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Twitter verlagert TweetDeck ins Web

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Schon in wenigen Wochen stellt Twitter die TweetDeck Apps für iPhone und Android ein. Auch für TweetDeck AIR ist dann Schluss. Stattdessen will man die Power-User überzeugen, die Plattform im Web oder als native Apps auf Windows, Mac OS X oder Chrome zu nutzen.

Twitter-App dominiert bei mobiler Nutzung

Schon seit letztem Jahr hat Twitter kein Update mehr für die drei Versionen bereitgestellt,  nun ist also komplett Schluss. Man wolle sich künftig mehr auf die nativen und web-basierten Versionen konzentrieren, anstatt zahlreiche Plattformen nur halbherzig zu unterstützen.

Der Hauptgrund ist laut offizieller Mitteilung, dass man in den letzten Jahren beobachtet habe, dass die Nutzung von TweetDeck am Computer gestiegen sei. Gleichzeitig würden die User auf ihren mobilen Geräten aber mehr auf die native Twitter-App setzen.

Weniger Versionen, weniger Entwicklungskosten

Vermutlich will man sich so die Entwicklungskosten für ein paar tausend User sparen, wohl wissend, dass man nicht alle mit der neuen Lösung zufrieden stellen kann. Denn unter anderem wird noch diesen Monat der Support für die Twitter-API-Version 1.0 eingestellt, auf denen TweetDeck für Android und iPhone basieren und deren Umstellung man sich somit sparen kann.

Hinzu kommt, dass Twitter viel Zeit und Energie darauf verwendet, die Twitter-App für iOS und Android weiterzuentwickeln. Da macht es natürlich Sinn, dem User einen kleinen Schubser in die Richtung zu geben, zumal man damit mehr Kontrolle darüber hat, wie die User Twitter nutzen.

Wir glauben an TweetDeck – im Web

TweetDeck wurde vor zwei Jahren von Twitter übernommen und seitdem mal mehr, mal weniger intensiv weiterentwickelt. Im Mai sollen die Apps aus den jeweiligen App Stores entfernt werden, wenig später wird der Stecker komplett gezogen. Künftig soll der primäre Fokus neuer Funktionen auf den Web-Versionen und der Chrome-App liegen, danach sind die Mac- und PC-Apps dran.

Und obwohl man TweetDeck gleich auf mehreren Plattformen einstellt, versucht Twitter zu betonen, dass man weiterhin an TweetDeck glaube. So habe man die Zahl der Entwickler verdoppelt und ist von der User Experience der Chrome-App überzeugt. Doch gleichzeitig wirft das die Frage auf, wie lange die Desktop-Applikationen noch unterstützt werden, wenn man vorrangig auf Web-Apps setzt.

TweetDeck lässt Facebook-Integration auslaufen

Hinzu kommt, dass TweetDeck in Zukunft auch keine Facebook-Integration mehr haben wird. Während im Blog-Post von Twitter mehr oder weniger detailliert erklärt wird, warum man sich zu dem Schritt entschlossen habe, mehrere TweetDeck-Versionen einzustellen und wie man die Nutzer für die verbleibenden Versionen begeistern möchte, wird der auslaufenden Facebook-Integration lediglich ein Satz gewidmet. Die schmallippige Erklärung lässt vermuten, dass sich die beiden Netzwerke immer mehr als Konkurrenz sehen und versuchen ihre Social Graph-Informationen voneinander abzuschotten.

User, deren TweetDeck-Versionen nun eingestellt werden sollen, werden darüber natürlich nicht begeistert sein. Es bleibt aber abzuwarten, ob Twitter nicht mit der Weiterentwicklung der verbleibenden Clients bei traurigen Nutzern punkten kann.

 Bild: Flickr / west.m (CC BY 2.0)


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Über den Autor

Robert Vossen

Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.

3 Kommentare

  • Habe ich das richtig verstanden, dass Twitter Tweetdeck für 40-50 Mio. Dollar aufkauft, nur um es dann einzustampfen? Da muss man sich schon fragen, was das bitte soll. Gleiches gilt für Posterous: Da geben sie Geld für diesen Dienst aus, nur um ihn dann einzustampfen. Der Gewinner heißt hier klar Tumblr und nicht Twitter.

    Aus meiner Sicht völlig unverständlich, diese Politik. (Ich benutze immer noch Tweetdeck v0.38.2 mit Adobe Air, weil es nach wie vor die mit Abstand beste Tweetdeck-Version ist. Specs: Win7 64bit, Laptop)

  • Das ist ja gerade der tiefere Sinn daran Twitter möchte Third Party Clients weitgehend los werden, zur Not sehr „beliebte“ halt aufkaufen, nur um sie dann einzustampfen.

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