SSD-Adipositas: Wenn Umfang auf Kosten der Geschwindigkeit geht

Christian Wolf

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Innerhalb der letzten 20 Jahre wurden die einst massenhaft verwendeten Magnetbänder und Disketten irgendwann durch CDs, DVDs oder USB-Sticks ersetzt – als Standardspeicher nahezu unangetastet geblieben ist jedoch die klassische Magnetfestplatte mit ihren mechanisch angetriebenen Schreib- und Leseköpfen. Aus gutem Grund: Kein einziges der seit einigen Jahren erhältlichen SSD-Laufwerke bietet auch nur annähernd gleiche Kapazitäten zu ähnlichen Preisen.

Der größte Flash-Speicher, den ich gerade auf die Schnelle in einem Online-Shop gefunden habe, kommt etwa auf vergleichsweise mickrige 512 Gigabyte – und kostet irgendwas um die 630 Euro. Ein reguläres Magnet-Modell mit 3 Terabyte Speicherplatz ist hingegen schon für 180 Euro zu haben – macht unter dem Strich also das Sechsfache der Ablagefläche für weniger als ein Drittel des Preises.

Aber natürlich: Eigentlich ist ja die Geschwindigkeit das Metier der SSD – die Größe wird über die nächsten Jahr schon noch kommen. Dachte ich zumindest bisher.

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Wird sie aber wohl leider doch nicht.

Denn der Geschwindigkeitsvorteil bliebe dabei auf der Strecke – jedenfalls, wenn weiter miniaturisierte Formen der heute verwendeten Flash-Chiptypen SLC, MLC beziehungsweise TLC zum Einsatz kämen, bei denen sich 1, 2 beziehungsweise 3 Bits pro Speicherzelle unterbringen lassen. Und auch die Bit-Fehlerraten würden durch die gesteigerte Aufnahmefähigkeit deutlich ansteigen. Das sagt eine in Zusammenarbeit mit Microsoft erstellte Studie der University of California zur Zukunft der NAND-Technologie, bei der 45 Flash-Bausteine von sechs verschiedenen Herstellern untersucht worden sind.

Gelänge es demnach etwa, die Größe einer aktuell verwendeten Flash-Zelle von heute üblichen 25 nm auf den kleinsten nach gültigen ITRS-Industriestandards zulässigen Wert von 6,5 nm zu schrumpfen, wären nach Berechnungen der Autoren zwar theoretisch SSDs mit Kapazitäten von bis zu 14 Terabyte machbar. Diese würden sich in ihren Zugriffszeiten und Übertragungsraten aber gleichzeitig kaum noch von normalen Festplatten unterscheiden und damit die wesentlich höheren Kosten nicht rechtfertigen.

Die SSD sei damit in einer ungewöhnlichen Position für eine Zukunftstechnologie: Während sie gemessen am zunehmenden Speicherbedarf immer attraktiver würde, gehe gleichzeitig ihr Hauptvorteil verloren, so die ernüchternde Bilanz.

Die klassische Platte bleibt uns daher offenbar noch ein wenig erhalten – zumindest überall dort, wo große Speichermengen abgelegt werden sollen und müssen. Analog zu Elektro- und Benzinmotor ist damit wohl auch hier ein Hybrid-Modell aus Kosten-Nutzen-Sicht auf absehbare Zeit weiterhin der Goldstandard: SSD-Startlaufwerk plus klassischen Magnet-Massenspeicher.

(Christian Wolf; Bild: Rolf van Melis / pixelio.de)

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Christian Wolf wird am Telefon oft mit "Wulff" angesprochen, obwohl er niemals Bundespräsident war und rast gerne mit seinem Fahrrad durch Köln. Er hat von 2011 bis 2014 für BASIC thinking geschrieben.