Steve Jobs tritt als Apple-CEO ab: Beruhigt euch bitte!

Jürgen Vielmeier

Manche Themen finden einen in der Tat, ohne dass man nach ihnen suchen muss. Die Nachricht über den Rücktritt von Steve Jobs schallte heute sogar per Lautsprecheranlage einer Hürther Baumarktkette, über dessen Parkplatz ich jeden Morgen zur Arbeit gehe. Der Apple-Chef tritt von seinem Posten als CEO des Unternehmens zurück. Er hat eine Art Rücktrittsbrief verfasst, den unter anderem Spiegel Online und Süddeutsche veröffentlicht haben. Die wichtigsten zwei Sätze daraus:

„Ich habe immer gesagt, dass wenn jemals der Tag kommen sollte, an dem ich nicht länger meine Aufgaben und Erwartungen als Apple-Chef erfüllen kann, ich der erste wäre, der das mitteilt. Leider ist dieser Tag gekommen.“

Der 56-Jährige erhielt vor zwei Jahren ein Lebertransplantat; in der Vergangenheit wurde bei ihm Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert. Er ist nach wie vor schwer krank und zieht sich jetzt aus gesundheitlichen Gründen in den Aufsichtsrat zurück. Wohl, um die Aktionäre zu besänftigen. Erst einmal vergebens: Der Wert der Apple-Aktie fiel nachbörslich um gut fünf Prozent. Laut Bloomberg war er bereits in den vergangenen Wochen krankheitsbedingt nicht mehr ins Büro gekommen.

Nachrufe verfrüht

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Ich will in die Lobhudelei und Nachrufe der Nachrichtenmagazine nicht einstimmen. Außerdem, Herrgott, lebt der Mann noch! Aber Fakt ist, dass Apples Konzernspitze eine wichtige Persönlichkeit abhanden kommt. Vor der Rückkehr Jobs in das von ihm gegründete Unternehmen im Jahre 1997 lag Apple am Boden und ist heute das teuerste Unternehmen der Welt. So ganz schlecht kann die Arbeit also nicht gewesen sein, die Jobs in den Jahren an der Konzernspitze geleistet hat.

Sein Nachfolger wird der bisherige Stellvertreter und Chief Operating Officer (COO) Tim Cook, der Jobs bereits während dessen Krankheit kommissarisch vertreten hatte. Wie gut der bislang eher unauffällige Cook den Konzern führen kann, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Eine leichte Aufgabe wird das natürlich nicht. Aber das aktuelle Produktprogramm mit Macs, iPads und iPhones könnte zumindest schlechter aussehen. Mindestens ein neues iPhone-Modell dürfte in Kürze auf den Markt kommen.

Ich wage mal eine Prognose: Cook wird den Teufel tun, etwas anders zu machen als bisher. Never change a running system. Und von Jobs werden wir außerdem mit Sicherheit noch einiges hören. Also: beruhigt euch alle mal wieder.

(Jürgen Vielmeier, Bild: Matthew Yohe unter CC-Lizenz BY-SA 3.0)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.