Meinung

Raus aus dem Hamsterrad: Warum wir nicht mehr über Apple-Events berichten

Apple
geschrieben von Tobias Gillen

Es sind in den vergangenen zwei Tagen zahlreiche E-Mails von Lesern eingegangen, die sich über unsere Zurückhaltung bezüglich der WWDC 2015, Apples Entwicklerkonferenz, erkundigt haben. Darüber konntet ihr hier keine Zeile lesen. Warum das eine ganz bewusste Entscheidung ist, erklärt Chefredakteur Tobias Gillen.

Es sind E-Mails wie die weiter unten, die mich aktuell zu meiner Verwunderung in großer Anzahl erreichen und dazu bewegt haben, diesen Text zu schreiben. Ein offenbar nicht unerheblicher Anteil unserer Leserschaft scheint unseren traditionellen Liveticker und die Nachberichterstattung zu Apple-Events wie normalen Produktvorstellungen oder der Entwicklerkonferenz WWDC zu vermissen.

Selbstverständlich absolut begründet, weil es eben bisher immer so war, dass wir darüber geschrieben haben und weil ich es versäumt habe, unsere diesmalige und zukünftige Ignoranz der Veranstaltung zu begründen. Mir war nicht bewusst, dass diese Berichterstattung bei vielen Lesern einen hohen Stellenwert hat. Entsprechend möchte ich die Begründung jetzt nachholen.

Apple bietet Zündstoff

Reden wir offen, auch wenn es kein großes Geheimnis ist: Apple bringt Klicks. Und zwar ordentlich! So ein Liveticker über eine iPhone-Vorstellung hat bei uns den Server schon so manches Mal beinahe in die Knie gezwungen, viele Kollegen der anderen Tech-Seiten werden das bestätigen können.

Apple war, ist und bleibt eben ein Reizthema. Da sind zum einen die Fans, die Apple und die Produkte bis in den Himmel abfeiern. Zum anderen aber auch die Hater, die mit Apple so überhaupt gar nichts anfangen können und dazwischen all jene, die einfach nur an den Produkten und (leider rückläufigen) Innovationen interessiert sind. Das bietet genügend Zündstoff, um mit Meinungsbeiträgen zu dem Thema – auf welcher Seite man sich dabei befindet, ist egal – eine prächtige Diskussion loszutreten, die natürlich auch geklickt wird.

Apple-Keynote

Das Hamsterrad dreht sich

Klicks braucht man genau dann, wenn man Umsätze mit Werbung generiert. Werbung wird auf TKP- (Tausender-Kontakt-Preis) oder CPC-Basis (Cost-per-Click) abgerechnet, also abhängig davon, wie viele Menschen die Werbung angezeigt bekommen bzw. auf sie klicken. Das hat zur Folge, dass wir uns im Journalismus und auch im Blogging seit Jahren in einem Hamsterrad drehen, manche mögen es auch Teufelskreis nennen.

Denn wer derart von Werbung abhängig ist, braucht viele Klicks. Wer aber nach Klicks und nicht nach Relevanz schreibt, vernachlässigt (häufig) seine journalistischen Grundsätze. Und wenn dazu noch kommt, dass die Werbeumsätze rückläufig sind und man für den gleichen Umsatz noch mehr Klicks braucht… Ihr wisst, worauf ich hinaus möchte.

Keine Werbung mehr auf BASIC thinking

Entsprechend kann man den „Journalismus“ von so mancher mit Werbung zugekleisterter Nachrichtenseite nicht mehr ernst nehmen. Es ist der Ausverkauf der journalistischen Ethik gegen lächerliche Centbeträge aus Anzeigenerlösen. Aus diesem Hamsterrad sind wir vor etwas über einem Monat ausgebrochen, als wir jegliche Bannerwerbung von BASIC thinking verbannt haben.

Das Umdenken hat bei mir einige Zeit gedauert. Inzwischen checke ich aber weitaus weniger, wie gut ein Artikel geklickt wurde. Viel wichtiger erscheint mir jetzt, dass die Verweildauer auf BASIC thinking deutlich ansteigt, dass wir häufiger in den sozialen Medien empfohlen werden oder dass wir konstruktivere und ausführlichere Debatten unter unseren Beiträgen anstoßen konnten. Nicht unerheblich ist auch das direkte Feedback per E-Mail oder auf anderen Wegen, das uns zeigt, dass der neueingeschlagene Weg durchaus bei euch ankommt.

Nach Kritik Anruf von Apple

Wir möchten also nicht mehr über klickträchtige Themen schreiben, sondern über relevante Themen, für die wir uns Zeit nehmen. Das ist ein neuer, unserer Zeit und aktuellen Entwicklung widersprüchlicher Weg, aber wir glauben an ihn und werden ihn weitergehen. Das ist der eine, uns direkt betreffende Grund. Es gibt aber noch ein zweites, uns nur indirekt betreffendes Thema: Apples Umgang mit Medien.

Wie das kritische Bentgate-Video der Computerbild im Herbst 2014 gezeigt hat, nutzt Apple die Abhängigkeit der Medienhäuser von den Klicks der Berichterstattung ganz klar aus. Kurz nach dem Video erhielt das Magazin einen Anruf von Apple, in dem mitgeteilt wurde, dass es künftig keine Testgeräte oder Einladungen zu Events mehr geben werde. Gängige Praxis und unter anderem der Grund, warum man auf manchen Nachrichtenseiten – ich möchte bewusste jetzt keine Namen nennen – kaum ein kritisches Wort über Apple liest.

Wir sind raus

Die Gefahr, eben erst dann über Produkte schreiben zu können, wenn sie in den Verkauf kommen und nicht mehr – sehr klickträchtig – schon Tage oder Wochen vorab, verleitet die Journalisten dazu, Produkte bewusst zu loben. Oder zumindest, kritische Worte einfach wegzulassen. Das bestätigte mir schon vor Monaten eine verlässliche Quelle, die explizit und aus diesem Grund nicht genannt werden möchte. Unter anderem übrigens auch, dass diese Anweisungen, Kritik zu unterlassen, von so mancher Chefetage komme.

Was die entsprechenden Medien hier tun, ist, da brauchen wir nicht drüber reden, großer Mist. Was Apple aber hier tut, ist mindestens genauso perfide wie clever. Apple nutzt seine Marktmacht im legalen, aber höchstfragwürdigen Rahmen aus, um die Presse zu erhalten, die es möchte. Da spielen wir nicht mit.

Das Problem ist: Es spielen noch viel zu viele Medien mit. Und deswegen wird sich hier nichts ändern. Steigt eins aus (was durchaus vorkommt), macht ein anderes mit. Viel zu begehrt sind die Plätze in den Keynotes oder die Testgeräte, die teils auch verschenkt werden, wie Kollege Richard Gutjahr vergangenes Jahr bei den Krautreportern aufgeschrieben hat.

Kein Hype-Denken mehr

Das alles bedeutet natürlich nicht, dass es auf BASIC thinking nie mehr Apple-Themen zu lesen geben wird. Aber wir haben uns von diesem Hype-Denken verabschiedet und werden uns Produkten mit der nötigen Ruhe und Distanz widmen, genauso wie wir es mit anderen Dingen und Themen auch machen (über Microsoft-Präsentationen u.ä. berichten wir auch nicht im Liveticker). Im Umkehrschluss, das ist mir auch ganz wichtig zu betonen, bedeutet das nicht, dass jedes Medium oder jeder Blog, der über Apple-Events berichtet, einen Fehler macht. Es gibt tolle Liveticker oder Nachbesprechungen, die mit viel Distanz und kritischem Geist diese Themen angehen.

Wir sind stolz auf unserer Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit, die wir unseren Lesern bieten können. Und werden uns das nicht kaputt machen für 80.000 Liveticker-Klicks an einem Abend. Ich hoffe, ihr habt dafür Verständnis und bleibt uns auch weiterhin gewogen.

Für Fragen oder Feedback stehe ich euch in den Kommentaren gerne Rede und Antwort.

Tobias Gillen
Chefredakteur BASIC thinking


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Über den Autor

Tobias Gillen

Tobias Gillen ist seit August 2014 Chefredakteur und seit Mai 2015 Geschäftsführer von BASIC thinking. Erreichen kann man ihn immer per E-Mail oder in den Netzwerken.

83 Kommentare

    • Der Aussage nach hast du es leider nicht verstanden. Denn BASIC thinking wurde – im Nachhinein – zum Glück wieder verkauft, sonst würden wir uns immernoch in diesem Hamsterrad drehen.

  • Gute Entscheidung. Live über eine Keynote zu berichten, die sowieso schon auf unendlich vielen anderen Seiten ebenso live kommentiert wird, ist so überflüssig wie ein Kropf. Kommt hinzu, dass zumindest Apple-User (und davon gibt’s ja nun doch zwei, drei) die Keynote eh im Livestream anschauen können.

    Schade wäre nur, wenn aus dieser, wie du schreibst, „Ignoranz“ (Eigentlich nicht das richtige Wort, oder?) tatsächlich ein grundsätzliches Ignorieren der Apple-Produkte werden würde, einfach aus Prinzip oder so. Denn gerade differenzierte(!) Ausblicke darauf, was sich einer technischen Neuerung heraus entwickeln könnte, sind doch spannend zu lesen. Zugegeben, zur WWDC gab’s da jetzt echt nichts Berichtenswertes, abgesehen davon, was sich im Streaming Markt aus Apples Einstieg heraus entwickeln könnte, aber hier und hat Apple ansonsten ja doch mal ganz interessante Ansätze, um etwas Altgedientes zu verbessern (bspw. die MacBook-Trackpads).

    • Hi Thomas, danke für dein Feedback! Die Ignoranz ist nur auf die Events bezogen. Natürlich berichten wir weiter über Apple-Produkte und ordnen sie ein, siehe auch: „Das alles bedeutet natürlich nicht, dass es auf BASIC thinking nie mehr Apple-Themen zu lesen geben wird. Aber wir haben uns von diesem Hype-Denken verabschiedet und werden uns Produkten mit der nötigen Ruhe und Distanz widmen, genauso wie wir es mit anderen Dingen und Themen auch machen (über Microsoft-Präsentationen u.ä. berichten wir auch nicht im Liveticker).“ Aber das alles wird eben ruhiger und distanzierter sowie differenzierter passieren. Es geht hier eher um Gleichberechtigung (Apple, Google, Windows), als darum, nur aus Prinzip eine Marke zu ignorieren.

  • „nach Jahren der Vernachlässigung“ -> Dieser Satz klingt so nach externer Kritik an vergangenem. Wenn ihr aber mal ehrlich seid, hat diese Vernachlässigung 2012 mit dem Weggang von Jürgen Vielmeier begonnen und wurde vom aktuellen Redaktionsteam, dir allen voran, so mitgetragen.

    • Nein, da schließe ich das Interne überhaupt nicht mit aus. Fakt ist aber leider auch, dass unsere Mittel derart begrenzt waren, dass wir nicht viel mehr leisten konnten als das, was eben passiert ist. Und das ist tatsächlich eine Kritik an Vergangenem, die ich entschieden von der Redaktion weise. Dass ich das mitgetragen habe: Ja, gezwungenermaßen (wenn auch erst seit August 2014 und nicht seit 2012), weil Versprechungen gemacht wurden, auf die ich mich verlassen habe. Mein Weggang war aus diesen Gründen eigentlich für den 1. Mai 2015 vorgesehen, umentschieden habe ich mich nur, weil wir mit dem aktuellen Käufer jemanden gefunden haben, der die gleichen Pläne verfolgt wie ich.

  • Das gefällt mir richtig gut!
    Ich freue mich auch darüber, dass sie es auch noch, wie ich finde, richtig begründen könnt. Auf der anderen Seite ist es auch klar, dass man einen solchen ungewöhnlichen, aber folgerichtigen, Schritt mehr Gehirnschmalz in die Begründung stecken muss.
    Die bisherige Vorgangsweise muss ja niemand begründen, weil uns Lesern da der Durchblick fehlt, wie das mit den Klicks genau abläuft.

    Weiterhin viel Erfolg wünscht,
    Thomas Muth

    • Genau das ist das Ziel solcher Artikel: Wir wollen Transparenz schaffen. In dem Fall nicht nur für die Vorgänge auf BASIC thinking, sondern auch für das intransparente Vorgehen von Apple. Danke für deinen Kommentar!

  • Hi Tobias!

    Danke für die erklärenden Worte. Also ich finde es gut, dass ihr nicht mehr zu den „Apple-Persern“ gehört. 😉

    Mich verwundert es immer wieder, wie der Konzern mit seinen „messianischen Keynotes“ so viel kostenlose Aufmerksamkeit erhält. Das hat wirklich nichts mit Journalismus zu tun, sondern ist auf Seiten der Verlage / Online-Seiten einfach plumpes „Klick“-Fishing.

    Berichte über Apple haben ihre Berechtigung, aber nur auf fundierter Basis und mit einer neutralen Grundhaltung. Obwohl ich selbst Macbook-Besitzer bin, geht mir die Entscheidung, die neuen Maschinen quasi nicht upgradefähig zu gestalten, gehörig gegen den Strich.

    Generell gefällt mir die Neuausrichtung von BasicThinking sehr gut und hoffe, dass ihr einen langen Atem beweisen könnt, da es in letzter Zeit einige Offline-Verabschiedungen (netzwertig, ….) gab.

    • Hi Mark!

      Vielen Dank dir fürs Feedback! Ich bin auch überzeugter Apple-Nutzer (iPhone, Mac, iPad). Das Ziel muss aber sein, die Produkte in unserer Position als Journalisten / Blogger trotzdem kritisch einzuordnen. Beispiel: Ich bin alles andere als überzeugt von der Apple Watch oder vom iPhone 6, ganz im Gegenteil – und schreibe das hier auch so auf. Schon alleine deswegen würden wir gar nicht eingeladen werden oder Produkte zum Testen bekommen. Apple entscheidet hier danach, wer die Produkte lobt – das hat nichts mit Journalismus zu tun.

      Wir werden alles tun, um uns nicht so schnell zu verabschieden, versprochen!

      Bestes
      Tobias

  • Sehr gute Entscheidung! Ich hoffe, dass euer neuer Ansatz funktioniert und er vielleicht sogar eine Trendwende im Inter- oder besser „Werbenet“ einleutet.

  • Die Macher der aktuellen BT Seite sind ja seit einigen Jahren schon deutlich „anti-Apple“ umgeschwenkt. Ich bin mit Sicherheit kein Appel-Fan, aber genau so nervig wie massenhafte Apple Lobeshymnen finde ich dieses bashing zwischen den Zeilen. Es ist schade, dass ihr nicht mehr wirklich seriös schreiben könnt. Guter Artikel, subtil geschmückt mit reißerischem Quatsch. Möchtegern „Wir hinterfragen jedes Produkt der Firmen A-Z gleichermaßen“ könnt ihr euch sparen, denn ihr macht das ganz sicher seit langem nicht mehr.

    • Darum spreche ich von ZUKÜNFTIG. Wir WAREN in diesem Kreis, haben uns aber mit der Umstellung befreit. Und den Vorwurf, dass wir „anti-apple“ eingestellt seien, weise ich entschieden zurück. Wir loben genauso wie wir kritisieren.

  • Ui … Ihr scheint das also auch ernst zu meinen! Nach Sascha Pallenberg’s mobilegeeks.de wieder ein Blog, das zurück auf meine Leseliste findet. Ein beruhigender Trend, wie mir scheint, den das Internet bitter notwendig hat, um sich ein Stück der Unabhängigkeit zurück zu erobern, die wir früher daran so geschätzt haben. Ganz zu schweigen von einem gerüttelt Maß an Glaubwürdigkeit, die mit der Unabhängigkeit einhergeht und ohne die jeglicher Journalismus zum Tode verurteilt ist … es sei denn man heißt „Bild“ (ach nee, ich sprach ja von Journalismus)

  • Sehr schöne Entscheidung. Was gab es auch von der Apple Keynote zu berichten? Apple Music? Eigentlich gab es nur über 2 Stunden ziemlich ödes vorstellen von simplen iOS Funktionen

  • Schicker Standpunkt zu den Klicks wg Apple als auch zum Bannering auf Eurer Seite! Hoffentlich ein Trend. So oder so: ich find’s gut, der Klickwahnsinn treibt eh mittlerweile viel zu bunte Blüten. Viel Erfolg weiterhin.

  • Wie wollt Ihr Basic Thinking denn künftig finanzieren, wenn nicht mit Bannern? Die bezahlten Posts und Affiliate-Links dürften dafür nicht reichen, oder?

      • Die Einstellung, dass man die Qualität nicht verkauft und man sich diesem „Klick“-Hashing entgegen stellt, finde ich durchaus positiv.
        Dennoch denke ich nicht, dass ein Banner mehr oder weniger, sich gegen diese Grundsätze stellt. Man kann ja Werbeflächen verkaufen und dennoch nicht die Inhalte diktiert bekommen. Auch euch wird man anschreiben, ob es nicht möglich ist, dass gewisse „sponsored“ Posts, nicht als solches gekennzeichnet werden.

        Wenn gesponserte Artikel und Affiliate-Links reichen würden, müsstet ihr eine ziemliche Leserschaft aufbauen…
        Dazu reicht es nicht, ständig zu predigen wie unabhängig man ist, man muss wirkliche USP setzen. (anders sein wollen, kennt man von Piraten, z.b. ebenso 😉 deren Konzept, war nur „anders sein“, aber sonst inhaltsleer)
        Auch die Frequenz eurer Artikel scheint mir gering für eine so große Mannschaft und dann auch noch nicht sehr einzigartig, bzw. sind auch keine besonderen Artikelserien oder ähnliches am Laufen. Nichts für ungut, euer einziges USP ist, was ihr NICHT macht, aber davon kann man, denke ich zumindest, nichts aufbauen.

        Dennoch, ich bleibe gespannt und lese mal weiter mit 😉

        • „Dennoch denke ich nicht, dass ein Banner mehr oder weniger, sich gegen diese Grundsätze stellt. Man kann ja Werbeflächen verkaufen und dennoch nicht die Inhalte diktiert bekommen.“

          -> Klaro! Aber ohne Klicks nimmt man dann kein Geld ein. Und das ist das Problem. Aber du hast recht: Banner als solche nehmen dem Journalismus nicht die Unabhängigkeit. Das übernimmt das klickgesteuerte Denken leider.

          „Auch euch wird man anschreiben, ob es nicht möglich ist, dass gewisse „sponsored” Posts, nicht als solches gekennzeichnet werden.“

          -> Das passiert täglich und wir lehnen konsequent ab!

          Gesponserte Artikel werden ausreichen und sie werden kommen, da bin ich sicher. Aber ich verstehe, was du meinst. Danke dir für deine Tipps!

  • Großartiger Artikel und eine gute Entscheidung, lieber auf hochwertigen Langzeitjournalismus als auf den schnellen Erfolg zu setzen.

    Ich bin mir sicher, dass sich hochwertige Artikel die gut recherchiert und geschrieben sind am Ende bezahlt machen. Denn von denen die über jeden murks berichten gibt es viel zu viele. Ich will auch niemanden Nennen, aber wenn ein Blog über jedes Apple Mockup / DesignIdee usw. einen Artikel veröffentlicht, dann hat man irgendwann keine Lust mehr.

    Ich bin gespannt auf das was kommt und freue mich auf zukünftige Artikel.
    Denn durch die Umstellung habe ich wieder zurück zu diesem Blog gefunden und was ich sehe gefällt mir sehr.

  • Hi Tobias,

    damit meine Leser auch zu euch finden, hab ich selbst was fabriziert:

    http://www.henning-uhle.eu/informatik/basic-thinking-ohne-apple-hype-aber-mit-glaubwuerdigkeit

    So ist das richtig, wie ihr das machen wollt. Lasst doch den Apfel Apfel sein. Ihr steht doch eigentlich drüber. Als Fazit hab ich übrigens:

    Da kann man eigentlich dem Tobias und seinen Leuten nur viel Glück wünschen. Das ist auf jeden Fall besser, als die Jagd auf Klicks.

  • Gut geschrieben.
    Nur wo ist denn der Menschen, welcher auf die Keynote geht, die Hardware bekommt, sie in seinem Blog lobt und dann hinterrücks an freie Blogs verleiht. Diese können dann die regulären Tests ohne Sahnehäubchen machen?

    Das erwarte ich in die Blogosphäre, wenn es jene noch gibt.

    Grüsse
    Christian

    • Der Plan ist klasse, aber die Vernetzung ist in Deutschland nur so mittelgut. Hier könnten wir uns von anderne Ländern viel abgucken, die innerhalb der Blogosphäre besser vernetzt sind!

  • Hi Tobias,

    als ich die Headline gelesen habe war ich echt geschockt. Warum verzichtet ihr auf diesen Traffic, dachte ich mir.

    Aber deine Argumente sind nachvollziehbar und ich begrüße es sehr, obwohl ich selbst ein Apple-Fan bin. Macht weiter so…

    Beste online Grüße
    Phuong

  • Ich muss ehrlich zugeben, ich habe mich auch erst gewundert, aber die Gründe verstehe ich voll und ganz.

    Auch von mir, volle Unterstützung, finde diese Einstellung super!

  • Der Witz ist ja, dass man schon so gewohnt ist, in Marketingstrategien zu denken, sodass mir sofort der Gedanke in den Kopf geschossen ist, vielleicht ist das nur eine andere Art sich an den Applehype zu hängen. Und darin liegt ein Grundproblem, dass man den Journalismus nicht mehr frei von taktischen Überlegungen, die die Wahrheit trüben, hält.

  • Genau die Jagd nach den Hype_themen hat mich in der Vergangenheit hier abgeschreckt, ich bin auch jemand, der mit den typischen bunten und mit Fotos vollgespickten Blogs nichts anfangen kann. Das neue – eher minimalistische – Design hier mit dem Fokus auf tiergelegten Themen, spricht mich sehr viel mehr an. Ich wünsche Euch, dass das hier funktioniert.

  • Wäre nicht gerade durch eure Neuorientierung eine objektive und vielleicht auch kritische Nachlese zu einer Keynote von Apple möglich? Sich bewusst gegen ein Thema zu entscheiden und sich sogar zu rechtfertigen, heißt für mich, dass es euch scheinbar trotzdem brennend interessiert.

  • Ich gratuliere euch zu diesem hervorragenden als auch mutigen Entscheid. Ich kenne es aus eigener Erfahrung wie Apple mit Kretik umgeht. Ich wurde mal geschäftlich zu einem Produkte Vorstellung eingeladen. Ich habe meine Meinug geäuser dass manche Produkte bzw. Funktionen welches von ihnen als revolution presentiert wurden doch keine sind. Darauf hin, hat Apple meine Vorgesetzten angerufen um mich nicht mehr an Apple Präsentation zuschicken. Bei der nächsten Vorstellung, haben sie mich ausgeladen und davor ein email an die Unternehmen mit der bitte, nur Apple sympathisanten zu schicken!

  • Schön, das ihr euch das zutraut. Die deutschsprachigen Online Magazine sollten insgesamt mehr Selbstbewußtsein zeigen. Der neue Eigentümer scheint euch gut zu tun. Hoffentlich müsst ihr nicht zum Ausgleich jubelnd über Adlock Plus schreiben …

    • Wenn wir das müssten, wäre ich nicht mehr an Bord. Die redaktionelle Leitung sowie die Geschäftsführung liegen alleine bei mir, Tim hat in dem Bereich keinen Einfluss! Keine Sorge, das wäre auch nicht sein Stil.

  • Gute Entscheidung! Ich arbeite seit über 20 Jahren ausschließlich mit Macs. Leider sind im Laufe der Zeit nicht nur die Produkte (sowohl Hard- als auch Software) schlechter geworden, auch die User scheinen gewaltig an „Qualität“ abgenommen zu haben. Durch den ganzen gruseligen iPhone-Hype tummeln sich in den üblichen Foren vor allem unkritische Kinder, die mit ihrem ständigen „I love apple“-Gequatsche eine merkwürdige Parallelwelt aufrecht erhalten, die verhindert, dass Apple unter Druck kommt und sowohl die eigenen Produkte als auch den Kundenservice wieder verbessern muss. Ich habe keine Lust mehr darauf Apples Versuchskaninchen zu sein und warte seit geraumer Zeit immer bis eine neues IOS auf den Markt kommt, um dann den endlich ausgereiften Vorvorgänger auf mein iPhone zu ziehen. Meiner Erfahrung nach verbaut auch Apple mittlerweile eine „geplante Obsoleszenz“ in seine Geräte. Während mein Titanium-Book der ersten Generation (Bj. 2001, 400 MHz) noch problemlos läuft haben sich in meinem Büro in der Zwischenzeit verschieden iMacs und iPhones aus ihrem Arbeitsleben verabschiedet.

    Viele Grüße, haltet durch!
    kex

  • Ich möchte darauf hinweisen, dass die Computerbild deshalb keine Testgeräte mehr bekommt, weil die „Redakteure“ das Video gestellt haben, um auf den Bentgate-Zug aufzuspringen. Das hatte nichts mit Kritik oder Aufklärung zu tun, sondern war starke Meinungsmache mit falschen/gefälschten Tatsachen unter gefälschten Umständen (starke Gewalteinwirkung auf das iPhone). Wenn ein Pirelli Test-Reifen an AutoMotorSport liefert und die Redaktion diese mit Messern malträtiert, würde Pirelli sicher beim nächsten mal auch keine Reifen mehr zum Testen schicken. Vielleicht könnt ihr das korrigieren.

  • Bitte, gerne!

    Ich denke unternehmerisch, solltet ihr ein Konzept mit einem Prinzip nicht verwechseln. Das von dir ist ein Prinzip. Damit viel voran kommt braucht ihr ein gutes Konzept. Prinzipien sind gut für die Glaubwürdigkeit und dir Außenwirkung auch dafür, dass man seinen Konzept treu bleibt. Größere Unternehmen haben sowas.
    Beim Konzept hingegen geht s dann zu konkrete Dingen über. Meistens stellt sich der Erfolg durch ein gutes Konzept ein und wird von den Prinzipien getragen und nicht umgekehrt.

    • Eine Keynote (engl. für „Grundgedanke“; auch „keynote address“, „keynote speech“) bezeichnet einen herausragend präsentierten Vortrag eines prominenten Redners. Häufig handelt es sich dabei um die Eröffnungsrede einer Tagung.

      Die Keynote nimmt die wichtigsten Themen der Tagung oder Messe vorweg. Sofern die Tagung medienwirksam Markantes bietet, wird dies in der Keynote eingeführt und vorgestellt.

  • Ich mag Apple-Geräte und arbeite mit ihnen – in der Marketingkommunikation sind sie „Basics“.
    ABER ich gratulieren Ihnen zum Entscheid, bei der Apple-Hofberichterstattung nicht mehr mitzumachen. Dies aus folgendem Grund: Grosse (und Apple ist ja einer der Grössten) sparen sich mit der gratis gelieferter/empfangenen PR MILLIARDEN an Werbegeldern (für Anzeigen, Plakate, Spots). Indem die Medien (ob Print oder Online) jeden Furz von Apple bringen, sägen sie am eigenen Ast.
    Apple hat meines Wissens noch keinen müden Franken in Inserate für die Apple-Watch investiert … trotzdem ist dieses (gestalterisch sehr billige Ding) heute bekannter als jede gute Schweizer Uhrmarke. Letztere aber sponsoren Events, inserieren, plakatieren usw. usf.
    JA, liebe Medien, schenkt denen, die schon alles haben, nicht noch mehr. Kriecht weder Apple noch Samsung weiter auf den Leim.

  • Bin über nen Link aus ner anderen Seite hier gelandet.
    Mir gefällt die neue Richtung, die hier eingeschlagen wird. Jetzt muss nur noch die Qualität der Artikel stimmen 😉

  • Mutige Entscheidung, sich von allen CPC`s zu trennen. Wie finanziert sich die ganze Geschichte dann? Bezahlte Artikel? Sicherlich nicht von Apple…das habe ich verstanden und kann ich nur gut heißen.

  • da sag ich doch mal….RESPEKT. ich finde diese entscheidung ist absolut richtig. ich hoffe das noch vielmehr zu dieser einsicht kommen. es mag für viele toll sein kurzfristig viele klicks zu generieren. aber was nutzt das, wenn die dann aber genau so schnell wieder weg sind ?? besser und nachhaltiger ist es, weniger klicks zu haben. aber die dann länger verweilen und auch noch andere artikel/berichte/blogs lesen. von daher finde ich es unterstützenswert, wenn sich jemand davon befreit und andere wege geht. alsovon mir, viel erfolg auf diesem eingeschlagenen weg.

  • Danke für die Erklärung. Guter Grundgedanke und definitiv eine gute Richtung.

    Ändert nichts daran, dass ich am Morgen nach der Keynote (Hab Sie live gesehn) verzweifelt nach der gewohnten Zusammenfassung gesucht und mich echt drüber gefreut hätte, hier wie gewohnt etwas darüber lesen zu können.

    Ansonsten macht Ihr trotzdem ein klasse Job!

  • Wenn die Finanzierung ohne Werbung funktioniert ist das super! Insgesamt sieht Eure Webseite ohne Werbung auch schöner aus und lässt sich besser lesen. Ich bin gespannt ob das „Experiment“ funktioniert, ich wünsche es Euch sehr.

    Insgesamt finde ich aber das (relevante) Werbung auf News- und Blogseiten nicht verkeht ist, denn es ist nunmal ein wichtiger Kanal für Hersteller und Händler. Es ist aus meiner Sicht nur wichtig, dass man als Medium eine klare Trennung zwischen Anzeigenverkauf und Journalismus hinbekommt und das man finanziell in der Lage ist jeden Werbedeal abzulehnen.

    Aber als regelmässige Leserin von basicthinking finde ich die Entscheidung toll.

  • Auch wenn ich nicht der erste bin, der es schreibt, möchte ich auch noch einmal meine Freude über die Kursänderung zum Ausdruck bringen. Und gleichzeitig auch meinen Respekt für diese mutige Entscheidung. Ich drücke euch die Daumen, dass sich das so trägt. Ich persönlich würde es aber auch niemandem krumm nehmen, wenn ihr hier doch irgendwann wieder „dezente“ Bannerwerbung schaltet – zusätzlich, ohne euch davon treiben zu lassen. Ich denke, auch dieser Spagat ist zu schaffen. Man muss die Bannergeschichte dann eben „einfach“ als Zusatzeinnahme „oben drauf“ sehen und nicht als Kerngeschäft.

  • Seit den ersten Tagen von basic dabei…mittlerweile von meinem newsreader gelöscht gewesen. Seit der übernahme und seit dieser Entscheidung wieder drinnen. Freue mich wieder Eure beitrage zulesen. Die letzten beitrage waren gut.

  • Danke für die Erklärung. Mich haben Keynotes und dergleichen noch nie interessiert. Mich interessiert, welche Produkte Apple neu auf den Markt bringt, was man damit machen kann und wo die Gefahren/Probleme damit liegen, besonders beim Thema Datenschutz, Oligopolmacht, Produktionsbedingungen und Relevanz für die Gesellschaft als Ganzes.

  • Was hat der Herr Gillen? Recht hat er. Unerträglich ist diese geoutsourcte Apple-Werbung von allerlei Print- und Online-Medien; und wenn Apple kritische Berichterstattung zu ihren für gottesgleich gehaltenen Produkten zu einer subtilen Erpressung zu nutzen weiß, dann bedeutet es doch erstens, daß Apple die freie Marktwirtschaft verachtet, zweitens demnach, daß Apple selbst harsch über Konkurrenten zu urteilen weiß, sich kritischer Berichterstattung nur trotzig stellt und drittens daß diese Firma von der Journalie zu viel Macht verliehen bekommt. Ich muß der Ordnung halber anführen, daß ich selbst glühender Apple-Anwender bin.

  • Sehr gut, Du hast dich für die Rote Pille entschieden, somit werde ich Dir nun versuchen zu erklären was genau die Matrix ist, wie sie aufgebaut ist, wer sie aufgebaut hat, wie sie funktioniert und wie Du dich davor und dagegen schützen kannst bzw. wie du Dich aus ihr befreien kannst! Vieles von dem was Du gleich erfahren wirst mag erstmal unglaublich klingen, jedoch ist es leider die Wahrheit. Ich habe nicht gesagt, dass es schön wird, ich hab nur gesagt, dass es die Wahrheit ist.

  • Hallo alle zusammen,

    schonmal vorab: das ist ein toller, aber auch verdammt mutiger Schritt. Ich finde es durchaus beeindruckend, dass Sie bereit sind sich dem Großteil des Internetjournalismus‘ entgegenzustellen und ich hoffe wirklich sehr, dass es einige Mitläufer geben wird.
    An dieser Stelle habe ich aber das Gefühl Apple ein kleines Bisschen in Schutz nehmen zu müssen. Selbstverständlich ist es ethisch durchaus fragwürdig sich Journalisten durch „indirekte Drohungen“ in den Weg zu stellen, aber ich denke hier sind wohl eher die entsprechenden Journalisten in Verantwortung zu ziehen. Schließlich ist es für große Unternehmen nicht unbedingt ungewöhnlich auf guten Publicity zu „achten“. Es sollte für einen ernsthaften, überzeugten Journalisten nicht erste Priorität sein beschenkt zu werden und das „Hamsterrad“ am laufen zu halten.
    Daher wie oben schon beschrieben: Hut ab und auf dass sich Ihnen viele anschließen 🙂

    LG Krissy

  • Ich nutze zwar die Apple Produkte, finde diesen Schritt aber trotzdem gut. Ich bin durch diesen Beitrag erst auf euch aufmerksam gewurden, ich hoffe es kommt auch noch was Neues?

  • Wörtlich übersetzt könnte man Basic Thinking – analog zu Basic Instinct – wohl auch „einfaches Denken“ nennen – nein, soweit möchte ich niccht gehen 😀
    Gleichwohl kann man die Entscheidung nicht über einen Apple (oder Google, Microsoft, Facebook,…) Event zu berichten sehr kritisch hinterfragen. Z.B. Die Frage ob man nicht die durch Werbefreiheit gewonnene Unabhängigkeit nicht super dazu nutzen könnte solche Events kritisch (!) zu begleiten. Schade um die verpasste Chance, finde ich.
    Es bleibt abzuwarten, ob ihr bei den anderen Firmen ähnliche Zurückhaltung an den Tag legt oder ob das wieder mal so eine Sache ist (wie im Text angedeutet): Apple kann nicht mehr Innovation liefern, also….
    Man muss sich schon fragen, auch ohne Apfelfan zu sein, in welchem Rythmus die Innovationen denn nun kommen müssen, damit die Presse ( und erst recht die ach so klugen Analysten) zufrieden sind…..
    Und was sind eigentlich echte Innovationen? Sicher nicht das Erfinden neuer Produkte – der Mac war nicht der erste PC, der iPod nicht der erste MP3 Player, das iPhone nicht das erste smarte Telefon und natürlich das iPad nicht das erste Tablet.
    Innovation ist eben nicht immer neuste Technik in (meist) nicht marktreifer Version auf den Markt zu bringen. (VR gewünscht?).
    Echte, nutzbare Innovation ist meist das bereits Bekannte endlich auch für den nicht-Freak nutzbar zu machen.
    In sofern erwarte ich noch so einiges von den Äpfeln.

    Mal sehen, wie ihr es mit den großen Events haltet, auch wenn die Mega – Entertainer a la Jobs und Balmer leider weg sind.

    • Hi Andreas, da halten wir es genau so 🙂 Und wir werden kritisch berichten, allerdings ausgeschlafen und in Ruhe, mit Fokus auf Fakten, Infos und Einordnung und nicht mit hohem Puls für den schnellen Klick 🙂

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