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Twitter veranstaltet Comedy Centrals #ComedyFest und wird immer mehr zum Fernsehsender

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In den letzten Wochen und Monaten haut Twitter Neuigkeiten ohne Ende raus: Twitter #Music ist kaum eine Woche alt, da kündigen Comedy Central und Twitter ein fünftägiges Comedy-Festival an, dass auf Twitter und Vine stattfinden wird und den Grundstein für Twitter als eine Art Fernsehsender 2.0 legen könnte.

#ComedyFest läuft auf Vine und Twitter

Über den Hashtag „#ComedyFest“ werden vom 29. April bis 3. Mai Comedians Kurzvideos über Vine und Tweets und längere Videos über Twitter verbreiten, um die Nutzer zu erheitern.

Das Comedy-Festival ist ein Experiment, das höchstwahrscheinlich kein einmaliges bleiben wird. Denn neben der jüngsten Event-Programmierung gab es in der letzten Woche mehrere interessante Neuigkeiten rund um Twitters Ambitionen im Video-Bereich stärker mitzuspielen.

Twitters Kartentechnologie wird zur Video-Plattform

So wird derzeit mit NBC und Viacom, Betreiber von MTV, Comedy Central & Co., verhandelt, Live-Videos über Twitter zu verbreiten. Dabei könnte Twitters neue Kartentechnologie zum Einsatz kommen, über die Videos im Tweet abgespielt werden können. Ähnliche Partnerschaften hat Twitter in der Vergangenheit schon mit dem amerikanischen Wetterkanal und ESPN geschlossen, wobei im Falle von ESPN die Video-Komponente noch fehlte.

Auch mit BBC America hat Twitter eine Partnerschaft abgeschlossen, über die Video-Clips des Senders getweetet werden und im Tweet angeschaut werden können – auch mit Werbung.

Twitter landet millionenschweren Werbedeal

Der Hintergrund ist offensichtlich: Je besser der Content auf Twitter ist, desto eher lässt er sich vermarkten. Und für Video Ads erzielt man deutlich höhere Preise als für Display Ads. So gab Twitter gestern auch stolz bekannt, dass man einen Werbedeal mit Starcom MediaVest Group abgeschlossen habe – Spekulationen zufolge über mehrere Jahre und gut mehrere hundert Millionen schwer.

Starcom MediaVest Group ist eine Tochter des Werbegiganten Publicis und vertritt Marken wie Procter & Gamble, Walmart, Microsoft und Coca-Cola. Zwar werben die vier Schwergewichte schon auf Twitter, doch das heißt ja nicht, das man das nicht ausweiten könnte – nämlich zum Beispiel mit den jüngsten Content-Partnerschaften.

Die Deal-Struktur sieht dabei in der Regel vor, dass die Sender einen Werbepartner an Land ziehen, der den Video-Inhalt sponsert; Twitter verkauft dem Sponsor seine Werbeflächen on top.

Twitter wird zum Medienunternehmen

Die jüngste Lawine an neuen Features, Produkten und Partnerschaften zeigt Twitters Anspruch auf, mehr und mehr zur Distributionsplattform für Videos zu werden und eine wichtige Rolle im Video-Geschäft einzunehmen. Mir gefällt der Schritt sehr, auch wenn dadurch Twitters ursprünglicher Fokus auf Schlichtheit mit 140 Zeichen und nicht mehr nach und nach verwässert wird.

Es ist allerdings unklar, welche Rolle Vine künftig spielen soll, wenn große Video-Kampagnen mehr und mehr auf Twitter stattfinden. Fände Twitter einen Weg, Vine und Twitter #Music in seine Hauptplattform zu integrieren, ohne unübersichtlich und zu komplex zu werden, würde das den Erfolg wahrscheinlich vergrößern.

Twitters Daten sind Gold wert

Hinzu kommt, dass man sich weiter als Daten-Center für die TV- und Musikindustrie positioniert – mit Bluefin Labs hat der Twitter im Februar einen Spezialisten übernommen, der das Online-Gezwitscher über TV-Shows analysiert und die Erkenntnisse verkauft; mit Nielsen wird ab September eine eigene „Social TV“-Quote herausgegeben.

Auch mit Twitter #Music wird die Plattform zum Dreh- und Angelpunkt für die Musikindustrie und zwingt die Plattenfirmen sich auch mit Werbe-Dollars auf Twitter zu engagieren.

War ich vor einem Monat bei Twitters siebenjährigen Geburtstag noch etwas skeptisch ob Twitters Geschäftsmodell, muss ich wenige Wochen später zugeben, dass Twitter im letzten Monat ziemlich gute Argumente vorgebracht hat – weiter so!

Bild: 1000 Words / Shutterstock.com


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Über den Autor

Robert Vossen

Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.

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