Sichere PIN-Eingabe und bessere Steuerung: Eye Tracking für Smartphones und Tablets könnte das nächste große Ding werden

Jürgen Kroder

In der Wissenschaft wie auch in der Produktentwicklung ist Eye Tracking längst gebräuchlich. Im Massenmarkt ist das Erkennen der Augenbewegungen aber noch nicht angekommen. Nachdem „The Eye Tribe“ bereits 2013 die Technologie so optimierte, dass sie für nur 99 Dollar verkauft werden kann, geht es nun einen Schritt weiter. Auf dem Mobile World Congress stellte das dänische Start-Up seine mobile Lösung für Smartphones und Tablets vor.

eye-tribe

Früchtegeschnetzeltes für Android

Eine Runde „Fruit Ninja“ spielen, auf Webseiten scrollen oder eBook-Seiten umblättern – das ist mit der „The Eye Tribe“-Software ohne den Einsatz der Hände, sondern nur mit Hilfe der Augen, möglich. Bislang war die Verbindung aus Sensorleiste und SDK nur für Windows und MacOS verfügbar, auf dem MWC2014 präsentierten die Entwickler zum ersten Mal eine Umsetzung für Android.

Der Prototyp wirkt – wie man auf folgendem Video sehen kann – noch etwas klobig. Denn hierbei handelt es sich um eine breite Sensorleiste zum Anklipsen.

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Da die Einzelteile von „The Eye Tribe“ laut den Erfindern „ausschließlich aus kostengünstigen Komponenten“ bestehen, lassen sie sich wohl leicht in ein Smartphone oder Tablet integrieren. Das sollte Apple, Sony, Samsung und andere Hersteller hellhörig werden lassen.

Die Anwendungsszenarien erscheinen vielfältig: Von einem augengesteuerten Login, über das bequeme Steuern von Apps bis hin zu Spielen mit neuen Interaktionsmöglichkeiten gibt es viele Möglichkeiten, wie man die Technologie einsetzen kann. In Verbindung mit den eh schon vorhandenen Lage- oder Gyroskop-Sensoren und Touch-Eingaben multiplizieren sich die Einsatzgebiete. Ich denke, Eye Tracking hat definitiv das Potential, das nächste große Ding im Smartphone- und Tablet-Markt zu werden.

Einzigartiges Verkaufsargument

Samsung hat mit seiner „Eye Scroll“-Funktion im S4 bereits erste Schritte in Richtung Augensteuerung unternommen. Diese funktioniert meiner Erfahrung nach aber nur leidlich, von einem Killer-Feature ist das noch meilenweit entfernt. Ein richtig einsatzbereites Eye-Tracking könnte aber zu einem richtigen Alleinstellungsmerkmal werden. Perfekt, um sich von der unliebsamen Mobile-Konkurrenz abzuheben.

Deswegen drängen sich mir bei „The Eye Tracker“ folgende Fragen auf: Wie gut funktioniert die Technologie wirklich? Ab wann ist sie marktreif einsetzbar? Wie günstig kann sie wirklich produziert werden, damit man sie auf den Massenmarkt loslassen kann? Und welcher große Hersteller wird sie sich exklusiv schnappen, um sich damit einen Vorsprung zu erkaufen? Kurz: Ich warte darauf, bald mehr von „The Eye Tracker“ zu hören.

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Bild: The Eye Tracker

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Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.