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Telefónica-O2 feuert "Alice": Model Vanessa Hessler äußerte Sympathie für Gaddafi-Clan

Ciao Alice: Der deutsche Telekom-Anbieter Telefónica-O2 hat die Zusammenarbeit mit dem Model Vanessa Hessler aufgekündigt. Hessler war sieben Jahre lang das Aushängeschild der Marke „Alice DSL“ und trat in zahlreichen Werbespots auf. Ihr Vertrag lief auch weiter, als die Marke vergangenes Jahr von Telefónica-O2 übernommen wurde. Was jetzt den Ausschlag für die Kündigung gab, waren Hesslers umstrittene Aussagen über den kürzlich getöteten libyischen Dikatator Muammar al-Gaddafi und dessen Sohn Mutassim Billah al-Gaddafi.

Etwas überraschend gab die 23-Jährige vergangene Woche bekannt, dass sie vier Jahre lang eine Liebesbeziehung mit dem Gadaffi-Sohn Mutassim unterhielt. Im Zuge dessen äußerte sie gegenüber der italienischen Postille „Diva e Donna“ Sympathie mit dem Gaddafi-Clan: „Seine Familie, seine Brüder sind nicht so, wie sie immer dargestellt werden. Das sind ganz normale Menschen.“ Das sei eine private Äußerung von Frau Hessler, die man so nicht akzeptieren könne, sagte Telefónica-Sprecher Albert Fetsch am Freitag und man erwarte eine Distanzierung.

Marke soll Anfang 2012 auslaufen

Mutassim Billah al-Gaddafi wurde ebenso wie sein Vater am 20. Oktober nahe der Stadt Sirt getötet. Hessler sagte, sie habe seit Ausbruch der Revolution keinen Kontakt mehr zu Mutassim gehabt. Es sei eine „leidenschaftliche Beziehung“ gewesen. Das libysche Volk sei ihr weder besonders arm, noch besonders reich und nicht fanatisch vorgekommen. Und man dürfe nicht alles glauben, was so erzählt werde.

Der Diktator und sein Clan waren mit Härte gegen das eigene Volk vorgegangen. Offizielle Zahlen gibt es noch nicht, aber der Botschafter der USA, Gene Cretz, ging bereits im April von 30.000 Toten während der Kämpfe aus. Da der Bürgerkrieg danach noch einige Monate weiter ging, dürfte die tatsächliche Zahl der Toten noch weit darüber liegen. Von beiden Seiten sollen Massaker verübt worden sein.

Telefónica O2 wollte die Marke „Alice“ Anfang kommenden Jahres mit O2 verschmelzen. Der Vertrag wäre aber nicht automatisch ausgelaufen, Hessler hatte auch bereits für O2 geworben. Die Tochter einer Italienerin und eines US-Amerikaners wuchs in Rom auf, zog im Alter von 8 Jahren in die USA, kehrte aber 2002 nach Italien zurück. Unklar, ob bereits gedrehte Werbespots mit Hessler jetzt noch weiter ausgestrahlt werden und ob es für die Restzeit der Marke noch Ersatz gibt. In Italien wirbt Michelle Hunziker für „Alice“.

(Jürgen Vielmeier, Bild: Telefónica O2)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

39 Kommentare

  • Das ist eine Schande für Telefonica-O2! Warum darf ein Model, welches der Firma nur ihr Gesicht bietet, nicht in einem Interview ihre Meinung äußern? Selbst wenn die Meinung bescheuert ist in den Augen vieler, aber immerhin hat sie persönliche Erfahrungen gemacht, die der Vorstand der Telefon-Firma sicher nicht hat.
    Sie hat nichts Krasses gesagt, sondern nur ihre subjektive Sicht der Dinge kundgetan. Wenn das ein Kündigungsgrund ist, dann gute Nacht freie Meinungsäußerung.
    Man sollte lieber mal Politiker hinterfragen, die Gaddafi erst lächelnd die Hand schütteln und ihn kurze Zeit später (wenn sich das Geld-Fähnchen im Wind gedreht hat) dann Diktator nennen und Bomben werfen.

  • Mh tja… als Aushängeschild/Werbesymbol hat man eben eine andere Rolle als z.b. Gerhard Schröder:
    Man unterliegt nun mal als Angesteller dem Werbenden und seinen Vorstellungen… wenn man etwas äußerst, dass den meisten Menschen gegen den Strich geht, dann war es das halt.
    Die freie Meinungsäußerung hat damit nichts zu tun, denn dies hat diese ja getan. Wieso sollte mit einer freien Meinungsäußerung einhergehen, dass man sagen kann was immer man will? Sie lieferte als Model und Aushängeschild nicht nur ihre Gestalt, sondern auch ihre „weiße Weste“, also sich als Person.

    Das sollte man als solche Figur wissen, wenn man es dennoch äußerst ist man selber Schuld.
    Geht für mich in Ordnung, o2 handelt da einfach nur aus unternehmerischen Gründen. Verständlich.

  • Ich verstehe völlig, wenn man nach solchen Aussagen eine solche Person nicht unbedingt weiter beschäftigen kann oder möchte.

    Aber das mit der Aussage, „das sei eine private Äußerung von Frau Hessler, die man so nicht akzeptieren könne“ zu begründen ist frech-dreist bis dumm. Ich würde mich wundern, wenn Frea Hessler da nicht einiges an Abfindung erklagen kann, je nach Art der Verträge. Und sei es im Rahmen einer außergerichtlichen Einigung. Denn Telefonica sagte damit quasi:
    Sie hat sich nicht beruflich geäußert, sondern rein privat. Wir dulden aber nicht, dass unsere Mitarbeiter und Auftragnehmer sich privat äußern.

  • Sie war das Gesicht, nicht die Pressesprecherin des Unternehmens. Sie hat in einem Interview, bei dem sie nicht als „Alice“ auftrat, sondern als Vanessa Hessler, nichts Verbotenes gesagt.
    Das kann doch nicht ok sein, wenn ihr deswegen gekündigt wird. Muss jetzt jeder Angestellter des Konzerns um seinen Job fürchten, nur weil er irgendwann irgendwas sagt, was jetzt gerade dem Vorstand nicht passt?
    Wahrscheinlich ist das sowieso nur Heuchlerei um sie aus ihrem Vertrag zu drängen, weil es „Alice“ als Marke 2012 nicht mehr in der Form geben wird.

  • Achso. Die „Alice“ war nur ein Model von „Alice“ Bis heute war ich der festen Überzegung, dass die blonde Dame die Eigentümerin von Alice ist und Werbung macht weil sie hübsch ist und ihre Firma gut vermarkten will!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  • Soll das Unternehmen halt ein neues Model einstellen. Es würde warscheinlich nur den wenigsten auffallen, wenn plötzlich ein anderes ähnlich aussehendes Model in den Werbespots für „Alice“ auftritt.

  • Ich finde die Worte die das Model gewählt hat weder bedenklich noch schlimm. Sie hat einfach nur Ihre Meinung ausgedrückt.

    Diese political correctness Scheisse ist totaler Bullshit!

  • Ich verstehe gut, dass ein Vertrag nach solchen Aussagen erlischt. Wer in der Öffentlichkeit spricht, sollte sich zuvor informiert haben und die Konsequenzen seines Handelns überlegen.

  • mal ganz unabhängig von der wieder einmal glohrreichen aktion von alice/o2.

    fragt sich hier denn eigentlich niemand, in welchen kreisen sich das mädel rumtreibt, dass sie mit 18 oder 19 jahren ein verhältnis mit einem diktatorensohn anfängt?!?

  • Vollig nachvollziehbare Handlung seitens O2, denn ab jetzt wird der Kunde mit ihr nicht mehr einfach nur „Alice“ verbinden, sondern auch den volksverachtenden Diktator Gaddafi – und das ist einfach kein Image, das eine Firma haben möchte. Wer mit solchen Leuten verkehrt muss eben wissen worauf er sich einlässt.

  • Naja, zuerst dachte ich „hey, wieso sollte sie aufgrund dieses Statements gefeuert werden“. Dann las ich weiter „[…]eine Liebesbeziehung mit dem Gadaffi-Sohn Mutassim unterhielt.“.
    Angesichts dieser Tatsache kann ich den Ausschluss aus dem Konzern naürlich verstehen.

  • @negativity models standen noch nie auf nice guys, sondern immer schon auf rockstars, kriminelle und halt auch auf Söhne von Diktatoren

  • Gaddafi war besser, als das was die Lybier heute haben und in naher Zukunft bekommen werden.

    Der Frühling ist längst zu einem tristen Herbst verkommen und der alte satte Führer wurde durch neue Dispoten ersetzt, die sich jetzt erst einmal satt machen müßen.

    Gaddafi war böse, weil uns die Medien und Politik erzählt haben, das er böse ist. So wie alle nordafrikanischen Führer mußte auch Gaddafi ausgetauscht werden.

  • Unfassbar, was Telefonica-O2 da gemacht hat!
    Das ist nicht einmal unter Umständen verständlich!

    Diese Dame hat doch anscheinend persönlich mit der Familie zu tun gehabt?
    Sie redet von IHRER Erfahrung und darüber wie SIE behandelt wurde und die Familie kennengelernt hat?
    Das hätte man bei weitem auch anders klären können.

    Ich HASSE dieses Aufgespiele und dieses Exempel statuieren in den Medien!!
    Hinter solchen Dingen steckt viel viel mehr als man nach vorne sieht.

    Das ist kein „Wir wollen nicht damit verbunden werden“.
    Das ist Verblendung und Unkenntlichmachung von Tatsachen

    Gaddafi MUSS JETZT ENDLICH der böse Mensch sein.
    Wichtig: FÜR ALLE.

    Ich wüsste (informationshalber) gerne:
    1)
    Was passiert denn mit dem Geld, dass er Weltweit auf den Banken und sonst wo hatte?

    2)
    Wie viel Öl gibts in Libyen?

    3)
    Geht Amerika dann wieder aufräumen……………………..?

  • @Camouflage und Anonymous:

    Gehts noch? Hier wurde niemand ausgetauscht, das Volk hat gegen ihn rebelliert. Wer sind die neuen Machthaber, die sich „satt essen“? Was für lahme Propaganda hier wieder kommt…

    Das Geld von Big G geht übrigens in den Wiederaufbau, nur so als Info:
    http://www.stern.de/politik/ausland/eingefrorene-konten-des-libyschen-ex-diktators-rebellen-freuen-sich-auf-gaddafi-milliarden-1722988.htm

    Die nordafrikanischen Revolutionen sind von einem Volk ausgegangen, das Perspektivlosigkeit und Armut satt hatte, während ihre Führer im Luxus schwelgten. Kein wunder dass unser kleines Alice Model fand, dass in Libyen alles in Butter sei und alle so nett waren: Sie hat ja nur die Innenräume von Palästen und Luxushotels kennengelernt. Ihr glaubt doch wohl nicht, dass die auch nur einmal mit einem normalen armen Libyer Kontakt hatte. Wenn so jemand seine naive Meinung ausdrückt, dann kann das einer Firma durchaus peinlich sein.

  • Letzt endlich mal wieder ein klarer Fall von „einfach mal die Klappe halten“. Nichts desto trotz bin ich auch der Meinung, dass hier etwas über reagiert wird. Da wäre allerdings Opfer des Gaddafi-Clans sicherlich anderer Meinung.

  • Freie Meinungsäußerung hat überhaupt nichts damit zu tun, dass diese Äußerung auch Konsequenzen mit sich ziehen kann.

    Wenn Ehemann zu Ehefrau sagt: „Du bist hässlich“ ; Dann hat das zur Folge, das Ehefrau sich scheiden lässt. Obwohl der Ehemann „nur“ seine Meinung geäußert hat.

    Frau Alice ist hier ein Geschäftsverhältnis mit o2 eingegangen… wenn man dann mit dem Sohn eines (wenn auch nur in den Medien) konstituierten Diktators korpuliert und es öffentlich preisgibt… da muss man wohl nichts mehr zu sagen.

  • Warum ist das 4 Jahre lang kein Problem für o2, jetzt aber schon?
    Wäre der Job geblieben, Vanessa hätte gesagt: Ich finde Frauen erotischer? Ich mag SM?

    Aber gut, wir kennen die Verträge nicht – vielleicht schaltet o2 ja in Lybien neue Störsender.

  • @#27: Dem kann ich nur absolut zustimmen.. man hat ihr ja nicht den Mund verboten.. also was hat das bitte mit freier Meinungsäußerung zu tun? Diese bedeutet nicht, dass man einen Freibrief hat zu sagen was man will und dafür nicht die Verantwortung tragen zu müssen. Wenn O2 ihre Aussage für die Außenwirkung des Konzerns schädlich fand, dann kann ich die Reaktion durchaus nachvollziehen. Allerdings vermute ich auch, dass man sie sowieso loswerden wollte..

  • @ #24 Dr. D. schrieb am 01.11.2011, 15:22:

    Wat laberst Du denn für nen Müll?

    Die neuen Machthaber, oder Diktatoren in Spe, werden jetzt erst einmal wieder satt werden wollen. So wie bei uns auch jeder Politiker erst einmal satt werden will, wenn er neu einen Posten inne hat.

    Den Sturz Gaddafis als Revolution zu bezeichnen, ist ansich schon lächerlich. Gaddafi wurde von westlichen Kräften rausgebombt, die Rebellen -oder nennen wir sie besser Terroristen- hätte Gaddafi schnell wieder in den Griff bekommen.

    Fakt ist, aus Nordafrika werden JETZT islamistische Gottesstaaten in der die Scharia über dem von Menschen gemacht Gesetz steht.

    Es ist das passiert, was damals auch im Iran passiert ist. Und es waren politisch gesehen, die gleichen hirnlosen Windbeutel, die dies unterstützt haben. Duschke und co.

    Ich freue mich schon auf die ersten Hinrichtungen von Ehebrechern, Homosexuellen oder dem verstümmeln von Dieben. Nicht weil ich die Strafen toll finde, sondern weil jedes Opfer ein Schlag ins Gesicht der realitätsverdrängenden Spinner ist.

  • Nunja, das werden wir sehen. Wenn es passiert: Asche auf mein Haupt. Wenn sie es tatsächlich zu Demokratie und einem halbwegs geordneten Staat schaffen, lag ich richtig. Die Zeit wird es zeigen.

  • Es gab für das Unternehmen gar keine andere Möglichkeit als sie zu feuern. Egal ob es Privatleben ist oder nicht.

    Anderes Beispiel.

    Mal angenommen, „Blümchen“ (Piep piep kleiner Satelit) macht Werbung für Kinder Überraschung und tanzt im Videospot rum und singt mit kleinen Kindern. Irgendwann dann erwähnt sie, dass sie im Privatleben auf Sado Maso Spielchen steht. Auch in diesem Fall würde dem Unternehmen gar nichts mehr anderes übrig bleiben als ihr zu kündigen, da sie mit dem Image der Marke unvereinbar wird.

  • NIEMALS wird das Geld komplett wieder in den Wiederaufbau gehen 😀
    In was für einer Welt lebst du bitte? (Ganz ohne dich angreifen zu wollen, ehrlich.)
    Selbst rein aus empirischer Sicht wird das Ganze kein faires/richtiges Ende nehmen. Da bin ich mir sicher.

  • Ich frage mich gerade ernsthaft wo man als 18 -19jährige einen Diktatorsohn kennenlernt. Ich kursiere in den falschen Kreisen:-D

  • “…Sympathie mit dem Gaddafi-Clan: “Seine Familie, seine Brüder sind nicht so, wie sie immer dargestellt werden. Das sind ganz normale Menschen.”…”

    Dummerweise hat diese Frau zum Teil auch noch recht. – Angehörige von diktatorischen Regimes und deren Anhänger sind dem westlichen Normalbürger oft ähnlicher als dieser es wahrhaben will. Die sog. “Banalität des Bösen” (Hannah Arendt (*1)) ist wohl doch leider Realität. Auch das Zitat “…Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient…” (Graf von Maistre (*2)) ist sicher nicht ganz falsch. Dass auch normale (guterzogene) Menschen unter bestimmten Bedingungen grausames Verhalten zeigen können, hat das berühmte “Milgram-Experiment“ (*3) glasklar bewiesen…

    (*1)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hannah_Arendt
    (*2)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Marie_de_Maistre
    (*3)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment

    Eine positive Zukunft von Libyen scheint auch nach dem Tod von Gadaffi in weiter Ferne zu sein:
    (WELT) – “Libyen, allein mit Gott”
    http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article13689022/Libyen-allein-mit-Gott.html

  • @Anonymous: Schöne Ergänzung. 😉 Vergessen sollte man dabei auch nicht, dass sich jeder Mensch in Kriegszeiten anders verhält als in Friedenszeiten. Und dass jeder für ihn schöne Menschen anders behandelt als hässliche. Trotzdem sollte man mit 23 wissen, was ein Diktator ist und wie eine Diktatur funktioniert. Die Dame hat ihre persönliche Sicht der Dinge aufgezeigt und dabei die andere Seite nicht bedacht. Das war einfach naiv.

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