gleichen „professionllen Medien“, die selbst oft nicht liefern, entweder weil sie es nicht können,weil Ihnen die Nerd-Kompetenz fehlt, oder weil sie in ihren zusammengschrumpften Redaktionen einfach keine Kapazitäten dafür haben, sich dieser Leidenschaft bedienen, dann dürfen sich die Betroffenen dazu nicht äußern?

    Hmmm. Ich sehe ein Pradoxon. Das Blogparadoxon: Blogs liefern oft unique Informationen, auf die sich klassische Medien beziehen, diese aber nicht benennen, und Sie lesen lieber klassische Medien, weil Blogs nur „subjektives, nerdiges, linkverseuchtes, uninformatives Geschwafel“ liefern.
    Wer das auflösen kann, dem schenke ich ein Iphone.

    Fühlen Sie sich jetzt in ihrer Haltung zu diesem Punkt ausreichend geläutert, oder bedarf es noch anderer Argumentationslinien?

    3. Um Ihnen zu vermitteln, wie man die von Ihnen so verhassten Links setzt, ohne den Lesefluss des Betrachters zu stören, so dass sie dezent nach dem Muster „alles kann, nichts muss“ im Hintergrund bleiben, würde ich Sie, lieber Anonymer Hans, wiederum bitten, die von Ihnen verlinkte Suchmaschine zu bemühen.
    Der Punkt ist mir zu banal.

    Dafür ist mir mein Fokus zu schade.

    Mit besten Grüßen aus

    Nerddeutschland

  • @21 Hans: „Warum verlinkt ein Seriöses Magazin nicht auf einen Blog? „Weil die meisten Blogs von Nerds geschrieben werden und zu viel Subjektivität drin steckt.“

    — Hä?? Aber den Text des Nerds klauen darf das „seriöse Magazin dann“?

  • @Nerddeutschland @Oliver: Ich muss gerade schmunzeln. Von bislang 50 Kommentaren unter diesem Beitrag ist genau ein einziger böse (#21) – was äußerst selten ist – und den zersägt ihr gerade in der Luft, einfach weil es nichts anderes zu zersägen gibt. Bin sprachlos. ^^

    Werde aber in Zukunft aufpassen, nochmal einen Gerätetest zu schreiben. 😉 Sehe mich selbst nämlich eigentlich nichts als Nerd, obwohl ich wahrscheinlich doch einer bin…

  • @Björn Sievers: Das ist doch mal eine gute Nachricht. Da wird sich jemand freuen! 🙂 Ich werde den Beitrag entsprechend updaten.

  • @Jürgen Vielmeier: Mir ging es gar nicht darum zu klagen, sondern vielmehr um das, was theoretisch möglich wäre.
    In der Praxis läuft es natürlich darauf hinaus sich zu ärgern, evtl. öffentlich zu schimpfen und dann weiter zu machen!

  • @jürgen

    Sie das Aufgreifen von #21 und die Argumentation einfach stellvertretend für alle „Hans“ oder „Mike“ mit der gleichen Haltung, die dir bisher begegnet sind&die dir zukünftig noch begegnen werden. Dann passts.

  • Mir ist das auch schon einmal mit einer lokalen Zeitung passiert:

    Ich habe bei einem Schüleraustausch teilgenommen und der Lehrer hat halt die Informationen denen geschrieben, die die verwenden sollen und gemeint, sie sollen doch bitte meine Blogadresse reinschreiben (Der Blog war extra für den Austausch gemacht) – Und was kam raus: keine direkte erwähng (nur der Blog von Jonas xxx) und dann 1/3 von dem text infos aus meinem Blog gezogen, obwohl wir eig. alle informationen, die die verwerten sollten extra mitgeschickt haben :/

  • kleine Übersetzungsänderungsvorschläge aus der Juristensprechecke:

    „Obwohl das Gericht in der Sache keine Meinung zu den Erfolgsaussichten von Apples Klage vertritt, merkt das Gericht an, dass Apple Abbildungen von Samsung-Produkten und andere Beweise vorgelegt hat, die eine vernünftige Grundlage für Apples Überzeugung bieten, dass Samsungs neue Produkte entworfen sind, um Apples Produkte zu imitieren.“

    aber das nur am Rande..

  • Es ist schon eine gewisse Ironie, das die Medien, die sich so auf die Plagiatsvorwürfe stürtzten, selbst nicht richtig zitieren können. Und eine weitere Ironie ist, dass das richtige Zitieren im Netz kein Problem darstellt.

  • Falls jede Kreativität und eigene Schopfung direkt bezahlt werden soll, dann verkommt die Kreativität zum Kommerz. Wir haben dann das, was wir heute in der Welt erleben. Lauter Abhängiggkeiten, wenig Freihet für Kunst, Wissenschaft und sonstige Kreativität.

    Die Finanzierung von Kerativität, Kunst, Wissenshcaft und urheberrechtliche Produkte sollte zum großen Teil aus Parallelquellen geschehen. Dann bleiben die Kunst, die Wissenschaft und die Autoren frei.

    10 Milliarden Menschen sind ein unendliches Potential.

  • Versetzt euch mal in die Lage eines der vielen schlecht bezahlten, frustrierten Online-Journalisten bei den großen Blättern. Warum sollen die denn auf ein „Kleines/unbekanntes“ oder „gut besuchtes/bekanntes/berühmtes“ Blog verlinken? Damit wäre einmal mehr bewiesen, dass sogenannter professioneller Journalismus den „amateurhaften“ Bloggern-Journalisten hinterherhinkt und damit gibt es auch einen Grund weniger, Focus online zu lesen, wenn ich auch Blogs lesen kann und da sogar besser und schneller informiert werde. Und das wiederum wäre ja für den frustierten Online-Journalisten ziemlich blöd, ne?

  • @Droppy. Stimmt, das haben die gut gemacht. Allerdings ist Weinreich auch ein anerkannter und bekannter Sportjournalist, der nur eben auf ein Blog umgestiegen ist.

    @Caro: Nachvollziehbar ist’s. Allerdings: wie viel schlechter als ein Blogger kann ein frustrierter Online-Journalist (oder ein Nachrichtenjournalist) denn bezahlt werden? Ist eigentlich keine Rechtfertigung.

  • @Caro: Ich stimme dir da voll und ganz zu. In der heutigen Zeit, in der eh jeder im Internet unterwegs ist, möchte man seine Besucher nicht verlieren, also erwähnt man lieber erst gar keine „unseriösen“ Blog-Quellen.
    Mehr Besucher = Mehr Page Impressions = Mehr Gewinn
    Rein rechtlich sind die Reporter/Autoren/Journalisten jedoch dazu verpflichtet, die tatsächliche Quelle anzugeben, sofern daraus zitiert wurde bzw. Informationen von dort stammen.

  • Ist doch ganz klar, dass man nicht gerne zugibt, von anderen Seiten abgeschrieben zu haben. Man leitet ja den Leser mit einem Quellenlink mehr oder weniger auf die Seite des Originaltextes und verliert somit seine Besucher. Aber gerade für kleine Blogger ist es eine unschöne Sache wenn ihre Texte ohne Namensnennung abgeschrieben werden.

  • Theoretisch betrachtet gibt es leider kaum Möglichkeiten sich gegen solches Verhalten irgendwie zur Wehr zu setzen. Bis jetzt kenne ich zumindest keine erfolgversprechenden Methoden. Wie geht ihr denn damit um?

Kommentieren