So sieht fair aus – das Fairphone kann jetzt vorbestellt werden

Thorsten Nötges

Unsere Smartphones werden unter miserablen Arbeitsbedingungen zusammengebaut, teils auch von Kindern. Benötigte Rohstoffe wie Mineralien und Metalle stammen oft aus den ärmsten Regionen der Erde, und durch den Abbau dort werden auch Diktatoren und Warlords unterstützt – vergiss die Menschenrechte. Und der Technikschrott, den wir produzieren, wandert auch nicht unbedingt in die Wiederverwertung, sondern meist in die Entsorgung. Die sich immer schneller drehende Spirale von neuen Modellen verstärkt diesen Effekt noch.

fairphone

Die Initiative Fairphone will etwas dagegen unternehmen. Dabei macht sich Bas Abels, der Leiter der Initiative, keine Illusionen: Es sei ein erster Schritt, und das Handy sei längst noch nicht so fair, wie sie es gerne gehabt hätten, schreibt er in seinem Blog. Aber das Smartphone sei fairer als die meisten anderen, und dazu auch noch „seriously cool“. Mit 325 Euro ist auch der Preis fair – und jetzt kann man es vorbestellen.

Aber kann es auch was?

Werfen wir dazu mal einen Blick auf die Spezifikationen. Es sieht aus wie ein aktuelles Smartphone, wie wir es alle kennen und benutzen – optisch halt irgendwo zwischen iPhone, HTC und Samsung, schwarz, glänzend, vielleicht ein bisschen kantiger als die Konkurrenz. Die Größe des Bildschirms ist mit 4,3 Zoll in Ordnung, allerdings fällt die relativ geringe Auflösung von 960 x 540 Pixeln auf.

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück Apple AirPods gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

Zum Vergleich: Das Retina-Display des iPhone 5 bringt es bei 4 Zoll auf 1136 x 640 Pixel, das Samsung Galaxy S4 hat 5 Zoll und 1920 x 1080 Pixel. Insgesamt ist das Fairphone auch etwas dicker und schwerer, aber dafür kleiner als gängige Smartphones – letzteres dürfte vielen Nutzern zudem positiv auffallen. Wer will sich denn bitte ein Taschenbuch zum Telefonieren ans Ohr halten?

Gibt es Besonderheiten?

Technisch kann das Fairphone mit den Topmodellen zwar nicht mithalten, ist aber doch oberes Mittelmaß: QuadCore-Prozessor, 16 GB Speicher und ein microSD-Slot. Der 2000-mAh-Akku ist austauschbar. Enorm praktisch für Menschen, die ihr privates Handy und ihr Jobhandy in einem Gerät vereinen wollen, oder auf Reisen eine lokale SIM-Karte nutzen wollen: Das Fairphone verfügt über zwei SIM-Slots und kann auch beide gleichzeitig nutzen. Wichtig war Fairphone zudem, dass man das Gerät auch öffnen und gegebenenfalls reparieren kann.

Standardmäßig ist Android 4.2 Jelly Bean vorinstalliert, jedoch steht es jedem Nutzer frei, sein gewünschtes OS, ob Firefox oder Ubuntu for Phones, zu installieren. Die Initiative hat vielfältiges Feedback aus der Community bekommen, welche Betriebssysteme zu empfehlen seien. Dass die Wahl letztendlich auf Android fiel, liegt nicht zuletzt an der Verbreitung des Systems sowie dessen Verfügbarkeit, um zeitnah ein stabiles Smartphone herausbringen zu können. Wechselwilligen soll der Umstieg mit Hilfe der Community erleichtert werden.

Wie fair ist eigentlich fair?

Aber wie fair ist das Fairphone jetzt eigentlich? Ganz einfach: Zumindest fairer als die meisten. Fairphone arbeitet mit verschiedenen Projekten und Intitiativen zusammen, um die Produktion des Handys so transparent und umweltverträglich wie möglich zu gestalten.

Rohstoffe wie Zinn stammen etwa nicht aus Krisenregionen – darüber wacht die Conflict-Free Tin Initiative, ein Projekt der niederländischen Regierung, gefördert von der OECD. Zusammen mit der Organisation LaborVoices sollen die Arbeitsbedingungen bei der Montage verbessert werden, und Closing the Loop kümmert sich um Weiterverwertung und Recycling von technischen Geräten.

Fairphone geht es also nicht darum, gleich die ganze Welt zu retten, aber vielleicht einen Denkprozess anzustoßen – sowohl beim Endnutzer als auch bei den etablierten Smartphone-Herstellern.

Google lässt dich jetzt selbst bestimmen, welche Quellen du in der Suche häufiger siehst. Mit zwei schnellen Klicks kannst du BASIC thinking kostenlos als bevorzugte Quelle hinzufügen und damit unabhängigen Tech-Journalismus unterstützen. Vielen Dank!

Bild: Fairphone

Du möchtest nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 smarte Leser bekommen jeden Tag UPDATE, unser Tech-Briefing mit den wichtigsten News des Tages – und sichern sich damit ihren Vorsprung. Hier kannst du dich kostenlos anmelden.

STELLENANZEIGEN
Content Creator (m/w/d)
Sprick GmbH Bielefelder Papier- und Wel... in Bielefeld
Online Marketing Manager*in (m/w/d) für niede...
PLATINUM GmbH & Co. KG in Bingen am Rhein, Wörrstadt...
Junior Sales Manager (m/w/d) Online Marketing
Sellwerk GmbH & Co. KG in Düsseldorf, Duisburg, Wupp...
Working Student AI Production
LEONINE Holding GmbH in München
Mitarbeiter Online Marketing (m/w/d)
BRABUS GmbH in Bottrop
Grafikdesigner/in – Content Creator und...
Alexander Shorokhoff Uhrenmanufaktur in Alzenau in U...
Content Marketing & Social Media Speciali...
Sutter Medizintechnik GmbH in Emmendingen
Social Media Manager*in (m/w/d)
LPP Lotao Pack- und Produktions GmbH in Berlin
THEMEN:
Teile diesen Artikel
Thorsten Noetges ist Nerd, Gamer,und seit 1995 im Internet zu Hause. Er hat von 2013 bis 2014 über 100 Artikel auf BASIC thinking veröffentlicht.