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Google Drive ist da: Ordentlich als Cloud-Speicher, besser als moderne Office-Variante – und als Filesharing-Client


Heute Vormittag erreichten uns schon die Vorboten, jetzt hat Google seinen Cloudspeicher Drive auch offiziell vorgestellt. Sah es heute Morgen noch so aus, als würde Drive als bloßer Speicher in Google Docs integriert, hat Google nun doch eine kleine Überraschung parat: Es ist in Wirklichkeit anders herum.

Google Drive wird ein Filesystem, aus dem heraus man Office-Dokumente erstellen kann (die Funktion von Docs), sowie Bilder, Dokumente oder Videos teilen. Was Google da präsentiert, ist eigentlich eher eine Art Groupware. Zugang zu den Dateien hat nicht nur man selbst, es soll auch sehr einfach sein, das mit seinen Freunden zu teilen. „Soll“ schreibe ich deswegen, weil Google Drive mich auf dem Mac derzeit noch nicht reinlässt. Ihr habt hoffentlich etwas mehr Erfolg damit. Was interessant klingt: Google Docs soll sich um externe Apps erweitern lassen und damit in Kürze etwa Faxe (!) verschicken oder Videos bearbeiten lassen. Und gerade diese Möglichkeiten könnten Drives Killerfeatures sein.


Kurz nach dem Start teilte mir das Unternehmen hinter der Videoschnitt-Software WeVideo per Mail mit, dass man bei Google Drive dabei ist: Videobearbeitung aus Google Drive heraus. Auch große Dateien sollen sich via Drive in GMail einbinden und mit anderen teilen lassen und müssen dann nicht direkt per Mail verschickt werden. Dokumente lassen sich im Volltext durchsuchen; das frühe Stadium einer neuen Bilderkennung will (ungefähr) herausfinden, was auf dem Bild zu sehen ist.

Ein wenig Verwirrung stiftete Google selbst, indem man im Laufe des Tages die heute früh vorgestellten Preise für den Cloud-Speicher noch einmal veränderte. Kostenlos gibt es nach wie vor die 5 GByte für Google Drive plus künftig 10 GByte für GMail (statt bislang 7,5 GB) und 1 GByte für Picasa. Für 2,49 US-Dollar im Monat gibt es künftig 25 GByte für Drive und Picasa, sowie 25 GByte extra für GMail. Für 4,99 Dollar im Monat sind es 100 GByte für Drive und Picasa sowie 25 GByte für GMail. Weiter geht’s auf Wunsch in mehreren Schritten bis hin zu 16 TByte (!), was allerdings auch mit saftigen 799 Dollar im Monat zu Buche schlägt.

Die Preis-Übersichtsseite teils auf Deutsch, teils auf Englisch und mit Dollar-Preisen deuten darauf hin, dass es hier wohl noch weitere Änderungen geben wird. Passend zum Start von Drive hat Google einen Desktop-Client für Windows und Mac vorgestellt, der dem des bisherigen Vorreiters Dropbox sehr ähnlich sieht. Es gibt eine App für Android und in Kürze auch für iOS.


Während ich diese Zeilen schreibe, lade ich ein Video zu Google Drive hoch und werde es mit einigen Freunden über GMail teilen. Google kontrolliert derzeit nicht, ob ich die Rechte an dem Video besitze oder nicht. Auch dass das Video länger ist als die von Google als Grenze ausgeschriebenen 15 Minuten, scheinen kein Problem zu sein. Macht das Drive auch zu einem Rapidshare-Konkurrenten? Was sagen die Urheberrechtswächter dazu? Das wird noch spannend zu sehen sein. Vor allem wird ein in Google Drive integriertes Google Plus so noch einmal richtig interessant…

tl;dr

Für den Anfang scheint Google Drive einen ganz ordentlichen Cloud-Speicher auf Linie mit Dropbox, Wuala, SugarSync oder SkyDrive zu bieten. Interessanter sind die erweiterten Office-Funktionen. Auch das Tauschen und gemeinsame Bearbeiten von Dateien wird jetzt einfacher. Interessante Apps werden in Drive integriert.

(Jürgen Vielmeier, Bilder: Google)


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Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

26 Kommentare

  • Ich freue mich total über Google Drive. Dürfte früher oder später meine Dropbox ablösen. Da ich vorher schon 80GB gekauft hatte, darf ich diese auch für jährliche 20 Dollar behalten und habe somit 85 GB Cloud Speicher bei Google. Das ist ordentlich und deutlich mehr als meine 25GB bei Dropbox.

    LG Stefan

  • Habs heraus gefunden ich hatte immer noch die Classic Ansicht drin, deshalb wurde mir der Download nicht angezeigt!Jetzt klappts,danke aber dennoch!

  • Könnt ihr mir den Nutzen dieses Dienstes näher bringen?

    Wofür benutzt ihr das selbst? Ich wüsste wirklich nicht wozu ich meine Daten auf Webservern von zu groß geratenen Unternehmen parken sollte. Ein Hackerangriff oder sonst was und alles ist weg.

  • Hallo,
    wenn diese Idee wirklich so umgesetzt wird, dann ist es eine echt tolle Sache. Die Frage die ich mir aber stelle ist, wenn Megaupload und Co. zuletzt wegen diverser Filesharings aus dem Betrieb genommen wurden, wie kann Google es verhindern das über ihr Cloud-System keine illegalen Dinge geteilt werden? Oder hab ich etwa das System von Google falsch verstanden?
    Liebe Grüße

  • @ #6
    Ich nutze es zB, um Dateien zwischen meinem Mac und meinem Macbook synchron zu halten (also Sachen, die ich auch unterwegs mal benötige), außerdem brauch ich einige Sachen auch im Büro, also werden bestimmte Dropbox Ordner auch dort synchron gehalten.

    Das coole dabei ist, dass man sich keine Gedanken machen muss, auf welchem Rechner jetzt die aktuellste Version war, das ich keine USB-Sticks oder Ähnliches rumtragen muss, die ich sowieso ständing verliere :), und das alle Dateien auch auf meinem Handy aufrufbar bin und bin ich mal an einem fremden PC, brauche eine Datei aus meiner Dropbox, benutz ich die Webapp, oder umgekehrt, wenn ich dort eine Datei habe, die ich auch zu haue benötige, lad ich sie einfach über die Webseite hoch (selber eine eMail schreiben, wo dann meistens die Upload Größe beschränkt ist, fällt also auch weg 🙂

  • @7 Regina

    …wie kann Google es verhindern das über ihr Cloud-System keine illegalen Dinge geteilt werden? ….

    Natürlich kann es Google kaum verhindern das du mit einigen Freunden etwas Teilst , wie es auch andere Cloud Dienste zb. Dropbox nicht Verhindern können.
    Trozdem gibt es einen großen Unterschied zu üblichen Filehostern , du kannst nichts Anonym ohne Anmeldung Down – oder Uploaden.
    Sollten also plötzlich 100 Leute eine Datei ziehen oder diverse Links auf Linkseiten Auftauchen wird Google sich das bestimmt näher Ansehen, auch werden sie sicher die IPs Speichern.

  • Google Drive: Onlinespeicher von Google startet mit 5 GB kostenlos…

    Google Drive: Google startet Onlinespeicher (Foto: ryasick | Photos.com) Google startet seinen lang erwartetes Onlinespeicher-Angebot “Google Drive”. Die ersten 5 GB gibt es kostenlos. Mountain View – Der Internetkonzern Google hat de…

  • Habt ihr euch mal die AGB genauer angeschaut?
    http://cbrueggenolte.de/2012/04/google-drive-mit-attraktivem-preismodell-und-einem-faden-beigeschmack/

    Das Google Profile für Werbezwecke erzeugt gehört zu ihrem Geschäftssystem und das finde ich als „Bezahlung“ auch ok, wenn man deren Dienste wirklich braucht und nutzen will. Aber das Google sich die Rechte an den Daten gibt….naja, das kenne ich sonst nur von Evernote und FB in der Form. 🙂
    Es gibt ja auch viele sichere Alternative, Strato Hidrive (welche ziemlich günstig ist im Vergleich zu Dropbox z.B.), Wuala, Teamdrive….

  • Ich vermisse noch die iOS Apps, immerhin ist die Cloud dazu da, meine Files überall und mit jedem Gerät erreichen zu können.

    Sonst gefällt mir Google Drive ziemlich gut, weniger Aufwand, wenn alles unter einem Account erreichbar ist (natürlich ohne die Sicherheitsbedenken zu vergessen).

  • In den 80ern ist man noch wegen der Volkszählung auf die Straße gegangen. Heute stellt man multinationalen Konzernen seine privaten Daten zur freien Verfügung, die öffentlich bekannt geben, dass sie mit der CIA und NSA eng zusammenarbeiten. In was für einer Welt leben wir eigentlich langsam?

  • @14 Michael Mehr
    …“In den 80ern ist man noch wegen der Volkszählung auf die Straße gegangen. Heute stellt man multinationalen Konzernen seine privaten Daten zur freien Verfügung“…

    Tja die „Mächtigen“ haben dazugelernt wie man die Leute Manipulert, hätte der Staat jeden Volksgezählten in den 80zigern diese auf der Steuererklärung verrechnen lassen und in einer Volkszählungs Tombola reichlich Autos und Häuser verlost wäre der Aufruhr wohl ausgeblieben.
    Heute reicht vermeindlich „kostenloser“ Onlinespeicher in der „Wolke“, das hat schon etwas von nur die Braven welche nichts zu Verbergen haben kommen „in den (Google, Microsoft oder Apple) Himmel“, der Rest in die „Hölle“. 😉

  • Ich denke, dass die genaue Nachvollziehbarkeit der Herkunft der Daten einige Leute abschrecken wir etwas illegales zu tun, was ja im Endeffekt nicht verkehrt ist.

    Jedoch ist die Sorge sicherlich nach wie vor berechtigt, ob man einem einzigen Konzern alle seine Daten anvertrauen sollte und was damit angestellt werden kann.

    Man sollte eben nur Daten bei solchen Diensten hochladen, mit denen sowieso jeder machen können sollte, was er will und bei denen es nicht schlimm ist, dass diese eventuell auch von anderen gesehen werden können.

  • @16 Filmius
    „Ich denke, dass „die genaue Nachvollziehbarkeit der Herkunft der Daten einige Leute abschrecken wir etwas illegales zu tun, was ja im Endeffekt nicht verkehrt ist.

    Die Frage der Zukunft ist doch „Deffiniere“ Illegales, wenn Konzerne, Banken , Versicherungen und der Staat seine Bürger ständig und überall „Durchleuchten“?
    Ich glaube auch nicht das diese Zukunft „lebenswerter“ wird durch immer mehr Einschränkungen und gesellschaftliche Verbote wie sie zur Zeit mehr in Mode kommen. Schon heute werden quasi Verbote und Einschränkungen der Freiheit einfach zu klaglos hingenommen, da disskutiert man um immer mehr Gesetze zu
    – Rauchen, Alkohol
    – Grillverbote in Parks
    – Kampfradler ….
    oder halt nur einfach alles was irgentwie Stört oder dem Saat noch mehr Bußgelder bringen könnte.
    Werden wir demnächst wir anfangen Radfahrer, Falschparker, Ehebrecher oder Menschen die Nachts bei Rot über die Ampel geht per Internet zu jagen?
    Schlimm könnte es zukünftig für Menschen mit Krankheiten oder nur einen Gen Defekt werden.

  • Insgesamt ein tolles Angebot. Gerade 5 Gb als kostenloses „Lockangebot“ sind nicht zu verachten und reichen für den Datenaustausch zwischen PC und Handy ja meist vollkommen aus. Selbst für den Datenaustausch zwischen Laptop und Desktop-Rechner ist 5Gb super, wenn man beispielsweise wirklich Dokumente tauschen will.

    Allerdings ist das ganze natürlich auch mit Vorsicht zu genießen, denn wenn man als Unternehmen (und als Kleinunternehmer zähle ich ja auch dazu) anfängt, dort Dokumente mit Kundendaten zu speichern, gerät man schnell in Probleme bezüglich Datenschutz.

  • @Georg: vielleicht besser einen Blick in die Nutzungsbedingungen werfen, die für alle Dienste und damit auch für Drive gültig sind, bevor man in Panik gerät :).

    http://www.google.de/intl/de/policies/terms/regional.html

    Abschnitt „Ihre Inhalte“. Google lässt sich genau die Rechte geben, die sie brauchen, um den jeweiligen Dienst anbieten zu können. Es gibt andere Aufreger bei Google (Datenschutzbestimmungen zum Beispiel), als dass man noch welche dazu erfinden müsste ;).

  • Gelungene Sache, könnte ganz groß werden! Mal schauen wie die User und Google damit umgehen wird. Gerade durch diese Art Filesharing und Urheberrechte wird es ein interessanter punkt bleiben.

  • Hallo,

    weiss jemand ob der gemietete Speicherplatz – also zB die 4,99 Dollar im Monat für 100 GByte – irgendeinen Einfluss auf den Speicher in der Google App „Google Sites“ hat? Picasa und Drive ist klar. Diesem Artikel zufolge auch der Extraspeicher für GMail – aber zu Google Sites habe ich keine Informationen gefunden….

    Hat das jemand mal ausprobiert?

  • Meiner Meinung nach ist dies eher interessant für Arbeitsgruppen von Firmen,die weltweit verteilt sind. Für private Nutzer ist es jedoch zu riskant. Und mal ehrlich, wer die Absichten von Google nicht erkennt,hat Tomaten auf den Augen oder ist ein Fanboy. Google will das Betriebssystem des Rechners ersetzen und eine Google-Verbindung erzwingen. Nicht alles was glänzt,ist Gold!

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