Kamerahandys? Warum will Panasonic zurück auf den europäischen Markt?

Jürgen Vielmeier

Smartphones sind selbst auf eigentlich gut versorgten Märkten noch eine wahre Goldgrube. Muss sich zumindest Elektronikhersteller Panasonic denken. Die Japaner hatten schon einmal Mobiltelefone im Programm, zogen sich aber 2006 davon zurück. Seit diesem Jahr verkauft Panasonic in Japan wieder Android-Smartphones und im Frühjahr 2012 will man zurück nach Europa und Android-Smartphones verkaufen, meldet Nikkei Business Daily. Warum nur?

Es ist nicht gerade so, dass es nicht schon eine Menge Anbieter hier gäbe: Samsung und Apple liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Marktführerschaft, Nokia und RIM (Blackberry) mussten in diesem Jahr herbe Verluste hinnehmen, für HTC und LG bleibt der Markt angespannt, Sony muss sich strecken, um das zu retten, was vom bald endenden Jointventure Sony-Ericsson noch übrig ist. Es gibt Nischenanbieter wie Acer und Motorola. Und dann schippern mit Huawei und ZTE zwei chinesische Anbieter nach Europa, die die Konkurrenz mit Billigware aufmischen wollen. Wo bitte soll da für Panasonic noch Platz sein?

Kamera-Handys eine Nische, aber nicht in der Form

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Das „Handelsblatt“ spekuliert, Panasonic könnte das Lumix Phone 101P bald nach Europa bringen, das es in Japan schon gibt. Das ist nicht zu verwechseln mit Nokias neuer Lumia-Reihe, soll sich aber durch seine Kamera hervorheben. Und die ist in der Tat auffällig. Ein 13,2-Megapixel-Sensor befindet sich im Lumix Phone 101P und eine zumindest dem Aussehen nach große, lichtstarke Linse. Unter der Haube werkelt ein 1-GHz-Prozessor (Dual Core), was inzwischen Standard ist. Der Touchscreen (LCD) auf der Vorderseite ist 4 Zoll groß. Das Gehäuse soll wasserdicht sein, eine Frontkamera ist nicht eingebaut. Betriebssystem ist Android 2.3.

Bis auf die Megapixelzahl und die große Linse liest sich darin nichts, was sich von der Konkurrenz absetzt. Dabei wäre allein die Funktion, Fotos einer guten Kamera direkt ohne Umweg auf Facebook und Co. hochzuladen allein schon fast ein Smartphone wert. Wenn man den Schwerpunkt wirklich auf Kamera-Handys legen will, fehlt aber schon im Lumix Phone 101 ein optischer Zoom. Panasonic will bis zum Jahr 2015 so stark sein, dass man von den weltweit erhofften 7,5 Millionen Smartphones die Hälfte im Ausland verkauft. Das durchaus urige Design in allen Ehren: Aber ich glaube nicht, dass das etwas wird.

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(Jürgen Vielmeier, Foto: Panasonic)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.