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Microsoft sucht den (App-) Superstar

Microsoft will seinen App-Store für Windows Phone 8 etwas aufhübschen und veranstaltet einen kleinen Wettbewerb für Entwickler nach dem Motto „Wer hat die schönste App?“

Unter dem schmissigen Namen „Windows Phone Next App Star“ können Entwickler weltweit ihre Apps einreichen und bewerten lassen. Bis zum 5. März muss diese allerdings fertig sein – bereits veröffentlichte Apps können natürlich auch eingereicht werden.

Die Apps werden dann anhand von User-Bewertungen und der Qualität der App bewertet. Anschließend werden die Top 64 zum öffentlichen Voting freigegeben, wobei diese jede Woche per K.O.-System halbiert werden bis es zum großen Finale kommt und der Sieger bestimmt wird.

Und was gibt es zu gewinnen?

Etwas vage wirbt Microsoft mit „thousands of dollars in prizes for the developers of the 64 apps that get selected“. Ganz konkret bekommt man auch ein Nokia Lumia 920 und eine 1-Jahres-Mitgliedschaft für das Dev Center. Nun gut…da hätte man meiner Meinung nach ein wenig großzügiger sein können. Der Sieger hingegen wird in TV-Spots für Windows Phone 8 in der US-Primetime platziert. Wenn ich aber nichts überlesen habe, ist der zweite Gewinner allerdings schon der erste Verlierer und kann sich lediglich über sein neues Nokia-Handy freuen.

Böse Zungen könnten nun behaupten, dass Apple es nie nötig hatte, so einen durchsichtigen Wettbewerb zu veranstalten. Doch auch Google hat zu Beginn der Android-Ära mit der „Android Developer Challenge“ häufiger ähnliche Events veranstaltet, die an sich eine tolle Sache sind.

Gut gedacht, schlecht gemacht

Das Design des Microsoft-Wettbewerbs finde ich allerdings etwas bescheiden. Das K.O.-System ist völlig sinnlos, denn die vermeintlich erst- und zweitbeste App könnten eben schon im 32tel-Finale aufeinandertreffen. Um das zu vermeiden wird im Sport häufig nach der Weltrangliste gesetzt, doch bei Apps, insbesondere neu veröffentlichten, gibt es so etwas nicht. Ganz abgesehen davon lassen sich eine gute Navigations-App und eine gute Spiele-App nur schlecht vergleichen.

Auch frage ich mich, wie die Öffentlichkeit dazu animiert werden soll, jede Woche für Apps zu voten. Microsoft erwähnt jedenfalls nicht, was für den User drin ist.

Und zu guter Letzt…der Hauptpreis: eine US-Werbekampagne für den Erstplatzierten ist ja ganz nett, aber eben auch nicht ganz uneigennützig von Microsoft. Auch sonst würde man ja in Werbespots eher die Top-Apps bewerben als die Furz-App von Hinz und Kunz. Da ich auch nicht glaube, dass Apps, die in TV-Spots gefeatured werden, einen Werbekostenzuschuss zahlen müssen, da der OS-Anbieter ja ein Interesse hat, erfolgreiche Apps zu bewerben, ist auch hier für den Entwickler nicht viel gewonnen.

Wenn schon kopieren, dann richtig!

Also wenn man die Idee eines App-Wettbewerbs schon ein wenig von Google abkupfert, dann hätte man sich auch mehr an deren Konzept orientieren können: Zwei Runden mit 20 Apps im Finale, zehn verschiedene Kategorien, hohe Geldpreise für die ersten drei Platzierten pro Kategorie und noch einmal kategorieübergreifend hohe Geldpreise. Die beste App konnte somit 250.000 Dollar gewinnen, Platz 3 immerhin noch 125.000 Dollar.

Doch so wird der Wettbewerb eher ein Schuss in den Ofen. Wäre mal interessant zu wissen, ob jemand von euch trotzdem daran teilnimmt.

Bild: Microsoft


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Über den Autor

Robert Vossen

Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.

3 Kommentare

  • Schön geschrieben… und wohl wahr. Aber ich hab das Gefühl bei allen diesen Wettbewerben (auch Windows 8) ist das höchste der Gefühle, was ein Entwickler gewinnen kann, ein Lumia oder Surface.

    Habe noch ein fast fertiges Breakout-Game in Petto.
    Wenn ich das vor Ablauf meiner Mitgliedschaft im Dev-Center fertig krieg, könnte ich es ja mal einreichen… 🙂

  • Die Android Developer Challenge damals war richtig klasse gemacht (im Gegensatz offenbar zu der Aktion von MS jetzt) und nachhaltig motivierend –  vor allem, wenn man überraschend auf ’s Treppchen kam :))

  • > so wird der Wettbewerb eher ein Schuss in den Ofen

    angesichts der homöopathischen Verbreitung der Zune-Phones wird das auch so schwer genug

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