Sonstiges

Five Twenty: Liebevolle Web-Hommage an die Tageszeitung

Meine Woche war ziemlich stressig, eure auch? Wenn ja, dann ist Five twenty vielleicht das richtige für euch. Kevin Heusinger hat hier inmitten des hektischen Online-Newsalltags eine Oase der Ruhe geschaffen. Five twenty aggregiert Online-Nachrichten und fasst sie in einem ruhigen Format zusammen – im Falle der Zeitungsansicht sogar in einer Art Zeitungsformat. Für die Web-Version gibt es eine Früh- und eine Spätausgabe der wichtigsten Meldungen quer aus allen Genres.

Was das Ganze soll? Five twenty läuft entgegengesetzt zum nie endenden Nachrichtenstrom auf Twitter, Facebook, Google Plus oder dem RSS-Reader. Meldungen mit nicht ganz so hoher Dringlichkeit lassen sich auf Five twenty damit auch Stunden später wieder finden und in Ruhe lesen – fast wie in einer papiernen Zeitung eben. Deswegen erscheinen die Früh- und Spätausgaben auch an zwei festen Zeitpunkten: um 5:20 Uhr und um 17:20 Uhr.

Sportteil ausschalten, dafür mehr Wirtschaft

Den Quellenmix kann man selbst auswählen. Five twenty enthält die wichtigsten Ressorts der wichtigsten Online-Tageszeitungen Deutschlands von Spiegel Online über die taz bis hin zu Welt Online. Welche Ressort dabei besonders stark, wenig oder gar nicht vorkommen sollen, kann man im Quellen-Mix selbst bestimmen. Wenn man etwa die FAZ nur wegen des Wirtschaftsteils lesen möchte, kann man alle anderen Ressort darin ausschalten.

Wie Heusinger auf die Idee kam, schreibt er mir in einer kleinen Anekdote:

Mir kam vor knapp 15 Monaten der Gedanke zum Projekt, als ich meiner Freundin einen iPod Touch schenkte. Ich hatte mich darauf gefreut (Ein bisschen was hat man auch immer selbst von seinen Geschenken :-), morgens am Frühstückstisch Onlinezeitung lesen zu können. Aber es war enttäuschend. Artikel die ich morgens anlas, fand ich mittags nicht mehr wieder. Ich war länger mit tappen und wischen beschäftigt, als mit dem Lesen von Artikeln. Außerdem fehlte das gewisse Etwas: Dieses Gefühl: Das ist MEINE Ausgabe.

Five twenty soll dieses Problem lösen. Alles in allem eine schöne Idee, finde ich. Die Idee von Flipboard und Paper.li mit mehr Ruhe umgesetzt. Auf den ersten Blick finde ich es allerdings schade, dass es nur Überschriften und Anreißer der verlinkten Artikel gibt und nicht den ganzen Text. Die Originalquelle ist verlinkt, aber wenn man sie lesen will, muss man die Five-twenty-Umgebung verlassen und auf die Seite des Urhebers wechseln. Aber noch ist das Projekt auch erst in einer frühen Version. An einer iPhone- und iPad-App arbeitet Heusinger gerade.

Wenn ihr Five twenty einmal testen möchtet: Heusinger hat 700 Invite-Accounts zur Verfügung gestellt. Ihr erhaltet Zugang, indem ihr einfach hier klickt. Der Entwickler freut sich sicher über Feedback. Bleibt aber bitte konstruktiv, denn Five twenty ist noch in der Alpha-Phase.

(Jürgen Vielmeier)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

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