„Deus Ex: The Fall“: Schusswaffen nur auf iPhones ohne Jailbreak. Pazifist bis zur Tutorial-Sackgasse.

Michael Müller

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Das exklusiv für iOS erhältliche Spiel „Deus Ex: The Fall“ ist seit wenigen Tagen im Apple App Store für 5,99 Euro zu haben und begeistert mit schöner Grafik und Spieltiefe. So weit, so gut. Ein Spieldetail sorgt derzeit bei einigen Spielern aber für Unmut: Die Entwickler von Eidos verbieten den Gebrauch von Schusswaffen, wenn es sich um ein iPhone, iPad oder einen iPod Touch mit Jailbreak handelt. Eidos stellt damit alle Apple-Nutzer mit Jailbreak unter Piraterie-Generalverdacht und dürfte sich dadurch keine Freunde machen.

Pazifist dank Jailbreak

Viele Preise räumte „Deus Ex: The Fall“ auf der Spielemesse E3 in diesem Jahr ab und war somit einer der Stars im mobilen Spielesektor. Dass das Gameplay überzeugen kann, unterstreichen die hauptsächlich positiven Bewertungen im App Store. Und doch regt sich bei einer speziellen Gruppe von Spielern Kritik. Der Grund: Eidos hat das Spiel so programmiert, dass der Schusswaffengebrauch nur dann erlaubt ist, wenn es sich um ein technisch unverändertes iOS handelt. Ist das System mit einem Jailbreak versehen, greift der Pazifisten-Modus. Folgende Meldung erscheint:

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Heißt relativ frei übersetzt: „Sorry, aber das Schießen auf Geräten mit Jailbreak ist leider, leider, leider verboten“. Das wäre von dem ein oder anderen gutherzigen und wenig reflektierenden Menschen unter massivem Zähneknirschen vielleicht noch zu verkraften und als missglücktes Easter Egg abzuhaken, wenn der Rest des Spiels denn ohne Einschränkungen spielbar wäre. So zeichnet sich das Schleich-Adventure doch gerade durch die vielfältigen Möglichkeiten aus, durch die ein Level beendet werden kann. Trifft aber leider nicht zu. Wer „Deus Ex: The Fall“ auf einem Gerät mit Jailbreak installiert, wird nicht über das Tutorial hinaus kommen. Hier ist laut Eurogamer ein Schusswaffengebrauch nämlich dringend notwendig und unumgänglich.

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Beschränkung mit Xcon umgehen

In den Foren der Online-Community Reddit wird das Schusswaffen-Verbot bereits breit diskutiert. Offenbar ermöglicht das Tool Xcon einen entsprechenden Patch des Spieles. Dieser gaukelt dem Spiel vor, auf einem unveränderten iOS installiert zu sein. Xcon kann über den Cydia-Store auf Apple-Geräten mit Jailbreak installiert werden.

Es sei angemerkt, dass dieser Weg möglicherweise eine nicht ganz legale Veränderung des Copyright-geschützten Eidos-Spieles mit sich bringt. Somit muss jeder Käufer mit Jailbreak selbst entscheiden, ob er Gesetze bricht, oder als Pazifist nicht über das Tutorial hinauskommt.

Welchen Sinn das Schusswaffenverbot haben soll, erschließt sich mir nicht so ganz. Immerhin warnt der Publisher Square Enix im US-amerikanischen App Store vor der Einschränkung. Dort heißt es:

** Please be aware, the Deus Ex: The Fall play experience is currently restricted on jail broken devices. Do not purchase if you have voided your warranty and have Jail broken your device.

Im deutschen App Store fehlt ein solcher Hinweis.

Piraterie-Generalverdacht für Jailbreaker?

Einen ähnlichen Kopierschutz gab es meines Wissens nach noch in keinem anderen iOS-Spiel. Aus gutem Grund, stellt diese Einschränkung doch alle Jailbreak-Nutzer unter Piraterie-Generalverdacht. Völlig zu Unrecht, ist ein Jailbreak doch legal, auch wenn dadurch gegebenenfalls (aber auch nicht zwingend) die Garantie erlischt.

Die von Eidos und Square berechnete Ladehemmung dürfte eher darin begründet sein, die illegale Verbreitung des Spiels zu hemmen. Zu blöd, wenn ein rechtschaffender Kunde mit Jailbreak knapp 6 Euro in das Spiel investiert und dann in der Hilflosigkeit dazu getrieben wird zu illegalen Tools wie Xcon zu greifen. Die Lösung allen Übels wäre ein Rückgaberecht für App-Käufe, gerne auch zeitlich extrem knapp bemessen. Dem Kunden aber aus Verdachtsgründen jegliche Handlungsmöglichkeiten zu nehmen ist alles andere als fair.

Bilder: Eidos (Screenshot), Reddit

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Michael tritt seit 2012 in über 140 Beiträgen den Beweis an, trotz seines Allerweltnamens real existent zu sein. Nach Abschluss seines Wirtschaftsstudiums arbeitete er einige Jahre als PR-Berater, bevor er 2016 als Tech-Kommunikator bei einem deutschen Spezialglas-Hersteller einstieg.