Computersteuerung mit den Gedanken: Neue Vorschusslorbeeren für das MUSE-Headset

Felix
von Felix

Unter dem Namen MUSE bastelt InteraXon, eine Firma aus Kanada, derzeit an einer äußerst innovativen Form der Mensch-Maschine Interaktion. Es handelt sich um ein Stirnband, das Hirnströme misst und Gedankensteuerung ermöglichen soll. Bereits Ende letzten Jahres hat die Firma auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo erfolgreich ihr Projekt starten können.  Knapp 300.000 US-Dollar kamen damals zustande. In einer weiteren Finanzierungsrunde setzen externe Investoren nun noch einmal sechs Millionen obendrauf. Zu Recht, denn in der Technikwelt sieht man großes Potenzial für die Technologie.

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Gedankensteuerung für alle

Schick sieht sie aus, die MUSE. Ästhetisch erinnert sie an Google Glass, ihren aktuell vermutlich größten Konkurrenten. Während man mit Letzterer aber noch schnöde über Sprachsteuerung interagieren soll, will MUSE neue Maßstäbe setzen.

Von Spielereien, wie beispielsweise einem gedankenkontrollierten Hubschrauber abgesehen, ist die BCI-Technologie noch nicht wirklich im Consumer-Bereich angekommen. BCI steht für Brain Computer Interface.

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Mit sechs EEG Sensoren ausgestattet sollen Spiele, Apps oder Musik künftig über MUSE gesteuert werden können. Auf der Stirn und hinter den Ohren befinden sich die Sensoren. Über Bluetooth ist das Stirnband mit dem Smartphone verbunden und sendet in Echtzeit  die gemessenen Hirnströme.

Erst einmal nur zu Trainingszwecken

Aus den Hinströmen lassen sich einerseits Erkenntnisse über die Hirnaktivität gewinnen, andererseits werden sie im Smartphone in entsprechende Befehle übersetzt. Letzteres ist jedoch aktuell noch in der Entwicklungsphase. Apps, mit denen man wirklich etwas steuern kann, sollen aber bald folgen. Mit einem Software Development Kit (SDK) werden Entwickler ins Boot geholt.

Gegenwärtig vermarktet InteraXon das Stirnband als eine Art Gedächtnistrainer. Über die Messung der Hirnströme kann ein Nutzer dann auswerten, ob er konzentriert ist oder ob die Gedanken mal wieder umherwandern. Über eine spielerische App kann man dann die Konzentration trainieren. Stress, Nervosität und Angst sollen so langfristig minimiert werden.

Ursprünglich sollten die ersten Early-Bird Geräte bereits im Juni ausgeliefert werden, nach Firmenangaben kommen die ersten Prototypen nun ab Dezember.

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6 Millionen Gründe für den Erfolg

Die MUSE trifft auf jeden Fall den Nerv der Zeit. Bereits der große Erfolg auf Indiegogo zeigte das. Statt der angestrebten 150.000 kam beinahe das Doppelte zusammen. Nun sind weitere prominente Investoren eingestiegen, darunter auch A-Grade Investments, an dem Ashton Kutcher beteiligt ist. Sechs Millionen Euro hat InteraXon damit für die weitere Entwicklung akquiriert.

Dementsprechend schätzt nicht nur CEO Ariel Garten die Erfolgschancen für die Technologie als überaus hoch ein: Ihrer Meinung nach handelt es sich um die ersten Gehversuche bei der Gedankensteuerung. In 10 bis 25 Jahren könnte sie sich längst zum Standard entwickelt haben.

Ebenso wie Google Glass bin auch ich überaus gespannt, ob und wie schnell sich die neuen Gadgets verbreiten. Zumindest den chronisch überlasteten Handgelenken würde eine Steuerung mit den Gedanken entgegen kommen.

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Bilder: InteraXon

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Internetabhängiger der ersten Generation, begeistert sich für Netzpolitik, Medien, Wirtschaft und für alles, was er sonst so findet. Außerdem ist er ein notorisches Spielkind und hält seine Freunde in der „echten Welt“ für unverzichtbar.