Homeless Media

Homeless Media: Wenn soziale Netzwerke die Heimat von Inhalten werden

nextMedia.Hamburg

Wie finden Internet-User Inhalte? Diese Fragen stellen sich derzeit vor allem Medien- und Digitalunternehmen. Instant Articles von Facebook oder Discover von Snapchat zeigen eine Möglichkeit auf: Die Inhalte dort stattfinden zu lassen, wo die User sowieso sind. In den sozialen Netzwerken nämlich. Diese Entwicklung hat Francesco Marconi „Homeless Media“ genannt.

Homeless Media: Die Homepage ist nicht mehr alles

Marconi, Strategy Manager bei der Nachrichtenagentur „Associated Press“, schreibt auf medium: „We could soon see the emergence of a new wave of publishers that don’t require home pages or apps; their sole purpose is to syndicate content through different channels and social platforms.“

Der Vorteil für die User ist klar: Sie sparen sich den Klick auf externe Angebote und finden alles direkt in ihrem Newsfeed. Aber wie gehen die Medienmacher mit diesen neuen Herausforderungen um? Dieser Frage und dem Phänomen Homeless Media hat sich nextMedia.Hamburg nun in einem Digitalmagazin gewidmet. Zu Wort kommen darin neben Franesco Marconi auch Oke Göttlich (Vereinspräsident des FC St. Pauli und Geschäftsführer von finetunes) sowie Sabela García (Program Manager beim next media accelerator, der Hamburger Startup-Schmiede).

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Ebenfalls vertreten sind Rike Woelk (stellvertretende Redaktionsleiterin bei tagesschau.de und ARD-aktuell in Hamburg), Thomas Roß (Journalist und Berater für digitale Kommunikation) und Andreas Rickmann (Leiter der Social Media-Abteilung bei BILD), die sich im Video zur Frage nach Homepage versus Social Media so äußern:

Aber was wollen überhaupt die User? Wie stoßen sie auf Inhalte? Eine Umfrage von Statista im Auftrag von nextMedia.Hamburg zeigt: Die Google-Suche ist noch vor den Homepages der Medienhäuser der wichtigste Zugriffsort, wenn es um Nachrichteninhalte geht – und das in allen Altersgruppen gleichermaßen. 60 Prozent setzen auf Google, auf die News-Websites geht durchschnittlich gut jeder zweite Deutsche (48 Prozent). Mithilfe von Social-Media-Angeboten der Medienhäuser gelangen allerdings auch schon 28 Prozent an Nachrichten.

Auch junge User finden Nachrichten vor allem über Google-Suche

Auf den weiteren Plätzen folgen Hinweise von Freunden und Bekannten auf Social-Media-Plattformen (23 Prozent), Messenger-Dienste von Medien (18 Prozent) und Messenger-Nachrichten von Freunden und Bekannten (14 Prozent). Besonders auffällig mit Blick auf die Altersgruppen: Die Google-Suche ist bei allen beliebt, auch wenn die Ü50-User noch stärker darauf setzen als jene unter 30 Jahren (66 Prozent zu 54 Prozent). Deutlich stärker ist der Unterschied bei den sozialen Netzwerken: Während immerhin 48 Prozent der jungen User (18 bis 29 Jahre) in sozialen Netzwerken auf Nachrichteninhalte von Medien stoßen, sind es unter den 50- bis 60-jährigen gerade einmal 18 Prozent.

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In sozialen Netzwerken hat Facebook das Nachrichtenmonopol

Danach gefragt, wo User im Social Network vor allem auf Nachrichteninhalte stoßen, nennt fast jeder Zweite Facebook (45 Prozent). YouTube, Google+ und Twitter folgen abgeschlagen mit jeweils unter 10 Prozent. Kaum von Bedeutung sind Instagram und Pinterest mit jeweils einem Prozent. Und Snapchat? Trotz des Discovery-Tools und der verstärkten Aktivitäten, auch deutscher Medien, verbindet niemand die Trend-App mit Nachrichten. Interessante Randnotiz: Bei den 50- bis 60-jährigen wird Google+ mit 14 Prozent noch verhältnismäßig newsaffin wahrgenommen, während bei den jungen 18- bis 29-jährigen nur ein Prozent Google+ nennt.

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Die Umfrage zeigt aber auch: 28 Prozent der Befragten, die soziale Medien nutzen, kennen Instant Articles gar nicht; 38 Prozent haben es noch nicht genutzt und nur rund jeder Dritte (34 Prozent) hat schon einmal Instant Articles gelesen – bei den Jüngeren ist es immerhin schon fast jeder Zweite (48 Prozent). Jedoch finden es immerhin 41 Prozent der Befragten, die soziale Medien nutzen, sehr wichtig oder wichtig, dass Nachrichteninhalte plattformspezifisch aufbereitet werden – wie eben mit Instant Articles. Homeless Media, so scheint es also, fällt auch in Deutschland auf fruchtbaren Boden.

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