Zyngas Spieleplattform ist gestartet, ohne Facebook geht fast nichts

Jürgen Vielmeier

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Vergangene Woche haben wir vorgestellt, was Zyngas Strategie hinter einer eigenen Spieleplattform ist. Heute ist sie live gegangen. Kurz gesagt: Ja, es klappt. Man kann Spiele wie Castle Ville statt auf Facebook auch sehr gut direkt auf Zynga.com spielen. Eine Verbindung mit Facebook ist dennoch weiterhin Bedingung. Findet man neue Freunde zum Spielen, werden diese aber nicht automatisch zu Facebook-Freunden. Zynga macht sie zu Mitgliedern eines eigenen Social Networks – ein Teil des Plans, sich von Facebook abzunabeln.

Zynga hat für die neue Plattform den Social Stream von Facebook kopiert. Hier laufen natürlich nur Spiele durch, was höchstens für Fans interessant, für andere aber nicht gerade spannend zu sehen ist. Wie auf Facebook aber auch, kann man die Aktivitäten der Freunde kommentieren und liken. Rechts im Bild erscheint künftig der zFriends Messenger: Hier kann man sich mit anderen Gamern unterhalten und neue Freunde zum gemeinsamen Spielen kennenlernen. Interessante Vorschläge, die Zynga mir hier macht: eine Frau mit einem ukrainischen und ein Mann mit einem litauischen Namen, die ich angeblich kennen soll. Mehr oder weniger clevere Taktik von Zynga, sich ein eigenes Netzwerk aufzubauen.

Was angenehm ist: Bei der Anmeldung via Facebook kann man Zynga verbieten, Meldungen im eigenen Namen zu posten. Das würde bedeuten: Die Facebook-„Freunde“ werden in Ruhe gelassen, und es werden nur Menschen wie das ukrainische Mädel und der litauische Typ mit Aktivitäten und Anfragen belästigt. Die Community bleibt unter sich. Dennoch muss man sich für jedes Spiel, das man auf Zynga.com spielt, zunächst via Facebook registrieren. Da Zynga auch Spiele für Google Plus bereitstellt und Google einen Anteil an der Spieleschmiede hält, dürfte eine baldige Anmeldung via Google Plus wohl der nächste Schritt sein.

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Zynga geht hier kein Risiko ein: Auf bisherigen Plattformen bleibt man mit den eigenen Spielen aktiv, Zynga.com ist nur ein Zusatz. Zu einem Problem könnte höchstens werden, dass Spieler Social Games irgendwann über haben. Zwar kommen täglich neue Social-Network-Nutzer hinzu; Facebook und Co. wachsen aber nicht mehr so stark. Ich persönlich kann keine Social Games mehr sehen; wenn die Masse es anders sieht, kann Zynga weiter gedeihen, egal auf welcher Plattform.

(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.