Netflix will VPN-Nutzer loswerden

Felix
von Felix

Streaming-Anbieter Netflix hat ein umfangreiches Angebot. Zumindest in den USA. Nutzer aus anderen Ländern haben es hingegen schwer; entweder ist der Service gar nicht verfügbar, oder, wie in Deutschland, nur mit sehr eingeschränktem Angebot. Die bisherige Lösung: Über VPN oder Proxy greift man über eine US-IP auf die Inhalte in den USA zu. Damit soll nun Schluss sein, denn zahlreichen Berichten zufolge blockiert Netflix nun Nutzer, die das versuchen. Für viele internationale Nutzer könnte sich der Dienst damit selbst abschaffen.

Lizenz-Ärger

Als Netflix letztes Jahr auch in Deutschland startete war die Vorfreude groß. Lange hielt sie jedoch nicht, denn schnell war klar, dass man sich hierzulande nur einen kleinen Teil des Angebots anschauen darf. Dies gilt insbesondere für neue Staffeln bekannter Serien.

Dass die Serien dabei zunächst für den deutschen Markt übersetzt werden dürfte dabei weniger stark ins Gewicht fallen. Die Frage nach Lizenzen und Verwertungsrechten hingegen umso stärker.

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Nutzer die sich außerhalb der USA anmelden müssen sich also fragen, ob sie sich mit einem abgespeckten Angebot zufrieden geben. Je nach Land gibt es ein spezifische Auswahl an Inhalten.

VPN-Alternative

Die Nutzer, die sich mit den Netflix-Einschränkungen nicht abfinden wollten bzw. aus Ländern stammen, in denen der Dienst gar nicht verfügbar ist, konnten bisher zumindest mit Tricks Zugriff auf das komplette Angebot erhalten. Dies funktionierte mit einer VPN-Verbindung oder einem Proxy, der so tut, als käme man aus den USA.

Wie Torrentfreak berichtet, geht Netflix nun aktiv gegen solche Nutzer vor und blockiert ihre Konten. Laut Torrenfreak betrifft das aktuell zwar noch nicht alle Kunden, die Liste der Beschwerden wächst jedoch.

Netflix selbst dementiert dies. Zumindest habe man am Vorgehen nichts geändert, heißt es dort. Ohnehin ist der VPN-Zugriff laut AGB nicht erlaubt.

IP-Adressen unter Verdacht

Trotz des Dementis verzeichnen einige VPN-Provider seit Wochen bereits eine zunehmende Zahl an Beschwerden darüber, dass Netflix den Zugang verhindert. Einer dieser Anbieter ist TorGuard, die vermuten, dass Netflix derzeit mit Möglichkeiten experimentiert, wie unerwünschten Nutzern der Zugang erschwert werden kann.

Momentan geschieht das offenbar vor allem, indem bestimmte IP-Bereiche blockiert werden, die zu viele Nutzer zeitgleich verwenden.

Druck von außen?

So wie es TorGuard sieht, scheint man die verschärfte Politik jedoch bei Netflix nur zaghaft umzusetzen. Das könnte darauf hindeuten, dass Netflix selbst unter Druck steht, insbesondere von Sony Pictures.

Laut Torrentfreak sammelt Sony nämlich schon seit Mitte letzten Jahres die IP-Bereiche, von denen aus sich Nutzer mit den entsprechenden Diensten verbinden. Daraus werden angeblich Listen erstellt, die Netflix und anderen Streaming-Anbietern zur Verfügung gestellt werden, um die entsprechenden Bereiche zu sperren.

Der Nutzer ist der Dumme

Mit dem Start von Netflix sah es im letzten Jahr ganz kurz so aus, als könne man hierzulande nun endlich auch wie in den USA Inhalte konsumieren.

Die Realität enttäuschte jedoch gewaltig. Maues Angebot und warten auf US-Inhalte.

Wer will sich gedulden, wenn das grau-legale Streaming-Angebot um die Ecke verfügbar ist?

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Bild: Netflix

 

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Internetabhängiger der ersten Generation, begeistert sich für Netzpolitik, Medien, Wirtschaft und für alles, was er sonst so findet. Außerdem ist er ein notorisches Spielkind und hält seine Freunde in der „echten Welt“ für unverzichtbar.