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Samsung Galaxy S III – Knaller oder Enttäuschung? Eindrücke aus London

Da ist es nun also: das neue Samsung Galaxy S III. Ein Highend-Smartphone, überhaupt keine Frage, aber irgendwie habe ich mir von dem neuen Flaggschiff aus dem Hause des südkoreanischen Elektronikkonzerns nach den ganzen Gerüchten im Vorfeld deutlich mehr versprochen. Ich ich wage an dieser Stelle einfach mal die These: wenn das Gerät ab dem 29. Mai in Deutschland und vielen anderen Ländern zeitgleich in den Handel kommen wird, dürften nicht alle Erwartungen erfüllt werden. Aber Vorsicht: Das ist Jammern auf extrem hohem Niveau.

Denn es bleibt auch festzuhalten, dass Samsung mit dem Galaxy S III noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht hat. Ich möchte euch an dieser Stelle nicht noch einmal mit den technischen Spezifikationen auflisten, denn Jürgen hat euch das Gerät gestern Abend ja bereits vorgestellt. Neben ein paar Fotos, die ich gestern bei der Produktpräsentation im Earls Court Exhibition Centre in London machen konnte – dort finden während der kommenden olympischen Sommerspiele übrigens die Volleyball-Duelle der qualifizierten Nationen statt – ist es mir auch möglich, ein paar nähere Einzelheiten zur Verarbeitung und den installierten Software-Neuheiten an euch weiterzugeben. Fangen wird an!

  1.  Die Verarbeitung – Wer damit gerechnet hat, dass Samsung ähnlich wie HTC neue Wege bei der Verarbeitung beschreitet, wird leider enttäuscht. Immer wieder fiel in der britischen Hauptstadt gestern unter den eingeladenen Bloggern und Journalisten das Wort „Plastikbomber“. Nicht zu Unrecht. Denn wie schon zum Beispiel beim Galaxy S II kommt eine Akku-Abdeckung aus Kunststoff zum Einsatz, die sich nicht sonderlich wertig anfühlt. Ein Vorteil wiederum ist, dass der Akku jederzeit austauschbar ist, eine normale SIM-Karte eingelegt werden kann und auch eine Speicher-Erweiterung per Micro-USBSD ermöglicht wird. Bemerkenswert ist auch, dass Samsung sich getraut hat, dem S III mit seinen auffälligen Rundungen einen deutlich feminineren Touch zu verleihen.
  2. Fehlende LTE-Unterstützung – Mir völlig unverständlich ist hingegen, dass Samsung sein neues Flaggschiff ohne funktionierende LTE-Unterstützung nach Europa bringen wird. Erst vor wenigen Tagen wurde damit begonnen, dass S II als LTE-Variante bei Vodafone zu vermarkten. Warum nun also keine LTE-Unterstützung beim S III? So richtig konnte oder wollte mir von Samsung niemand dazu etwas sagen. Gemessen daran, dass T-Mobile, Vodafone und Telefónica ihre LTE-Netze immer weiter ausbauen wäre eine gewisse Nachfrage am Markt doch sicher vorhanden!? Andererseits lässt sich Samsung durch den Verzicht weiter Luft nach oben, um einen weiteren Konter setzen zu können, wenn Apple im Laufe das Jahres das iPhone 5 (oder wie auch immer es heißen wird) auf den Markt bringt.
  3. Leistungsstärkerer Akku – Klar ist, dass Samsung mit dem S III auch die Ausdauer des Telefons verbessern möchte. In der Theorie heißt das: weiterentwickeltes, stromsparenderes Display kombiniert mit einem 2.100 mAh-Akku. Klingt gut, nur sollte auch bedacht werden, dass ein Quad Core Prozessoer mit 1,4 Gigahertz Taktrate und ein 4,8 Zoll großes Display zum Einsatz kommen. Beides wird den Energiehunger des Telefons deutlich steigern. Apropos Display: 4,8 Zoll haben zur Folge, dass das Gerät recht sperrig in der Hand liegt. Eine einhändige Bedienung ist eher schwierig.
  4. Neue Nutzeroberfläche – Der wohl größte Trumpf des Galaxy S III ist die neu vorgestellte und in vielen Punkten überarbeitete Touchwiz-Menüoberfläche. So ist es zum Beispiel künftig möglich, ein Video-Fenster zu minimieren und auf eine beliebige Position des Bildschirms zu schieben, um zum Beispiel parallel den persönlichen Facebook-Status zu aktualisieren. Praktisch ist auch, dass das Telefon sozusagen mitdenken kann. Wer etwa eine E-Mail oder eine SMS schreibt, muss das S III nur ans Ohr halten und automatisch wird der Empfänger der Nachricht angerufen. Im Foto-Modus kann über eine gedrückt gehaltene Kamerataste eine Serienbild-Aufnahme gestartet werden, um das persönliche Lieblingsmotiv von einer ganz besonderen Szene festhalten zu können. Und auch eine neue Sprachsteuerung namens „S Voice“ hat Samsung seinem neuen Smartphone spendiert – die nicht nur auf Englisch, sondern unter anderem auch auf Deutsch funktioniert. Richtig praktisch dürfte in vielen Situationen die Funktion „Smart Stay“ sein. Wird das Telefon in den Händen gehalten, erkennt die installierte Frontkamera automatisch anhand der Augenposition des Nutzers, ob es Sinn macht, den Bildschirm in den Stromsparmodus zu schalten. Praktisch ist das vor allem beim lesen längerer Internetseiten oder von E-Books.

Letztendlich ist das Samsung Galaxy S III ein rundum solides Smartphone der Oberklasse, das an der ein oder anderen Stelle noch verbessert werden kann, um sich auf dem Olymp der Luxustelefone zu positionieren. Denn all die schönen Software-Möglichkeiten bringen herzlich wenig, wenn Kunden aufgrund des doch eher billig wirkenden Plastik-Designs eher zu hochwertiger anmutenden Geräten greifen.

Andererseits hat sich Samsung mit seinen Galaxy-Modellen am Markt einen Namen gemacht und immer wieder bewiesen, dass die Bedienung der Android-Telefone einfach Spaß macht. Und wenn dann auch noch Provider wie 1&1 daher kommen und das neue Spitzenmodell aus Südkorea in Verbindung mit der All-Net-Flat möglicherweise für 0 Euro oder eine geringe Zuzahlung anbieten wird, spätestens dann wird das S III einmal mehr zu einem Kassenschlager für Samsung werden.

(Hayo Lücke)


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Über den Autor

Hayo Lücke

Hayo Lücke hat von 2009 bis 2014 insgesamt fünf Jahre lang für BASIC thinking geschrieben und dabei über 300 Artikel beigesteuert.

25 Kommentare

  • enttäuscht bin ich auf ganzer linie vom plastik. anderes material ist nicht unmöglich. siehe nokia,htc,motorola.

  • Sollte es nicht heißen Spreichererweiterung per Micro SD Karte?

    Und das nur Plastik verbaut wird muss nicht immer ein Nachteil sein.

    Geringen Gewicht ist zumindest ein Vorteil.

    Und der Akkudeckel macht am normal nicht zu viele mal auf.

    Meist nach den Kauf, dann vielleicht gelegentlich um eine Speichererweiterung zu machen und wenn es ganz blöd kommt einmal um ein Akku zu tauschen.

    Beim normale Lebensdauer dürfte jeder mit 5 bis 10 Aufmach Aktivitäten auskommen.

  • es geht ja nicht um das auf oder zu machen, sondern um das material. ein produkt das einen premium anspruch erhebt sollte den auch im material wiederspiegeln. der rest vom telefon ist toll, keine frage aber bei premium will ich das durch und durch.
    keiner kauft einen porsche der wie ein käfer aussieht zum preis eines käfers. die hülle muss auch passen zu den inneren werten.

  • Hatte das sgs2, war kein schlechtes gerät und perfekt gross. Aber irgendwann ging mir das android 2.3 auf die nüsse und es wurde durch ein iphone 4 ersetzt. Sehr schnell vermisste ich das grosse display des sgs2 aber ich hab ja nicht Ohne grund geswitcht: qualitativ bessere appvielfalt, apps die ich einfach nur bei ios bekomme und natürlich die gute gehäusequalität. Doch mitlerweile muss einfach was grösseres her und als technikgeek aus der c64/amiga-zeit vermisse ich besonders widgets und anpassungsfähigkeit seit langem. Jetzt wurde das sgs3 abgekündigt und entsprechend hoch waren meine erwartungen. Doch diese wurden weit verfehlt. Nein mein nächstes smartphone wird kein sgs3. Weder möchte ich ein minitablet in der hose/hand (4 zoll sind ok, aber bitte ohne noch zusätzlichen dicken plastikrahmen), noch muss ich fett samsung vorne lesen. Ich muss auch kein akku tauschen. Erstrecht möchte ich nicht ständig gefilmt werden. Ausserdem habe ich noch niemals im leben das bedürfniss gehabt, jemanden anzurufen wenn ich ihm ne mail tippe oder ne sms schreibe… Da wirds sicher oft zu ungewollten anrufen kommen… Quadcore? Für was bitte? Samsung hat mich bei der updatepolitik schon extrem enttäuscht. Nun haben sie erneut bewiesen, das sie auch keine guten designer haben (die hat sony und nokia aber auch noch nie gehabt)

  • Die Eckdaten lesen sich super, nur vom Design bin ich enttäuscht. Hatte mehr erwartet, etwas mit Pfiff. Abwarten wie sich die Preise entwickeln und eventuell kann man dann wechseln.

  • Ich bin vor allem vom Design enttäuscht…werd wohl eher zum Htc greifen, da Samsung, mich mit den neuen Funktionen noch nicht so ganz umgehauen hat und mir nur Android wichtig wäre…Bei Android muss man zudem nicht so oft für die Apps zahlen….

  • Ich finde das handy jetzt nicht so genial. Optisch gefällt mir vor allem das weiß S3 gar nicht.
    Über die größe lässt sich natürlich streiten aber mir sind kleinere SmatPhone lieber. Daher habe ich auch schon nicht zum Nexus gegriffen.

    Schade das Samsung nicht endlich versucht von dem Plastik Image weg zu kommen.

  • Mein Kumpel kauft sich auch das Samsung Galaxy S III. Er lässt sich dazu eine Allnet-Flat geben. Da er wirklich nicht ohne sein Handy kann und immer jeden über alles Informiert.

    Grüße Emanuel

  • Also irgendwie gefällt mir das Design überhaupt nicht. Vielleicht hat es bei der Hardware gegenüber dem iPhone 4S in paar Sachen die Nase vorne, aber ich finde das Design ist einer der wichtigsten Elemente bei einem Handy und dort ist das iPhone 4S einfach super. Daher bleibe ich bei meinem Apple Handy. Samsung kann mich einfach nicht überzeugen.

  • Also das beste Handy is für mich immernoch das Samsung NEXUS S….
    Das hat für mich die perfekte Größe und ne perfekte Form, ist sehr gut und nicht billig verarbeitet und is nen google handy..also updates immer schnell…
    alles drüber is mir persönlich zu gross…

    FRANK

  • Bin schon gespannt auf welche Display Größe Apple beim IPhone 5 kommt.

    Alle die jetzt meinen „mehr wie 4 Zoll sind unhandlich“ werden falls Apple mehr wie 4 Zoll verwendet sagen “ ja das ist nach den Wunsch der Kunden“.

    Und schon wieder fallen Millionen auf die „Schaumschläger Marketing“ von Apple rein. In Bezug auf Marketing scheint Apple vieles von die unseriösen Finanzdienstleister wie AWD zu übernehmen.

    Na ja kein Wunder wenn Frau Ferres (Maschmeyer seine Lebensabschnittsgefahrtin) auch Ihr IPhone werbewirksam in die Kameras platziert.

    Schätze das „Maschi“ derzeit viele Aktien von Apple hat. Die wird er bald mit Gewinn verkaufen um nach „Schnäppchen Wulff“ noch andere Ex Politiker Ihre Biografie aufzukaufen.

  • Von den Funktionen und der Hardware erscheint mir das Handy ja alles andere als schlecht. Trotzdem würde ich mir das Handy nicht kaufen. Das Design gefällt mir überhaupt nicht. Das Material sieht für meinen Geschmack nicht besonders hochwertig aus. Da gefällt mir das iPhone um Längen besser. Aber Geschmäcker sind ja bekanntermaßen verschieden.

  • Der Preis ist letzendlich entscheidend. Für 300€ sicherlich eine Alternative, aber bei 600€ nehme ich lieber (m)ein iPhone – die Haptik ist einfach ungeschlagen.

  • das Galaxy3 ist ein solides Smart phone von den Daten her! über Design/Geschmack lässt dich nicht streiten!
    ich denke auch mal das Unerwünschte Funktion deaktiviert werden können!
    zum Thema Androit,was ist schon besser als Linux, ein Open-Source Code?!
    ich verstehe dir Applejünger nicht, das man sich so von einer Firma abhängig macht.
    der angebliche grosse Vorteil ist in meinen Augen genau der Nachteil,mit Apple geht nur Apple aber mit Androit geht alles, denkt mal darüber nach

  • Also die Technik finde ich beeindruckend. Ist wenn es auf den Markt kommt sicherlich eines der besten Handys. Vom Design gefällt mir aber nach wie vor Apple am besten. Werde mir das neue Samsung Handy aber sicherlich mal anschauen.

  • für mich kommt das gerät nicht an das iphone4s heran – und das wird auch noch lange so bleiben, dass die konkurrenz apple hinterherläuft. innovation kommt nun mal aus cupertino, kalifornien^^

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