Moderne Kirche: Kathedralen-Besucher „schossen“ ihre Gedanken als Lasershow in den Himmel

Jürgen Kroder

shooting-thoughts

Wer eine Kirche betritt, der ändert plötzlich sein Verhalten. Gerade alte Gemäuer bringen uns zur Demut. Sie regen zum Nachdenken und zur Einkehr an. Ruhe ist angesagt. Somit sollten Handys ausgeschaltet werden. Nicht so in einer Pariser Kathedrale: Hier ermunterte kürzlich ein Kunstprojekt die Besucher zur Benutzung ihrer Smartphones.

Gedanken aus Licht

Im Rahmen der „Nuit Blanche“ startete der Künstler Filipe Vilas-Boas sein neues Projekt. In der gotischen Kirche Saint-Eustache brachte er eine Installation namens „Shooting Thoughts“ an. Mittels Lichterketten, Laserbeamer und Projektionen wurden die Säulen und Decken zum Leuchten gebracht. Das Besondere daran: Das künstlerische Werk war interaktiv.

Wie es der Name des Projektes besagt, konnten die Besucher via Smartphone oder Tablet ihre Gedanken nach oben „schießen“. Sendete man eine Message ab, bewegte sich diese als Lichtstrahl an den Säulen hoch zur Decke, wo dann ein faszinierendes Lichterspiel entstand.

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Am besten schaut ihr euch das Projekt in folgendem Video an, denn mit Worten lässt es sich nur schwer erklären:

Mehr Impressionen und Hintergründe findet ihr auf der Webseite von Vilas-Boas.

Ein Weg für die Zukunft?

Die Symbolik des Kunst-Projektes gefällt mir: Mit einem modernen Medium schickt man in einem altehrwürdigen, heiligen Ort seine Gedanken und Wünsche in den Himmel. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Menschen, die ansonsten wenig mit Glauben und der Kirche am Hut haben, von dieser neuartigen Art des Gebetes fasziniert waren. Mich hat auf jeden Fall alleine das Anschauen des Videos zum Nachdenken angeregt. Wie geht es euch?

Außerdem fragt man sich: Mehr Multimedia, weniger Predigt – wäre das eine Möglichkeit, um die immer leerer werdenden Kirchen wieder zu füllen? Was denkt ihr?

Bild: Douglas Capel

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Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.