Eigene Kamera-App: Warum, um alles in der Welt, hat Facebook 1 Milliarde für Instagram ausgegeben?

Jürgen Vielmeier

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Was machen wir hier eigentlich? Wir schreiben täglich über Social Networks, Apps, Millionen, Milliarden. Wir intepretieren, wir prophezeien, manchmal raten wir. Und dann gibt es wieder Tage, wo man mit dem Latein am Ende ist. Facebook hat gestern eine eigene Kamera-App für das iPhone vorgestellt. So weit, so nachvollziehbar.

Mit der App lassen sich mehrere Fotos gleichzeitig auf Facebook hochladen, die man mit Filtern aufhübschen, mit Freunden teilen, taggen und kommentieren kann. In der Werbesprache klänge das so: Verpass deinem Foto ein cooles Aussehen, einen Emerald-Filter, helle es auf oder gib ihm einen Goldschleier. Es sind ähnliche Filter, wie sie die App Instagram verwendet. Außerdem kann man sich die neuesten Fotos der Freunde direkt in der App anschauen. Man kann zweifellos behaupten, dass Facebooks neue Camera-App Instagram imitiert. Fotos stehen bei dem Social Network, wie auch bei Google Plus, zunehmend im Vordergrund. Darauf deutet auch das kürzliche Redesign der Facebook-App hin. Der Schritt, eine eigene, schlanke App gegen die überfrachtete, fehleranfällige Haupt-App ins Rennen zu schicken, wie schon beim Facebook Messenger, ist konsequent. Alles schön, alles gut. Nur warum, in drei Teufels Namen, hat Facebook dann 1 Milliarde Dollar für Instagram gezahlt?

Übernahme noch nicht vollzogen

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Instagram ist eine App, die Fotos auf Wunsch mit einem Aufhell- oder Emerald-Filter versieht und sie Freunden in einem eigenen Stream zur Verfügung stellt. Es gab die App sehr lange exklusiv für das iPhone, bevor Anfang April auch eine eigene Android-App hinzukam. Nicht einmal eine Woche später schlug Facebook zu.

Wenn ihr jetzt glaubt, in der neuen Camera-App verwende Facebook bereits die Technik von Instagram, dann irrt ihr. Die Übernahme ist aufgrund von Bedenken der Kartellwächter noch nicht vollzogen. Facebook hat diese App alleine entwickelt. Ein eigenes Team arbeitet schon seit Monaten daran.

Eine Milliarde für eine handvoll Standard-Filter

Ja, Instagram-Gründer Kevin Systrom ist ein Fuchs, wie er im Märchenbuch steht. Er hat es geschafft, der App so viel Exklusivität zu verleihen, dass sie in Rekordzeit auf Platz 1 der meist geladenen Apps auf Google Play hochschnellte. Dass sich die Nutzer und die Presse darum reißen und sich die Nutzerzahlen binnen zwei Wochen fast verdoppeln würden. Dass er kurz danach gleich zwei Übernahmeangebote erhielt und den Preis gegenüber Facebook-Chef Mark Zuckerberg in die Höhe treiben konnte. Dass kaum jemand das (nicht vorhandene) Geschäftsmodell hinterfragte oder die Tatsache, dass es Filter, die Instagram berühmt gemacht haben, inzwischen in jeder Wald- und Wiesenapp gibt.

Eine Milliarde – was ist schon eine Milliarde? Schlug Zuckerberg zu, nur damit kein Konkurrent Instagram kaufen würde? Oder ging es ihm um die damals 25 Millionen Instagram-Nutzer (im Vergleich zu 900 Millionen Facebook-Mitgliedern)? Da wären sie wieder, die Fragen vom Anfang. Interpretieren, mutmaßen, prophezeien? Diesmal nicht. Diesmal schüttele ich bloß den Kopf.

(Jürgen Vielmeier, Screenshots: Facebook)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.