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Wie Musikstreaming unser Konsumverhalten verändert

Seit drei Wochen bin ich Premium-Mitglied bei Simfy. Genauso gut hätte ich wahrscheinlich auch einen Account bei einem anderen Musikstreamingdienst abschließen können: Napster, Sony, Juke. Ihr könnt es euch aussuchen; die Dienste unterscheiden sich nur marginal in Sachen Anwendung, Handhabung und Musikauswahl. Das Prinzip ist aber jeweils ähnlich: Alle genannten Dienste kosten im Monat – von Angeboten abgesehen – etwa 10 bis 15 Euro. Und sie erlauben es einem dann, die Songs aufs Smartphone zu übertragen und offline unterwegs zu hören.

Ich habe mir lange überlegt, ob ich eine Premium-Mitgliedschaft abschließen soll. 10 Euro im Monat für 13 Millionen Songs. Darin ist leider nicht alles enthalten, was ich gerne hätte. Schaue ich meine Musiksammlung durch, gibt es dabei einiges, was ich beim Streaming nicht finde. Gerade bei älteren Stücken hat Simfy oft „nur“ Best-of-Alben, wo ich lieber die einzelnen Alben hätte. Einige Künstler sind nicht katalogisiert, dafür finde ich immer wieder Raritäten, die mich überraschen: Terrorvision etwa, eine fast vergessene Band, die ich in den späten 90ern begeistert gehört habe. Oasis und Nirvana, die es früher bei Simfy nicht gab, finde ich mittlerweile im Katalog. Sagen wir, 80 bis 90 Prozent von dem, was ich gerne höre, finde ich dort.

Kühle Berechnung

Gemessen an meinen früheren Investitionen für Musik, sind 10 Euro im Monat viel. Ich habe mir oft einzelne Stücke auf Amazon oder iTunes oder auch schon einmal ein ganzes Album gekauft, wenn es mir besonders gut gefiel. Aber es waren selten Summen, die 10 Euro überstiegen.

Es war kühle Berechnung, die mich schließlich dazu trieb, die zehn Euro zu zahlen. Manche Musik hört man einfach lieber unterwegs als zu Hause am Rechner. In einem Hinterhof-Comicshop in Berlin lief ein Album der Band Goldfish, die mir sehr gut gefiel, als ich gerade zu Besuch war. Ich fragte die Verkäuferin nach dem Album und sie präsentierte mir sogleich die CD dazu, die 16 Euro kosten sollte. Das, äh, müsse ich mir noch einmal überlegen, wich ich aus, mit der einen Hand wild gestikulierend, mit der anderen schon nach meinem iPhone angelnd: 7,99 Euro im iTunes Store. Bei Simfy gab es das Album ebenfalls. 9 Euro damals noch der Preis für ein Drei-Monats-Abo. Ein Song mehr und ich hätte das Geld raus.

Machen wir’s kurz: Seit ich vor drei Wochen Premium-Mitglied wurde, habe ich mir 13 Alben heruntergeladen, etliche Einzel-Songs und die Simfy-Playlist. Da diese nur fiese Charts-Musik enthielt, löschte ich nach ein paar Tagen 95 Prozent davon, ohne mit der Wimper zu zucken. Etwas, was ich nie getan hätte, wenn ich mir die Songs gekauft hätte. Ich hörte bei Empfehlungen rein, spielte Neuerscheinungen an und lud das neue Kasabian-Album auf mein iPhone, auf das ich seit Monaten wartete. Und kurz danach löschte ich es wieder, weil es mich enttäuschte. Alles in allem Musik, für die ich bei iTunes oder Amazon mehr als 100 Euro gezahlt hätte.

Man gewöhnt sich sehr schnell daran

Woran man sich schnell gewöhnt, ist das Prinzip Streaming, das das Konsumverhalten merklich verändert: Ich bin deutlich enthusiastischer, was neue Musik betrifft – und schneller dazu bereit, Stücke wieder zu löschen, wenn sie mir nicht gefallen. Es erinnert mich an die Zeit im Studentenwohnheim, als es möglich war, beliebige Musik und Videos mehr oder weniger legal auf den Rechner zu laden – was ich natürlich nie getan habe… Beim Streaming geht man dennoch etwas selektiver vor, weil der Speicher auf dem Smartphone begrenzt ist und jeder Songs einzeln über WLAN geladen werden muss, was dauern kann.

Es fühlt sich besser an, weil es legal ist und die Musikindustrie sich nicht länger beschweren kann. Man muss nicht mehr fürchten, dass jeden Moment die Polizei vor der Tür steht, wenn man sich mal ein Album von Freunden kopiert hat. Ich halte Streaming für eine Lösung, mit der beide Seiten gut leben können, Verbraucher und Musikindustrie gleichermaßen. Und an das Prinzip gewöhnt man sich sehr schnell. Man ärgert sich, dass es das gleiche hierzulande noch nicht für andere Medien gibt: Serien, Filme, Ebooks. Wer Spaß dran hat, vielleicht auch für Zeitungen und Zeitschriften. Das dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein. Und ob ich jetzt mal in Udo Lindenbergs Unplugged-Album reinhören sollte? Ist gar nicht mein Geschmack, aber man kann ihm ja mal eine Chance geben. Kostet ja nichts.

(Jürgen Vielmeier)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

34 Kommentare

  • Sorry, aber irgendwie klingt das nach Milchmädchen. Du hast jetzt in einem überschaubaren Zeitraum 100€ „gespart“. Aber du zahlst zum einen ja 10€/pro Monat, d.h. wenn es mal Phasen gibt, wo nix für Dich dabei ist, zahlst du für nix. Zum anderen (und meiner Meinung nach viel wichtiger) gehört dir nichts von den runtergeladenen Sachen, oder? Wenn Du dein Abo kündigst, ist die ganze Musik wieder weg, oder nicht?
    Und was ist eigentlich, wenn es auf einmal etwas, was ich gut finde, nicht mehr im Angebot gibt? Darf ich das offline noch behalten, oder wird das bei der nächsten Synchronisierung gelöscht?

  • Tschuldigung. Sollte nicht garstig rüberkommen.
    Bin wirklich daran interessiert zu wissen, wie das mit den Besitzverhältnissen geregelt ist.

  • Das momentane Angebot erfüllt leider nicht die Wünsche „enthusiastischer“ Hörer. Die Wertschätzung von Musik auf Datenträger sowie auch die Qualität kannst du nicht mit einem 192kbps-Stream vergleichen. Wie viel wohl am Schluss noch für den Künstler bleibt…aber ja, hauptsache günstig, gelle. Solange man nicht interessantere Datenflatrates hat sowieso noch kein Thema für Musikhörer, die mehr als 13 Alben im Monat hören. Aber wird wohl auch keine Ewigkeit mehr dauern.

  • @Jacob:
    Wenn du dir den kompletten Premium account wie Jürgen gehollt hast, kannst du dir die Musik runterladen und behalten. Funktioniert auch beim 14 Tägigen Test Account. Einfach anlegen, musik runterladen, account löschen Musik bleibt und ohne Schutz.
    Bei der kostenlosen Variante hast du diese Möglichkeit nicht mehr!

  • Geht mir genauso.
    Seitdem ich Simfy habe höre ich wieder viel mehr Musik und statt es umständlich irgendwo zu saugen hab ich (fast) alles was ich möchte und das noch legal zu einem absolut vertretbarem Preis. Dazu noch auf meinem Smartphone! Was besseres gibts nicht solange Spotify nicht legal in Deutschland benutzbar ist.

  • @Franz: Bist du dir sicher? Bei der Mobile-App zumindest muss man regelmäßig wieder für nen Lizenz-Check online gehen. Könnte mir vorstellen, dass die Offline verfügbar gemachten Tracks nur bei gültiger Lizenz (z.B. bis Monatsende) spielbar sind.

    Im Prinzip finde ich es wirklich unglaublich, dass es da draußen Nutzer gibt, die noch nicht einmal bereit sind, 5 oder 10 Euro im Monat zu zahlen für die von simfy u.a. gebotene Leistung. Es wird überall hemmungslos illegal herutergeladen und kopiert, als wäre dies ein grundlegendes Recht des Menschen. Man sollte einfach mal gegenrechnen, wie viele Stunden Spaß oder Unterhaltung man als Gegenwert erhält. Auf der einen Seite zahlt man schnell mal 5 Euro für ne Pizza, oder zwei Bier — aber für einen Monat Streaming ist das zu viel?

    Als Argument lasse ich tatsächlich gelten, dass die Musik nur gemietet ist und man nichts dauerhaft besitzt — und dass die Qualität ggf. nicht allen Ansprüchen gerecht wird (in welcher Quali wird eigentlich bei simfy und Co gestreamt?).

  • Ich finde Streamingdienste Klasse und bin ebenfalls überzeugt davon, dass das in absehbarer Zeit der Hauptverteiler für Musik etc. werden wird. Ich begrüße die ganze Sache auch auch, genau wie eBooks etc.

    Schon allein der Umwelt zuliebe!

  • Sehr guter Kommentar von Marc, sehe ich ganz genauso!
    Ich werde jedes mal so wütend, wenn ich die Kommentare lese und die Leute sich beschweren, dass 5€ oder 10€ unbezahlbar sind!

    Hallo? Die Artists machen die Musik nicht umsonst ^^ (Das vergessen scheinbar viele inzwischen)

  • Sehe ich absolut genauso wie Marc und Christian,
    für mich ist Simfy genau das richtige für all die, die bisher zu geizig waren (einschließlich mir selbst) sich Musik zu kaufen. 5-10 Euro im Monat sind meiner Meinung nach ein Witz für das was geboten wird. Sicherlicht kommt es auch stark auf das Kaufverhalten jedes einzelnen an. Wenn ich der Typ bin, der zu Weihnachten sich mal Hansi Hinterseer gönnt, dann sind die 50-100 Euro im Jahr weggeworfenes Geld. Wer aber auf gute und neue Musik abfährt, und immer das aktuellste braucht, der ist meiner Meinung nach bei simfy bestens aufgehoben. Die Pros und Contras liegen auf der Hand, aber sich beschweren geht meiner Meinung nach garnicht.

  • @Jacob: Mit 100 Euro in drei Wochen habe ich ja schon fast die Jahresgebühr wieder raus. Sicher wird es Phasen geben, in denen ich mal wenig bis nichts lade. Aber insgesamt, denke ich, werde ich da kräftig sparen. 🙂

    Die Musik gehört dir nicht, okay. Finde ich jetzt aber nicht so schlimm, solange das Angebot nicht zurückgefahren oder mächtig verteuert wird. Die Gefahr, die du da ansprichst, ist natürlich da. Wenn erstmal alle Nutzer da sind und ihre MP3s und CDs weggeschmissen haben, verdoppelt man die Preise und du bist gefangen. Hier sorgt ein Konkurrenzkampf hoffentlich dafür, dass das nicht passiert…

  • Was das Hörverhalten anbetrifft kann ich voll zustimmen. Bin seit einem halben Jahr simfy Premium Kunde – und höhre Musik seither so bewusst wie schon lange nicht mehr. Plötzlich kann ich in all die Alben einfach mal reinhören, die irgendwo in Kritiken vorgestellt werden. Oder schnell mal den Soundtrack zu einem gerade gesehenen Kinofilm laden. Wäre früher dann doch immer vor dem Kauf zurückgeschreckt (Will ich das wirklich?)
    Habe in diesem halben Jahr so viele interessante Künstler für mich entdeckt wie in den letzten 2 Jahren nicht. Kurzum: Macht einfach Spaß – und der Preis stimmt einfach. Und in Kombination mit AirPlay zu Hause ist das ganze dann unschlagbar 😀

  • @Marc und Christian: Wo hat sich denn hier jemand über zu hohe Preise beschwert?
    Ich z.B. kaufe jedem Menge Alben als CD und mehr und mehr online – mein Musikbudget liegt monatlich weit jenseits von 10€ (eher bei den 100 von Jürgen) Aber dafür gehören mir die Sachen dann auch.

  • @Politikfreak: Ich benutze Grooveshark, und die App funktioniert bestens. Auf meinem Galaxy SII stürzt sie zwar hin und wieder ab, ist aber die Ausnahme. Wie das jetzt mit Simfy aussieht weiss ich nicht.

    Bei Grooveshark zahle ich übrigens ingesamt nur 3USD im Monat für Anywhere und Plus-Abonnement. Hat eben Vorteile wenn man schon zu Anfangszeiten einen sogenannten VIP-Account hat.. ist zwar für alle ’neuen‘ etwas teurer, aber ich verstehe nicht, warum hier immer die Rede von Simfy ist. Finde Grooveshark da immer noch deutlich attraktiver.. (und ja, ich habe Simfy angetestet).

  • Hallo Jürgen,
    sehr gut geschriebener Artikel. Ich nutze jetzt seit fast einem Jahr Musikstreaming. Ich habe ähnliche Erfahrungen wie die meisten Nutzer hier. Ich höre viel mehr Musik, weil es ist bequemer, tippe Titel ein den ich hören will, schon läuft er. Ich finde Musik die mir gefällt, von Gruppen, die ich vorher nicht kannte. Ich kann Lieder die mir gefallen per Mail an Freunde senden oder auf Facebook teilen.
    @Jacob ich bin ja auch eigentlich der „Musik Sammler Typ“. Wenn ich aber bedenke, wie viel Geld ich für meine Musik ausgegeben habe, dann sage ich heute nein Danke. Ich habe mir in den letzten 12 Monaten keine CD mehr runtergeladen oder physisch gekauft.
    Ich kann mir meine Playlisten nach lust und laune zusammenstellen und wenn ich will abspeichern. Ich finde über 90% der Titel die ich suche. Die Qualität ist ok.Also ich möchte das Streaming nicht mehr missen.

  • @Stephan: Ist Grooveshark legal bzw. haben sie inzwischen den „Segen“ der Musikindustrie bekommen? Das war früher da immer so eine Grauzonenproblematik…

    @Politfreak: Für unterwegs speicherst du Songs lokal zwischen. Streaming geht auch, aber da hätte ich zumindest mein Datenvolumen schnell aufgebraucht.

  • @Marc: Zitat: „Im Prinzip finde ich es wirklich unglaublich, dass es da draußen Nutzer gibt, die noch nicht einmal bereit sind, 5 oder 10 Euro im Monat zu zahlen für die von simfy u.a. gebotene Leistung“
    Ja, im Monat… Aber auf lange Frist kommt mir das doch arg teuer vor. Nimm an, du wirst 100 Jahre alt, nehmen wir Babyzeit und ein paar Jahre oben weg…
    dann kommst du auf ~10.000 €uro in deinem Leben. In CD’s ist das ne ganz schöne Menge.
    Ich sage nicht, dass sich das nicht lohnt, aber für Leute, die wie ich in ihrem Leben gerade mal so auf eine 3-stellige CD-Zahl kommen würden ist das ein Vielfaches!
    Und das Problem ist immer noch, dass das meiste Geld doch nicht bei den Künstlern ankommt, sondern bei ein paar Gatekeepern, oder?

    Davon abgesehen gibt es eben Leute, die lieber einmal einen hohen Betrag zahlen als dauernd einen niedrigeren, selbst wenn sie insgesamt so mehr zahlen. Kann man da eigentlich per normaler Überweisung/Einzug zahlen, oder braucht man einen Schnüffeldienst (Paypal, Kreditkarte etc.)?

  • @Jürgen Was das angeht, hast du wohl recht. Für den User ist das Benutzen des Dienstes wohl legal, bzw eben Grauzone. Aktuell laufen so weit ich weiss sogar noch einige Verfahren gegen die Escape Media Group (steht hinter Grooveshark), mit EMI hatte man sich ja aussergerichtlich geeinigt. Für mich etwas unverständlich, warum Grooveshark nicht auch Lizenzverhandlungen anstrengt. Ich denke dass viele bereit sind, dafür auch ein paar Euro zu bezahlen. Wie bei Simfy eben. Naja, wird man sehen. Vielleicht sollte ich angesichts der Problematik Simfy noch eine zweite Chance geben.

    Mal eine Frage in die Runde: Kennt denn jemand eine Möglichkeit, seine Favoriten von Grooveshark zu Simfy umzuziehen? Haben sich mittlerweile ja doch viele, viele Songs angesammelt. Bin derzeit bei etwa 800, und der „Umzug“ hält mich dann doch von einem „ernsthaften“ Benutzen von Simfy ab.

  • ich kann mir die 10 euro im monat nicht leisten. habe mir seit ca. 6 jahren keine cd mehr gekauft, weil ich kein geld dafür habe. ich bekomme 530 euro arbeitslosengeld 1, davon muss ich 280 euro miete zahlen und vom rest überleben. naja ab märz 2012 gehts mir besser dann bekomme ich hartz 4. das ist mehr als alg1…

  • @Nippelnucker: In dem Fall nachvollziehbar… Keine Chance mehr, ALG II zu umgehen? 🙁

    @Stephan: Hab gerade mal bei Simfy in den FAQ nachgeschaut, fürchte aber nicht, dass das geht. Sind zwei ganz unterschiedliche Systeme. Alles neu?!

  • @nippelnuckler
    Vielleicht hilft Dir das weiter? Die Info gab es im Simfy-Forum von einem Simfy-Mitarbeiter:

    Zitat:
    unser fleißiger simfy-Nutzer Simon hat einen Weg gefunden und ihn für alle genau beschrieben. Mit ein paar kleinen Umwegen kannst du deine Playlists von Spotify oder iTunes zu simfy bringen.

    Folge diesem Link http://spotify2simfy.lv-studios.ch/ und teste es selber.

    Hinweis: Es dauert einen kleinen Moment und ist für technisch weniger Versierte vielleicht nicht ganz leicht, klappt aber sehr gut.

  • Ich wundere mich ehrlich gesagt darüber, dass sich so viele hier mit Streaming von Musik als Ersatz für konventionelle Datenträger/MP3s zufrieden geben.
    5-10€ im Monat oder auch etwas mehr fände ich in Ordnung, wenn man sich die Stücke als MP3s herunterladen und auch behalten könnte. Dass das zu diesem Preis schlecht möglich ist, ist mir klar.
    So wie es jetzt ist, also mit Streaming, ist es aber nichts für mich. Ich kaufe überwiegend CDs und importiere diese in iTunes. In iTunes selbst downloaden kommt auch nicht infrage weil die CD den meist geringfügigen Aufpreis zu digitalen Daten dann doch allemal wert ist (Booklet etc.).
    Was bringt mir das?
    -Alle Musik auf einem Haufen, ich kann sie auf jeden 10 Jahre alten MP3-Player ziehen und auf jede CD brennen wann immer ich Lust dazu habe
    -Unbegrenzte Auswahl, ich kann wenn ich will sogar selber was aufnehmen und sofort in iTunes ziehen, eben völlig egal ob es das Stück auch bei simfy oder sonstwo gibt
    -Vergleichsweise tolle Performance, 30GB Musik über USB sind halt doch schneller als aus dem Internet gezogen
    -Viel mehr Sortier/Ordnungs Möglichkeiten und Zusatzinfos wie z.B. intelligente Playlisten, Hinzugefügt Datum, Zuletzt gespielt Datum, Zähler, Wertung, Liedtext
    (vlt gibt es einzelne davon auch für Simfy, das ich bisher nur in der kostenlosen Version genutzt habe, aber ich bin überzeugt dass iTunes da mehr bietet)

    Es macht eben finde ich einfach Spaß zu sehen, was man 2006 so an Musik gehört hat, welches Stück man am öftesten gehört hat etc. etc. pp.
    Außerdem ist der Überblick einfach viel besser gegeben wenn man nach so vielen Kriterien suchen oder ordnen kann.
    Klar, man ist, wenn man sich das aufrecht erhalten will auf ewig an Apple gebunden aber was solls. Sie haben nunmal die beste Musikverwaltung.

    Vorteile von Simfy sind natürlich ganz klar der Preis und dass man überall mal reinhören kann. Aber dafür reichen mir die 20h im Monat als kostenloses Mitglied auch locker aus.

  • Was ich persönlich an Simfy 100mal besser finde als an Grooveshark ist, dass man eine gewisse Qualitäts Sicherheit bei den Songs hat, bei Grooveshark kann ja jeder seine Musik hochladen und das merkt man auch wenn man z.B. mal nen ganzes zusammenhängendes Album sucht, ist das wegen der fehlenden tags meist sehr durchwachsen. Und als konkretes Beispiel sucht mal bei Grooveshark nach 30 seconds to mars… nichts… da lob ich mir doch simfy.
    Auch wenn ich zugeben muss, dass ich momentan bei der simfy iPhone app einfach alle 7 Tage nen neuen Account mache 😛
    Und das angenehme ist hierbei, das bei den App Eigenschaften des iPhones jede App ja nur auf ihre eigenen Unterordner zugreifen kann. Ich sag nur, der Temp Ordner hat einen interessanten Inhalt 😀

  • Die Industrie hat meiner meinung nach verschlafen, das es das Internet gibt – und immernoch nicht für ein befriedigendes Angebot gesorgt…. Der Mainstream mag gut bedient sein, aber wenns um Jazz und klassische Musik geht, dann ist das Angebot genauso wie bei anderer „alternativer“ Musik einfach nicht befriedigend….

  • Streaming-Dienste als Ersatz für den Kauf von Musik zu sehen, ist der falsche Ansatz. Die Vorteile wurden im Artikel treffend beschrieben.

    Einzelne Songs oder Alben, die einem extrem gut gefallen, sollte man ruhig weiterhin kaufen, meine ich. Dann stehen sie einem auf Dauer zur Verfügung und man unterstützt damit diesen Künstler noch einmal extra.

    Dann bezahlt man ja zweimal Geld? Nicht wirklich:

    Ich habe früher viel Musik gekauft, regelmäßig dreistellig Beträge ausgegeben. Aber davon bin ich weg. Was ich wirklich besitzen möchte, das ist gar nicht so viel. Für den ganzen Rest gibt es mit Streaming-Diensten eine preiswerte und bequeme Lösung.

    Man sollte eines nicht unterschätzen: Man überlegt sich dreimal, ob man etwas kauft, wenn man es erst einmal über einen Streamingdienst hören kann. Indem man sich also das Abo leistet, senkt man seine Motivation zum Kauf. Und so spart man letztlich Geld.

    Für Streamingdieste spricht zudem, dass man sich so auch Musik anhört, die man sich nicht gekauft hätte. Vielleicht hat man als anspruchsvoller Musikfan ab und zu doch mal Lust, sich etwas aus den Charts anzuhören. So wie man auch mal Lust auf Fast Food hat, auch wenn man sonst auf seine Ernährung achtet.

    Nicht zuletzt: Es gibt so viel gute Musik, dass niemand lange genug lebt, um jeden guten Song auch bloß einmal zu hören. Warum also Songs zweimal anhören? <– Klar, manches möchte man sich gerne immer wieder anhören. Aber wie viele Schallplatten/CDs/gekaufte MP3s aus der eigenen Sammlung hört man wirklich oft?

    Was Serien und Filme angeht: Ganz so umfangreich sind die Angebote da zwar noch nicht, aber was man bei Maxdome im Premium-Abo für rund 15 Euro im Monat bekommt, ist schon ordentlich, finde ich. Das hat sich in letzter Zeit gut entwickelt.

  • Also für mich ist das vertretbar. Ich habe immer gesagt, dass wenn es eine Art Flatrate für 10 Euro oder ähnlichen Preis gibt, bin ich dabei. Ich teste momentan die kostenlose Version. Bis jetzt bin ich sehr angetan. Ich denke ich werde bald auf die Premium Version umsteigen. Und wenn ich mal nix brauche, ist das auch egal. Weil ich kenne mich. Einen Monat später brauche ich um so mehr 🙂

  • Seit ich Napster nutze ist mein Musikgeschmack unheimlich in die Breite gegangen. Die 14,95 EUR sind meiner Meinung nach gut investiert. Es geht nicht mehr darum Musik zu besitzen, sondern einen möglichst guten Service geboten zu bekommen.

  • Hallo, Danke für den beitragt. Ich betreibe ein kelines Label, ein „Indie“. Zunächst müsste ich sagen, dass Streamingdienste den Künstlern erst ab unvorstellbar hohen Streamingraten (Plays) etwas bringen (können), dazu gibt es diese wunderbare Grafik: http://s3.amazonaws.com/infobeautiful2/selling_out_550.png

    Sieht man sich das an, wird schnell klar, dass meine Künstler und ich davon z. B. nicht weiterarbeiten können. Allerdings bin ich auf der anderen Seite ja auch User und als solcher will ich mich vor der technischen Entwicklung nicht verschließen, wozu das führt, haben die Majors ja eindrucksvoll bewiesen und uns kleinen Labels damit massiv geschadet.

    Fazit: Ich fände es super, wenn jeder der jetzt noch aufgrund einer Ausrede keinen Streaming Account hat, seine Musik eben doch dort bezieht und wir als Branche wenigstens in der Summe merken, dass sich was bewegt. Wer tatsächlich lieber CDs kauft oder Alben bei iTunes, der ist herzlich willkommen, denn das ist für uns natürlich die einzig effektive Methode. Was ich allerdings nicht gerne höre sind Ausflüchte wie z. B. dass die Monatsgebühr zu hoch wäre etc. Der Rapidshare Account, ja selbst der Internetzugang sind ja meist teurer. Ich wage also zu behaupten, dass der Musikmarkt eine Besserung erfahren würde, sobald jeder User sich zu einem Streamingaccount bekennt.

  • Reden wir jetzt von Streaming oder einer Musik-Flat?

    Bleibt die Musik nun dauerhaft erhalten, auch wenn ich kein Abo mehr habe, oder nicht?

  • Bezüglich der Infografik. Das ist letztlich auch wieder nur Lügen mit Statistik, denn die Gestaltung der Grafik impliziert die Vergleichbarkeit von Daten, die nicht vorliegt.

    Wenn theoretisch jeder statt Radio und CDs nur Streaming hören würde, dann könnten wir immer noch genug Künstler unterhalten.

    Durschnittsperson: Hört 209 Minuten Radio oder Tonträger am Tag (Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e.V.). Angenommen ein Lied hat 3,5 Minuten im Durchschnitt macht ~83 Plays pro Person pro Tag. Im Monat erzeugt eine Person also 2490 Plays.

    Bei Spotify werden somit $0.00029 * 2490 = $0.72 pro Person pro Monat ausgezahlt. Bei einem Mindestlohn von $1160 erlaubt das den Unterhalt von 1 Profimusiker auf 1611 Einwohner. Und das ist ein vernünftiger Anteil.

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