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Frankreich: "Huffington Post" bekommt redaktionelle Unterstützung von "Le Monde"

Das US-Bürgerjournal „Huffington Post“ hat bereits kurz nach der Übernahme durch AOL bekannt gegeben, ins Ausland expandieren zu wollen. Was da aber in Frankreich geplant ist, hat man so bisher weder in den USA, noch in den anderen Ländern Kanada und U.K. gesehen, in die die „Huff Po“ mittlerweile erscheint: Die französische Version der Seite erhält Unterstützung von Redakteuren der renommierten Tageszeitung „Le Monde“. Soll heißen: Bürgerportal trifft Qualitätsseite.

Starten soll „Le Huffington Post“ noch vor Ende des Jahres. Beteiligt sind neben „Le Monde“ und der von AOL übernommenen „Huffington Post Media Group“ auch „Les Nouvelles Editions Indépendantes“ (LNEI), ein Netz von unabhängigen Journalisten und Bloggern. Es klingt nach dem Versuch, Bürgerjournalismus einmal von der professionellen Seite anzugehen.

Die Werbetexter können das blumiger ausdrücken als ich. Ich zitiere mal:

Le Huffington Post wird die lokalen redaktionellen Ressourcen von Le Monde, einer der führenden und renommiertesten französischen Tageszeitungen, mit der neuartigen Kombination von Originalberichterstattung, Sammelperspektiven, einem führenden Kommentarforum und dynamischen Tools für soziales Engagement sowie einer spannenden Plattform für breit gefächerte Blogs verbinden.

Passt irgendwie zu Springer

Klingt ambitioniert. Noch bis zum Ende des Jahres soll es insgesamt 12 Länderausgaben der „Huff Po“ geben, darunter in Indien und Lateinamerika. Hier drängt sich die Frage förmlich auf, ob das auch ein Modell für Deutschland sein könnte. Antwort: Könnte funktionieren. Aber wer sollte das angehen? „Die Huffington Post“ unter Zuhilfenahme unterbezahlter Autoren der Readers Edition mit Redakteuren von wem? Burda, Bauer, Holtzbrinck? Die Symbiose aus Bild-Leserreportern und Henry-Nannen-Preisträgern unter der Ägide von Redakteuren der „Süddeutschen“ oder der „FAZ“?

Ich fürchte, ehrlich gesagt, nur einer könnte die Chance erkennen, die das Thema an Werberelevanz bietet: Springer-Chef Mathias Döpfner, der einst das iPad lobpries und für das Spin-off ein paar „Welt kompakt“-Redakteure abstellen könnte. „Die“ oder „Der Huffington Post“ bald auch in Deutschland? Könnte kommen, wäre einen Versuch wert.

(Jürgen Vielmeier)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

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