„The Forest Project“: Mit Gaming-Technologie soll Alzheimer-Patienten geholfen werden

Jürgen Kroder

Wenn man als Gamer von der „Unreal Engine“ hört, denkt man sofort an Actionspiele wie „Gears of War“, „Bioshock Infinite“ oder „Dishonored“ – aber ganz gewiss nicht an ruhige Momente. Und noch weniger an Therapien für kranke Menschen. 

Dass man mit der „Unreal“-Technologie noch mehr als Games herstellen kann, zeigt das australische Team von Opaque Multimedia. Das arbeitet aktuell an „Virtual Forest for Dementia“ (auch als „The Forest Project“ bezeichnet), einer Umweltsimulation im Auftrag der „Alzheimer Australia Vic“-Vereinigung.

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Interaktive Landschaften für Pflegeeinrichtungen

Millionen Menschen rund um den Globus haben Alzheimer, davon alleine über 330.000 in Down Under. Da das Leben der Patienten deutlich eingeschränkt ist, soll mit „The Forest Project“ ihre Lebensqualität und das Selbstvertrauen gestärkt werden. Statt auf Medikamente setzt man hier auf interaktive Landschaften.

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Mittels der „Unreal Engine 4“ und Kinect 2 entwickelt Opaque Media fröhlich anmutende Szenarien wie beispielsweise Wälder und Strände. Die Patienten können hier mit ihren Bewegungen die Jahreszeiten ändern, Winde wehen oder Blätter von den Bäumen fallen lassen. Nicht nur mit der Flora, auch mit der Fauna soll man interagieren können.

Bislang weiß man nicht, ob das „The Forest Project“ sich positiv auf die Patienten auswirken wird. Das muss noch erforscht werden. Aber das geht nur, wenn das Projekt genügend Unterstützer findet. Denn bislang gibt es nur einen Prototypen. Um ihn fertig zu entwickeln und in Pflegeeinrichtungen einsetzen zu können, wird auf der Crowdfunding-Plattform „Pozible“ nach Spendern gesucht.

Noch kein Erfolg

Bis zum 19. Mai werden 90.000 australische Dollar (umgerechnet rund 60.400 Euro) benötigt. Bislang sind aber – leider, muss man sagen – nur 23.000 zusammen gekommen. Somit sieht es aktuell schlecht aus, dass das Projekt finanziert werden kann.

Woran das liegt? Das kann verschiedene Gründe haben. Einen sehe ich in der Staffelung der Pledges: Die geringste Summe, die man spenden kann, liegt zwar bei 1A$, aber erst ab 25 A$ (17 Euro) gibt’s den ersten Reward. Das ist (O-Ton) „ein warmes und flauschiges Gefühl“, dass man etwas Gutes getan hat. Und man wird in die Mailing-Liste aufgenommen. Hmmm … nicht gerade viel. Da ist man von Kickstarter-Kampagnen, bei denen es oft schon ab fünf Dollar kleine Goodies gibt, ziemlich verwöhnt.

Aber ich will nicht meckern. Denn das Projekt ist IMHO zu gut und wichtig, dass man es mit solchen Banalitäten schlecht reden muss. Es geht schließlich um die gute Idee dahinter. Die sollte einem mehr als ein paar schnöselige Rewards wert sein!

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Bild: Opaque Media

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Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.