„Kampf gegen die Kapitalistenschweine“: Kim Jong Un wird im Game „Glorious Leader“ zum Superhelden. Ist das witzig?

Jürgen Kroder

Kim Jong Un gehört nicht unbedingt zu den Menschen, mit denen man sich zum Kaffeekränzchen treffen will. Der Diktator ist ein Staatsoberhaupt, das weltweit gefürchtet wird. Einerseits. Andererseits ist er aufgrund von unzähligen Memes zur Web-Witz-Figur mutiert. Basierend auf diesem Image soll Ende des Jahres ein Spiel mit Kim Jong Un erscheinen, das am schmalen Grat zwischen Satire und Geschmacklosigkeit entlang balanciert.

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Der Diktator als „Rambo“-Typ

Um was es in dem Game mit dem markanten Titel „Glorious Leader“ gehen soll, fasst die Kurzbeschreibung auf der offiziellen Webseite markant zusammen:

Nimm den Mantel von Kim Kong Un, um deine großartige Nation zu verteidigen und die attackierenden, amerikanischen Imperialisten Horden zu besiegen.

Man schlüpft also in die Rolle des Diktators, um (O-Ton an einer anderen Stelle) „die Kapitalistenschweine zu zerstören“. Hierzu wird der „Glorreiche Führer“ extrem überhöht und als Superheld im Stil von „Rambo“ dargestellt.

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Auf den bisher veröffentlichten Screenshots und dem Trailer sieht man, wie er ballernd durch die Straßen von Pjöngjang zieht, die amerikanische Flagge abfackelt, auf einem Einhorn (!) durch einen Wald reitet und mit Dennis Rodman auf einem Basketball-Platz steht. Ziemlich absurd.

Optisch und spielerisch präsentiert sich das als pixelige Hommage an bekannte Sidescroller-Actiongames aus den 80er- und 90er-Jahren. Kult-Spiele wie „Contra“ (bei uns als „Probotector“ bekannt) und „Metal Slug“ lassen grüßen.

Interesse aus Südkorea

Laut Moneyhorse, einem bislang unbekannten Indiegames-Entwickler aus den USA, soll ihr Debüt „Glorious Leader“ für PC und mobile Geräte erscheinen. Wobei mit Letzteren es wahrscheinlich nur Android werden dürfte. Denn es ist anzunehmen, dass Apple dem zweifelhaften Spiel die Aufnahme in seinen App Store verweigern wird.

Zweifelhaft, ja, das ist dieses Werk definitiv. Es bedient sich eines sehr grenzwertigen Humors. Dessen sind sich die Entwickler durchaus bewusst. So meinte Chef-Entwickler Jeff Miller gegenüber der Webseite „Pocketgamer“:

Das Spiel ist definitiv eine Satire. Aber ich suche noch die richtige Balance, wie wir es umsetzen sollen.

Angeblich sei laut dem CEO das erste Feedback sehr positiv. Besonders Südkoreaner fragen angeblich interessiert nach, ob und wann das Spiel bei ihnen auf den Markt kommen würde.

Auch wenn ein Release am Ende des Jahres angepeilt wird, so bin ich mir noch nicht sicher, ob „Glorious Leader“ wirklich  erscheint. Aufgrund seiner grenzwertigen Thematik könnten es wichtige Leute – zum Beispiel Boulevard-Journalisten oder Politiker – in den falschen Hals kriegen und einen Shitstorm lostreten. Ob Moneyhorse dann noch den Mut und die Energie besitzt, ihren PR-Stunt weiter durch zu ziehen?

Zwei Dinge haben sie auf jeden Fall schon jetzt erreicht: Sie bekommen Aufmerksamkeit. Und man diskutiert darüber, ob der Spruch „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ wirklich auf alles anwendbar ist.

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Bild: Moneyhorse

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Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.