Neuer Quartalsverlust: Groupons Aktien sind ein wirklich schlechter Deal (Update)

Robert Vossen

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groupon

Groupon lässt sich mit einem Wort beschreiben: Geldverbrennungsmaschine. Und zwar nicht nur für User, die ihr Geld für irgendwelche Deals ausgeben oder die Partner, die heftige Rabatte gewähren müssen, sondern vor allem für die Aktionäre. Im November 2011 ging Groupon mit einem Wert von 13 Milliarden Dollar an die Börse – inzwischen hat es 75 Prozent seines Wertes vernichtet. Vorerst letzter Akt: Die Ergebnisse des letzten Quartals.

Groupon hat mit einem Gewinn gerechnet

Im vierten Quartal setzte Groupon knapp 640 Millionen Dollar um, machte aber dennoch 82 Millionen Dollar Verlust – der Aktie tat das überhaupt nicht gut: Nachbörslich verlor das Papier 25 Prozent und rangiert nun bei 4,40 Dollar (Ende 2011 waren es noch rund 17 Dollar, zum Börsenstart erreichte die Groupon-Aktie sogar 20 Dollar). Denn nicht nur hatten sich die Analysten bessere Zahlen erhofft, auch Groupon selbst hatte mit einer schwarzen Zahl unterm Strich gerechnet.

Groupon-CEO Andrew Mason bemühte sich bei der Präsentation der Ergebnisse um Optimismus und erklärte, dass man nach wie vor die Vision habe, das „operating system for local commerce“ (sinngemäß: die Plattform für lokalen Geschäfte) zu werden. Ich frage mich, ob er das wirklich glaubt oder das nur sagt, damit die Investoren und Analysten einen Strohhalm an Hoffnung haben, an den sie sich klammern können. Nichtsdestotrotz wackelt der Stuhl von Mason immer heftiger – Chef auf Abruf.

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Mason sieht gute Anzeichen

Dieser ist sich dessen zweifelsohne bewusst und verweist auf mehrere positive Zeichen: Die Kosten pro Neukunde sind im Vergleich zum Vorjahr um 60 Prozent gesunken und die Nutzerbasis um 20 Prozent gestiegen. Hinzu kommt, dass man von der „Ein-Deal-pro-Tag“-Praxis weggekommen sei und nun mehrere Deals anbiete.

Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob das überhaupt ein Vorteil ist. Denn trotz des unverhältnismäßigen Hypes vor 2-3 Jahren um Groupon und Rabattschlachten im Allgemeinen, hatte die Plattform einen enormen Vorteil: Man konnte Dinge verkaufen, von denen die Kunden nicht wussten, dass sie sie haben möchten, denn die Deals waren nur 24 Stunden verfügbar. Man hat somit eine künstliche Knappheit geschaffen, die eben auch eine künstliche Nachfrage geschaffen hat.

„Dem Kunden nichts verkaufen, was er nicht will“

Doch man wolle dem Kunden nix andrehen, was er nicht eh wolle, so Mason, und sehe sich daher inzwischen mehr als Marktplatz für lokale Angebote. Auch hat man zwischenzeitlich mit ganz normal heruntergesetzten Produkten experimentiert. Der Anspruch Masons klingt zwar generös und absolut kundenfreundlich, doch aufgegangen scheint die Strategie nicht zu sein.

Ich war auch schon monatelang nicht mehr auf der Seite, weil man nicht mehr das Gefühl hat, einen absolut bombigen Deal angeboten zu bekommen. Und tägliche Werbe-Mails erhöhen die Kundenzufriedenheit auch nicht wirklich.

Empfehlung: Back to the roots

Ich glaube, dass es für Groupon wichtig wäre, sich auf Qualität und nicht auf Quantität zu konzentrieren. Attraktive Angebote mit zeitlichen Beschränkungen anstatt alles für jedermann sein zu wollen. Das drückt zwar auf den Umsatz, könnte aber auch das Ergebnis verbessern.

Denn mit der jetzigen Strategie konkurriert man langfristig mit Amazon und eBay, die selbst keine hohen Margen erzielen, aber eben über die Masse erfolgreich sind. Ob Groupon sich da behaupten kann, ist nicht nur angesichts der jüngsten Zahlen mehr als fraglich.

Nachtrag, 1. März

Man hat es kommen sehen: Andrew Mason musste seinen Stuhl als Groupon-CEO inzwischen räumen. Wir dürfen gespannt sein, wer als Nächster auf dem Schleudersitz Platz nimmt. Der Geschasste reagiert auf die Niederlage mit trockenem Humor. In seiner Abschiedsnachricht an die Groupon-Beschäftigten erklärt Mason, er habe sich nach viereinhalb intensiven und wundervollen Jahren dazu entschieden, mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. „Nein, ich mache nur Spaß – ich wurde heute gefeuert. Wenn ihr euch wundert, warum….habt ihr nicht aufgepasst.“

Bild: Flickr / TechCrunch (CC BY 2.0)

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Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.