Zu viele Baustellen: Google verramscht seine Chromebooks aus gutem Grund

Jürgen Vielmeier

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Endlich haben sie’s eingesehen, könnte man meinen: Google und Samsung haben gestern für die USA und U.K. ein neues Chromebook-Modell vorgestellt und es deutlich im Preis gesenkt. Nur noch 250 US-Dollar für die WLAN-Version, 330 Dollar für den Laptop mit 3G-Modul. Die Nachricht kam kurz bevor das Kind in den Brunnen fiel: Die Quartalsergebnisse wurden durch den Fehler einer von Google beauftragten Agentur zu früh veröffentlicht und fielen enttäuschend aus. Zum Teil ging das Werbegeschäft zurück und das übernommene Motorola stellt sich als Verlustbringer dar.

Die einzige Erfolgsmeldung gestern also: die günstigen Chromebooks? Irgendwie auch nicht. An der Hardware habe ich wenig auszusetzen: Google hat einen ARM-Chipsatz mit Dual Core und 1,7 GHz hinein gesteckt, 2 GByte RAM und immerhin eine 16-GByte-SSD verbaut. Der Boot soll mit 10 Sekunden nun länger dauern als die bislang 7 Sekunden. Eine etwas schwachbrüstige Webcam ist drin, das Gewicht beträgt nur gut 1,1 Kilogramm. Das silberne Plastikgehäuse ist natürlich Geschmackssache. Meins wäre es nicht. Aber alles in allem ist das eine gute Hardware für diesen Preis.

Auffälliger finde ich den Zeitpunkt: Nicht nur konnte man mit der Veröffentlichung die Negativschlagzeilen um das Quartalsergebnis ein wenig abfedern. Kurz vor dem Start von Windows 8 und Microsofts Surface meldet sich damit auch noch einmal zu Wort, als wolle man sagen: Hey, wir sind auch noch da und haben eigene Laptops. Wir wissen selbst, dass unser System mit Windows 8 nicht mithalten kann, also hauen wir sie jetzt zum Discountpreis heraus. Die Hardware: besser, von bahnbrechenden Änderungen an der neuen Version 23 des Chrome OS ist allerdings keine Rede.

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Googles Ergebnis fiel weniger rosig aus und das liegt auch an den zahlreichen Baustellen des Konzerns. Motorola kostet nur Geld, darf aber nicht einmal offizielle Nexus-Geräte feil bieten. Damit man überhaupt einen eigenen Stand im Tablet-Markt erreichen kann, wird das gut ausgestattete Nexus 7 ebenfalls zum Schleuderpreis verkauft – zweifellos ein defizitäres Geschäft. Google wird sich bei den steigenden Kosten und dem derzeit schwachen Markt nicht für immer mit zu vielen Baustellen herumschlagen können. Microsofts Surface und die neuen Hybridmodelle von Asus und Co. zeigen, dass die Unterschiede zwischen Tablet uns Ultrabooks verschwinden. Eine hohe Marge dürften Google und Samsung bei den Chromebooks auch nicht gerade machen. Google wird sich den Luxus zweier Betriebssysteme nicht mehr lange leisten wollen und können. Ich gehe deswegen davon aus, dass dies Googles letzter, ernsthafter Versuch ist, die Chromebooks unters Volk zu bringen.

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.