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Wir erreichen 1,1 Millionen Menschen über zwei Facebook-Ecken, theoretisch

Es gibt so Tage, an denen ein Thema vorherrscht. Heute scheint es Facebook zu sein. Erst gibt es Gerüchte um ein Smartphone mit Facebook-Oberfläche, dann gibt es eine neue Statistik des Social Networks, die die Welt ein wenig kleiner macht. Und dann präsentierte sich das Netzwerk mir heute mit diesen neuen, interessanten Statistiken, die ihr oben im Screenshot seht. Was ich dabei am interessantesten finde: Basic Thinking hat gut 4.300 „Fans“ auf Facebook und 1,1 Millionen „Freunde von Fans“.

Letzteres ist laut Facebook die Zahl der Menschen, die wir über unsere Facebook-Seite maximal erreichen können. Wenn auch nur in dem Fall, dass wirklich jeder unserer „Fans“ (ich tu mich schwer mit dieser Bezeichnung) eine Meldung von uns verbreitet und jeder ihrer Freunde ebenfalls. 1,1 Millionen, das ist eine imposante Zahl, wie ich finde. Und das allein über zwei Ecken. Zählten wir noch zwei weitere Ecken dazu, würden wir fast die ganze Facebook-Welt erreichen. Behauptet zumindest das Netzwerk in einer interessanten Studie in Zusammenarbeit mit der Universität Mailand.

Demnach sind 92 Prozent der Facebook-Nutzer über vier Ecken mit allen anderen Facebook-Nutzern verbunden. 99,6 Prozent der Nutzer über fünf Ecken. Stanley Milgram überprüfte die Theorie, dass jeder mit jedem über sechs Ecken verbunden sei, im Jahre 1967. Das Ergebnis ließ sich allerdings nicht verifizieren. Die Werte des neuen Facebook-Experiments stammen noch aus dem Frühjahr 2011, als das Netzwerk eigenen Angaben zufolge 721 Millionen Mitglieder hatte. Das sind knapp 10 Prozent der aktuellen Weltbevölkerung. Um den Rest auch noch zu erreichen, bedürfte es also noch einer Ecke mehr. Was man dabei bedenken muss: Frigyes Karinthy, der Urvater der Kleine-Welt-Theorie, stellte diese bereits 1929 auf. Damals hatte die Welt gerade erst die Schwelle von 2 Milliarden Menschen erreicht. Heute wohnen 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten. Karinthy könnte also am Ende Recht behalten haben.

Interessant dabei: Laut Facebook nimmt die Zahl der Ecken ab, über die jeder jeden kennt: 2008 waren es noch 5,28 Ecken, Anfang 2011 nur noch 4,74. Weiteres Ergebnis der Studie: 50 Prozent der Facebook-Nutzer haben mindestens 100 Freunde, nur 10 Prozent haben 10 Freunde oder weniger. Quintessenz des Ganzen? Die Welt wird kleiner, kontaktfreudiger – und Facebook gibt indirekt zu, dass „Freunde“ eigentlich nur Kontakte sind…

(Jürgen Vielmeier, Grafiken: BT/Facebook)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

20 Kommentare

  • Steht da leider nicht. Die Reichweite jedes Facebook-Eintrags liegt zwischen 1.000 und 2.000 Lesern auf Facebook.

  • Alle paar Jahre wird eine ähnliche Theorie rausgekramt, mal sind es 4 Ecken, mal zwei, mal 6… In meinem Fall ist das so: Ich (bin bei Facebook) habe Matussek (ist Facebook) interviewt, Matussek hat den Papst (der bei Facebook ist) letztens begleitet, der Papst kennt Gott und Gott kennt alle. 4 Ecken. Ist Gott bei Facebook?

  • Ich glaube, es reicht, wenn jeder eurer “Fans” eine Meldung von euch verbreitet und jeder ihrer Freunde Sie liest.

    Denn angenommen jeder eurer 4332 Fans hätte 255 Freunde, wären die 1,1 Mio schon erreicht.

  • Stimme Tobi [#6] zu. Die Freunde der Fans müssen nicht auch noch selber was schreiben, das Lesen der „weitergereichten“ Meldung durch alle eure 4.300 Fans reicht bereits (theoretisch) aus, um die 1,1 Mio. zu erreichen.

    Edit: Viel interessanter ist es doch aber, ob die 1,1 Mio. wirklich _unterschiedliche_ Menschen sind, da Fan 1 und Fan 2 ja einen gemeinsamen Freund (Nicht-Fan) haben könnten. Wird das quasi raus gefiltert?

  • Lol. Meine kleine schweizer Fanseite einer längst toten Fernsehserie erreicht 2,280,359 Menschen… 😉 Und ich bewirtschafte das Ding beinahe gar nicht (~5 Posts in 2 Jahren). Irgendwas macht ihr falsch 😉

  • Die Rechnung mit 2 Ecken versteh ich auch nicht. Meiner Meinung nach ist die Zahl die Menge der Freunde aller Fans. Es reicht also wenn jeder der Fans das Ding postet und alle ihrer Freude es lesen. (nicht nochmals posten)

  • Interessantes Feature! Besonders im Länder-Vergleich:

    deutsche Fanpage: 1,379,844
    asiatische Fanpage: 2,590,321

    und das bei fast gleicher Fan-Anzahl. Die Asiaten sind wohl noch etwas kontaktfreudiger.

  • Schön -vor allem der Satz „Facebook gibt zu, dass Freunde eigentlich nur Kontakte sind.“ Dies relativiert die Reichweite wie ich finde. Lieber bessere, reale Freunde im real Life statt endlos lange Listen von „irgendwann mal getroffenen&nicht mehr relevanten Kontakten.“

  • Und im Endeffekt handhabt doch facebook doch eh jeder anders. Ob es nun echte Freunde oder nur Bekanntschafen sind macht da doch keinen Unterschied.
    Wobei die Frage zum Thema Freundschaft eh eine Sache für sich ist. Besonders im „Social Web“.

    Greets

  • Diese maximale Reichweite wird ist sehr theoretisch, denn praktisch hat man Glück wenn einer von hundert deine Nachricht teilt. Das ist zumindest bei mir so.

  • Irgendwie kann ich mir das überhaupt nicht vorstellen. Demnach wäre die Welt ja noch kleiner, als sie eh schon ist. Ja, dass die meisten Freunde Kontakte sind ist wohl richtig. Wenn man sich mal überlegt, wieviele seiner gut 300 Freunde man eigentlich so richtig kennt und zu wievielen Leuten man eigentlich gar keinen richtigen Kontakt hat. Aber alles in allem ist Facebook eine super Sache!!

  • Manchmal finde ich die Macht von Facebook wirklich etwas beängstigend. Trotzdem liebe ich dieses Soziale-Netzwerk und nutze es auch gerne, solange man nicht zuviel von sich Preis gibt ist dagegen ja auch nichts einzuwenden

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