Wird Facebook einen Israeli verklagen, der Mark Zuckerberg heißt?

Jürgen Vielmeier

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Vor zwei Wochen hieß er noch Rotem Guez: ein Israeli hat sich wohl aus Marketinggründen angeblich den neuen Namen Mark Zuckerberg gegeben. Heißt es zumindest auf der Website seines Unternehmens, dem Like Store. Der Name sei rechtlich genehmigt und offiziell eingetragen, lautet der Text dort auf der Website. Es gibt ein angebliches Beweisfoto (oben) und ein Video. Und wenn nichts mehr groß dazwischen komme, so das Unternehmen, werde Guez nun für den Rest seines Lebens Zuckerberg heißen.

Und damit genauso wie der Gründer des weltbekannten Social Networks Facebook, das der neue Zuckerberg noch unter dem Namen Guez im Januar zum ersten Mal verklagt hatte. Angeblich, weil das Netzwerk nichts dagegen unternahm, sein gehacktes Profil wiederherzustellen. Im September klagte Facebook zurück: Guez‘ Like Store verstoße gegen Facebooks Geschäftsbedingungen, indem es Fans und Likes gegen Geld anbiete. Solche Praktiken, für die es mehrere Anbieter gibt, wurden in Deutschland etwa im Zuge der Initiative Pro Guttenberg bekannt. Facebook drohte am 14. Dezember erneut mit einer Klage, offenbar noch nicht wissend, dass man damit einen Mark Zuckerberg verklagen würde.

Das war offenbar das, worauf es Rotem anlegte: Dass Facebook es entweder nicht wagen würde, jemanden zu verklagen, der genauso heißt wie der eigene Firmengründer. Oder dass eine derart kuriose Klage zumindest ein großes Medienecho hervorrufen würde. Zuckerberg II filmte seine Namensänderung mit der versteckten Kamera (oben). Die Beamtin hat Bedenken, weist Guez darauf hin, dass dadurch eine Verwechslunsgefahr bestünde, die Änderung auch seine Familienmitglieder beträfe und er seinen Namen danach sieben Jahre lang nicht ändern könne. Guez hält dagegen, dass „Zuckerberg“ und „Mark“ doch jüdische Namen seien. Am Ende darf er die Namensänderung unterzeichnen.

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Website von „Zuckerbergs“ Like-Store: 1.000 Likes für 90 Dollar

Zuckerberg IIs Like Store verkauft „Verkaufsförderungsmaßnahmen“ für diverse Social Networks. 1.000 Likes auf Facebook etwa kosten 90 US-Dollar, 1.000 +1 für Google Plus 125 Dollar. Weitere Promotions gibt es für Soundcloud oder dafür, um den eigenen Website-Traffic künstlich aufzublähen. Facebook hat gut daran getan, diesen Kuhhandel zu unterbinden. Zur Namensänderung Guez‘ hat sich das Social Network noch nicht geäußert. Ich schließe die Möglichkeit noch nicht ganz aus, dass die Namensänderung nur vorgetäuscht ist. Wenn nicht, ruft das bei mir Kopfschütteln hervor. Wie weit muss man gehen, um sein eigenes Unternehmen bekannt zu machen…

(Jürgen Vielmeier, Bild: Aviv Shiloh & Roy Tal)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.