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Top-Verlage in Google News künftig bevorzugt, aber was ist mit Blogs?

Freitag, Google- und Medientag. Der Suchriese hat heute eine Menge neuer Funktionen vorgestellt. Über die Überarbeitung der deutschen Google News freuen sich Verleger laut „Horizont“ bereits den Wolf, weil einige Nachrichtenangebote dort prominent in der Seitenspalte erscheinen. „Auswahl der Redaktion“ heißt es dort und gemeint ist damit die Auslese des jeweiligen Verlags. Vom Start an sind etwa die „Süddeutsche“, „Handelsblatt“, „Stern“ und der „Tagesspiegel“ mit dabei. Himmelhochjauchzende Worte etwa von „Süddeutsche“-Chefredakteur Stefan Plöchinger:

Wir freuen uns, dass Google herausragenden Journalismus durch eine herausragende Präsentation besser an neue Leser bringt, die uns noch nicht regelmäßig lesen – und dass Exzellenz auf dem Newsmarkt stärker belohnt wird.

Exzellent. Der „Second Annual Montgomery Burns Award for Outstanding Achievement in the Field of Excellence“ geht also auf jeden Fall an die „Süddeutsche“. Katharina Borchert von Spiegel Online lobt, dass der Fokus von Quantität auf Qualität verrückt sei. Und Horizont-Redakteur David Hein nennt es, geschichtlich nicht ganz treffend, „Appeasement-Politik“: Google wolle die Verlage umschmeicheln, denen Google News bislang ein Dorn im Auge war. Das dürfte gelungen sein. Verlierer scheint es auch zu geben: Blogs.

Blogs? Bislang zumindest nicht besser repräsentiert

Denn Blogs scheinen in den Ergebnislisten ganz weit unten aufzutauchen. Die redaktionelle Auswahl ist vorerst exklusiv für große Verlage vorgesehen. Weil die am lautesten geschrieen haben? Google verrät nicht explizit, wie man es als Redaktion schafft, in die neue redaktionelle Auswahl bei Google News aufgenommen zu werden. Man müsse dazu natürlich bei Google News gelistet sein, ausgezeichneten Content liefern und sich für weitere Fragen am besten bei ihm melden, schreibt Sprecher Stefan Keuchel auf Google Plus. Das geschehe noch nicht über die kürzlich angekündigte Code-Erweiterung, mit der Autoren bis zu 7 besonders gute Beiträge pro Woche selbst hervor heben könnten. Die Funktion sei in Deutschland noch nicht verfügbar, schreibt Keuchel. In der Google-Hilfe ist von 5 Beiträgen die Rede.

Blogs, so mein erster Eindruck, scheinen von den Neuerungen nicht gerade zu profitieren. Zumindest auf der Google-News-Startseite und der Übersichtsseite der Rubrik Wissen/Technik habe ich noch keine einzige Blogquelle gesehen. Jeder Nutzer für sich kann das personalisieren, okay. Aber wer von der Masse da draußen tut das schon?

Killeranwendung Ripples

Beenden wir den Beitrag trotzdem mal mit etwas Positivem, weiteren Neuerungen bei Google: Ripples (Grafik oben) visualisiert, welche Quellen auf einen Google-Plus-Beitrag verweisen. Anhand eines Zeitstrahls lässt sich außerdem verfolgen, in welchem Zeitraum das geschieht. Weitere Neuerungen in Google Plus: die Vernetzung mit Google Apps und mehr Spaß mit Bildern dank dem Google+ Creative Kit. Neu außerdem: Punchd, eine einfache Art für Einzelhändler, Kundentreue via QR-Codes mit Bonusprogrammen zu belohnen:

(Jürgen Vielmeier)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

24 Kommentare

  • Google soll auf Quälität setzen und die besten Beiträge ganz oben haben und nicht was am meisten Geld bringt oder die Verlage zufriedenstellt.

  • „Wir freuen uns, dass Google herausragenden Journalismus durch eine herausragende Präsentation besser an neue Leser bringt…“

    Ja ne, is klar. Klar freuen die sich. Doch wer legt „herausragenden Journalismus“ fest? Achso, der Preis. Verstehe.

  • „Blogs, so mein erster Eindruck, scheinen von den Neuerungen nicht gerade zu profitieren. “

    Falls es Google tatsächlich gelungen sein sollte einen Teil der Quellen besser zu positionieren (Verlage) und andere nicht schlechter (Blogs), dann käme das der Quadratur des Kreises gleich:)

  • @Henning: Jepp

    @Andy Lenz: Auf den Artikel hatte ich ja oben sogar verlinkt. Aber ich fürchte, das wird der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein.

    @Jason: 😉

  • Google nervt mehr und mehr mit seiner diktatorischen Politik.

    Nach „Panda“ (letzte Änderung der Google-Seitenbewertung) findet der User, der sich in seiner Kaufentscheidung über Produkte informieren will, bei fast jedem Suchbegriff Wikipedia auf Platz 1. Was und wem nutzt das?

    Jetzt sollen Verlage nach vorne? Das macht doch wohl noch weniger Sinn!

  • Zu viel Aufregung…

    Erstens: Wie nur am Rande erwähnt kann man es personalisieren. Ich habe Blogs ganz hoch, und Pressemitteilungen ganz runtergeschaltet.

    Zudem kann man Quellen bevorzugen. Traumhaft! Die Hamburger MoPo fliegt so gleich mal raus, bei denen ist zu oft nur der Teaser frei. Und warum nicht gute Blogs nach oben?

    Ja, „die Masse“ wird nicht personalisieren. Aber „die Masse“ sucht bei GNews auch Zeitungen, und NICHT Blogs. Von daher rechtfertigt das Googles Standardeinstellungen allemal!
    Generell finde ich zudem, Blogs liest man per RSS-Leser – Zeitungen via GNews.

  • @Andy Lenz: Geht in Ordnung. 😉

    @JSG: Fraglich ist da nur, was Google aus dem Reader macht. Die Pläne klingen ja auch nicht gerade gut.

  • Hi Jürgen,
    also es gibt bei Google Reader die Möglichkeit beim personalisieren, den Anteil bei blogs zu erhöhen und die Zeitungen vollkommen auszuschließen.
    Nur muss mann einfach mal sehen, dass der größteil der Menschen halt Zeitungen mehr vertrauen als Blog und es als Qualitätsjournalismus ansehen. Deswegen kann ich google schon verstehen. Wir sind halt noch immer eine kleine Gemeinde!

  • Mal abwarten was wird… Heute sind wir eine kleine Gemeinde, aber wer weißt ob es auch so bleibt. Mit der Zeit werden Blogs immer populärer. Man sollte es nicht unterschätzen. Grüße

  • Sein wir doch mal ehrlich, die meisten Blogs verschmutzen nur die Suchergebnisse. Allerdings tun dies auch einige große kommerzielle Seiten.

    Hab ich schon erwähnt wie sehr ich 123people hasse?

  • 123peoble, Gutefrage net, Yassni und Co – klar, darauf kann wohl die Mehrheit von uns gerne verzichten, aber was heutzutage alles noch als „Qualitätsjournalismus“ gilt? Eine Reuters-News scheint inzwischen jeder umschreiben zu können, aus meiner Sicht also eine Art Appeasement-Politk seitens Google für die Großen(-Adsense-Kunden). Es wird Zeit für einen echten Konkurrenten und echten Wettbewerb im Search-Business

  • Mir ist es eigentlich egal welche Seiten in Google News oben stehen. Ich lese mir sowieso nur die ersten Sätze durch und suche anschließend in der normalen Suche über das Thema.

  • Das wird nicht passieren google lebt von der unabhängigkeit und hat den anspruch die aktuellsten und themenrelevantesten Seiten oben zu platzieren. das ist unabhängig von der unternehmensgröße.

  • @2 Bisher ist google+ meines Erachtens nach noch keine Alternative …, da können so viele tolle Features kommen wie sie wollen …
    Merkst Du den Widerspruch in sich?

  • Google ist bisher für mich auch keine Alternative zu facebook. Est steht und fällt halt mit der Anzahl der User und die ist bei Google überhaupt noch nicht gegeben

  • Finde ich mies das jetzt kaum noch Blogs auftauchen. Es gibt eine ganze Menge Blogs die exakter und lesenswerter über aktuelle Ereignisse berichten als die großen Verlage es tun und diese werden jetzt eine ganze Menge weniger Nutzer erhalten.

    Buuh G.!

  • Auch bei Google geht es letztendlich nicht um Qualität, sondern nur um Geld. Wenn sich mit guter Qualität gutes Geld verdienen lässt, dann ist das in Ordnung für Google. Wenn nicht, dann wird halt ein wenig an der Stellschraube gedreht.

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