Digitale Nomaden

Die Digitale-Nomaden-Abzocke: Lauft nicht den Rattenfängern hinterher!

Wut wütend
geschrieben von Marinela Potor

Ich bin ein wenig sauer. Wobei, „sauer” ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort, eher genervt. Das aber so richtig! Je mehr ich über digitale Nomaden schreibe, umso mehr Facebook-Gruppen ich beitrete und umso mehr Blogs ich lese, umso mehr fühle ich mich an das Topmodel-Syndrom erinnert. Ein paar Worte dazu.

Für diejenigen unter euch, die diese Shows nicht so regelmäßig schauen wie ich (hüstel): Man könnte es auch das „Deutschland-sucht-den-Superstar Syndrom“ oder das „Popstar-Syndrom“ nennen. Gemeint ist damit ein Phänomen, in denen Menschen ein Traum verkauft wird, und zwar für so richtig viel Geld. Genau dasselbe scheint mir im Moment in der digitalen Nomadenszene zu passieren. Digitale Nomaden der ersten Generation, die durch Glück oder Zufall in dieses Leben gerutscht sind, verdienen nun richtig viel Geld damit, indem sie anderen den tropischen Traum verkaufen. Und das nervt!

Neulinge werden mit Halbwahrheiten ins Netz gelockt

Versteht mich nicht falsch, ich bin die Erste, die von diesem Lebensstil begeistert ist und jeden, der diesen Traum hat, auch dazu ermuntern wird. Ich schreibe gerne über mein Leben auf Achse und gebe meine Erfahrungen weiter, versuche eure Fragen zu beantworten und euch so viele hilfreiche Tipps zu geben, die ich auf Lager habe. Deswegen bin ich auch erstmal recht begeistert von allen Slack-Gruppen, Facebook-Gemeinschaften und Meetups, wo alle, die es interessiert, so viele Informationen wie möglich bekommen können. Wovon ich allerdings weniger begeistert bin, sind Websites, auf denen die Betreiber sich als Digitale-Nomaden-Experten darstellen und eigentlich nur sinnlosen Inhalt posten, der dann natürlich noch zu irgendwelchen E-Books, Blogcamps oder Produkten verlinkt, die man für viel Geld erstehen kann.

Diese Blogger machen, rational betrachtet, alles richtig: Sie haben einen Markt erkannt, und monetarisieren ihn. Was sie dabei verkaufen, ist weniger ein Produkt als ein Lebenstraum – und damit kann man momentan anscheinend so richtig viel Geld verdienen. Deshalb springen wahrscheinlich auch derzeit so viele auf diesen Zug mit auf. Während dies einerseits natürlich sehr clever ist, hadere ich hier mit meinem Verständnis. Es ist eine Sache, mit seinem Wissen Geld zu verdienen oder sich einen Markt aufzubauen, weil man clever ist. Das andere ist, Versprechen zu verkaufen, die man nicht unbedingt erfüllen kann und mit Halbwahrheiten andere in das Netz der digitalen Nomaden zu locken.

Topmodel-Shows als Beispiel

Verzeiht mir hier nochmal die Parallele zu den Topmodel-Shows. In diesen Shows passiert nämlich seit Jahren genau das gleiche, wenn auch natürlich auf höherem Niveau. Diese Shows ziehen Tausende von jungen Mädchen (und mittlerweile auch Jungen) magisch an, mit dem Traum des glamourösen Jetsetter-Lebens als Supermodel, das die ganze Welt bereist, von allen angehimmelt und dabei reich wird. Wer sich aber die Realität anschaut, erkennt schnell, dass dieser Traum nur für die wenigsten wahr wird (und zwar hauptsächlich für die Models, die wie Heidi Klum, Tyra Banks oder Tyson Beckford auch noch clevere Geschäftsleute sind).

Die meisten Models dagegen hadern mit sich und ihrem Aussehen, Magersucht und Drogenkonsum sind altbekannte Probleme in der Szene. Models leben nicht in tollen Villen in L.A., sondern vorwiegend in vollgestopften Model-WGs (wo der Konkurrenzdruck so groß ist, dass man entweder darunter zusammenbricht oder in ungesundes Verhalten abrutscht). Viel Geld verdienen die wenigsten dabei, es sind eher die Agenturen, die groß abräumen, oder – im Fall der TV-Shows – die Produzenten und Fernsehanstalten sowie sämtliche Werbepartner.

Mit Luftschlössern das große Geld abräumen

Ganz so extrem ist es mit dem Traum der digitalen Nomaden (noch) nicht, aber wenn ich digitale Nomadencamps in Thailand sehe, für die Teilnehmer Tausende von Euro zahlen müssen und die nur in sehr vagen Worten beschreiben, was man als Endprodukt mitnimmt, außer wahrscheinlich einer netten, wenn auch teuren Urlaubserfahrung, dann fange ich an, an der Ehrlichkeit dieser digitalen Nomaden zu zweifeln. Was kann man wirklich auf so einem Camp lernen, was man sich nicht selbst beibringen oder sich mit ein wenig Recherche oder Networking aneignen kann? Gerade wenn man als Psychologe oder Anwalt online arbeitet oder arbeiten möchte, wie können solche teuren Events einem beruflich helfen? Wird hier zum x-ten Mal wiedergekäut, wie man Geld mit einem Blog verdienen kann? Oder werden hier weitere Merchandise-Produkte verkauft, die euch erfolgreich machen sollen, aber in Wahrheit nur den Betreibern Geld einbringen?

Während ich fest glaube, dass Expertenwissen gut bezahlt werden sollte, frage ich mich bei vielen dieser Traumfänger, ob das Wissen hinter ihren Angeboten tatsächlich so fundiert ist. Ja, sie hatten das Glück mit ihren Geschäftsideen erfolgreich zu sein. Aber macht sie das gleich zu Experten für alle digitale Nomaden? Viele dieser so genannten Experten haben inhaltsleere, schlecht geschriebene Blogs, auf denen ich nur Affiliate-Links und Eigenwerbung finde – und das ist für mich ein Problem. Wenn ihr jemand seid, der Frauen, die sich selbständig machen wollen großartige Tipps gebt, oder wenn ihr eure Themen sehr gut recherchiert, dann ist es mehr als berechtigt, dafür Geld zu verlangen. Wenn aber Luftschlösser verkauft werden, dann finde ich das schlicht und einfach mies. Schön, wenn andere damit Geld verdienen, aber unterstützt werden muss das noch lange nicht!

Glaubt den Märchenerzählern nicht alles!

Denn, was die wenigsten erwähnen, in all dem Lob für das tolle Nomadenleben, sind die harten Seiten des Lebens. Natürlich nehmen wir das gerne in Kauf, dennoch sollte man hier ehrlich sein. Die meisten digitalen Nomaden leben in Südostasien nicht weil es dort so paradiesisch ist (wobei das natürlich nicht stört), sondern weil sie es sich mit ihrem Gehalt als Copywriter oder Blogger einfach nicht leisten könnten, in Deutschland oder Kanada zu leben. Mit diesem Leben verdient man nicht das große Geld, zumindest nicht am Anfang. Und in stickigen Hostelzimmern zu arbeiten, während andere am Strand liegen, ist auch nicht immer das Gelbe vom Ei. Würde ich lieber reisen wie die Backpacker, die ein Jahr lang auf Weltreise gehen und keinen Finger rühren? Natürlich! Würde ich gerne ein deutsches Gehalt verdienen? Klar!

Ich arbeite hart daran und jedes Jahr wird einfacher und erfolgreicher, doch ein Zuckerschlecken und faules In-der-Sonne-Liegen ist das nicht. Das sollte man Möchtegern-Nomaden auch klar sagen. Diejenigen, die tatsächlich viel Geld mit ihren Websites, Konferenzen und Seminaren verdienen, die verraten wiederum selten, wie sie das genau tun und wie viel Geld sie eigentlich verdienen. Das ergibt ja auch Sinn: Man will nicht zu viel Hilfe und Unterstützung geben, damit andere es einem nicht nachmachen – und dann plötzlich feststellen, dass man nur heiße Luft verkauft hat.

Lasst die Rattenfänger reden

Digitale Nomaden ist ein Schlagwort geworden, unter dem man so ziemlich alles verkaufen kann: E-Books, Videoseminare, teure Urlaube in „exotischen“ Orten. Ich habe auf einer Facebook-Gruppe für digitale Nomaden ein „Angebot“ gesehen, in dem ein Pärchen eine Kajüte für digitale Nomaden auf einem Katamaran für sage und schreibe 400 US-Dollar pro Woche anbietet, ohne Mahlzeiten oder Hafengebühr. Mal abgesehen von der Frage, wer sich das leisten kann und will und wie gut dieses Angebot wirklich ist, fällt auf, wie mit dem Modewort „digital nomad“ auf einmal alles versehen wird, was irgendwie mit Reisen zu tun hat und mit dem man viel Geld verdienen möchte.

Natürlich gibt es viele tolle Ideen, interessante Projekte und viele ehrliche Nomaden, die tatsächlich fachkundig sind oder auch einfach ohne großes Eigenmarketing ein tolles Leben auf Reisen führen. Und natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, für welche Events er wie viel Geld ausgeben möchte. Doch tut mir einen Gefallen: Fallt nicht auf jeden Rattenfänger herein und überlegt euch gut, in was ihr investieren möchtet, bevor ihr viel Zeit und Geld in etwas steckt. Lebt und folgt eurem Traum vom digitalen Nomadenleben, aber vergesst nicht, dabei alle Angebote und Versprechen auch kritisch zu hinterfragen!


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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor hat als klassische Radiojournalistin angefangen, und ist dann unklassisch (und nicht ganz freiwillig) zur digitalen Nomadin geworden. Seit 3 Jahren reist sie um die Welt und schreibt zu politischen, sozialen und digitalen Themen.

38 Kommentare

  • Hey, sehe ich genau so. Schau dir mal nomadly.de an. Ist non profit gemacht. Da versuche ich in Zukunft immer mehr Infos und vor allem die Wahrheit über das digitale nodamentum zu erzählen. Würde mich über eine Erwähnung freuen.

  • Nun, Träume zu verkaufen oder Träumen hinterherzujagen, das war schon immer eine menschliche Eigenschaft gewesen. Grundsätzlich finde ich das auch nicht falsch. Wer aufhört, zu träumen, hört auf zu leben. Merkwürdig ist nur, dass man, egal, was und wie viel man hat, immer etwas Anderes haben will. In Etwa so, wie Wilhelm Busch das formulierte: „Ein Wunsch, wenn er erfüllt, kriegt augenblicklich Junge“. Der Gegenentwurf dazu ist wohl Diogenes in der Tonne.
    Ich selbst bin kein digitaler Nomade. In etwa 7 Jahren werde ich in Rente gehen, dann werde ich vermutlich so etwas Ähnliches. Aber ohne Erfolgsdruck. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe anderer Träume, von denen ich vermutlich ein paar noch verwirklichen kann. Zufriedenheit bedeutet ja nicht zwangsläufig das Ende der Träume. Zufriedenheit führt zunächst zu Ruhe und Selbstsicherheit. Aus dieser Position heraus lässt sich viel entspannter träumen. Wer im luftleeren Raum Hirngespinsten hinterherjagt, wird vermutlich kaum mehr als Frust ernten. Und wer für diese frustrierenden Hirngespinste auch noch Geld ausgibt…
    Wir leben in einer Zeit der massiven Umbrüche. Alles ändert sich, und das so schnell, dass man mit dem Verstehen nicht mehr hinterherkommt. In einer solchen Zeit ist das Digitale Nomadentum nur konsequent. Das Sammeln materieller Werte schafft heute keine Sicherheit mehr. Unabhängigkeit, Flexibilität und Bescheidenheit sind Eigenschaften, die das Überleben wahrscheinlicher machen. Sicher ist allerdings Nichts. In der Masse der Digitalen Nomaden ist der Einzelne problemlos ersetzbar, und das weltweite Dorf zieht weiter zur nächsten Hype.

      • Vielen Dank. Dafür, dass ich kein ausgebildeter Schreiberling bin, sondern nur ein Softwareentwickler, schaffe ich es doch hin und wieder, meine sich überschlagenden Gedanken halbwegs verständlich zu Text zu bringen. Wenn auch nicht so schön wie Dein Artikel.
        Ich finde es gut, dass Du Dir die Zeit nimmst, auf die Kommentare einzugehen. Es lohnt sich, bei interessanten Gedanken eine Zeit lang zu verweilen. Den Gedanken anhand der Kommentare noch mal zu rekapitulieren, zu erweitern oder zu hinterfragen. So ähnlich, wie es einen Trend zu „slow food“ gibt, könnte ein Trend zum „slow blog“ einen angenehmen Kontrast zu unserer viel zu schnellen Zeit setzen.
        Ich wünsch Dir noch ein angenehmes Wochenende.

        • Ich finde eine Kolumne ist ja auch keine Einbahnstrasse, man spült seine Gedanken raus, aber es ist auch sehr wichtig (für mich), mich mit anderen darüber auszutauschen. Oft kommen richtig gute Ideen / Einwände zu meinen Ideen, davon können wir ja alle lernen 🙂 Wie z.B. „slow blog“ – darüber hatte ich noch nie nachgedacht.
          Dir auch ein schönes Wochenende!

  • Hallo, danke für den Artikel! Früher war ich auch sehr fasziniert von dieser Szene, habe die typischen Vorreiter dort verfolgt und war am überlegen, wie ich das nachmachen kann. Dann habe ich kurz meinen Verstand wieder eingeschaltet und festgestellt, dass man als Autorin ja sowieso digitale Nomadin ist! Also habe ich meinen Fokus auf das gesetzt, was ich gut kann, und mich angestrengt, in meinem Metier als Expertin wahrgenommen zu werden. Ich glaube, das ist ein guter Tipp, den ich allen mitgeben möchte, die auch den großen Freiheitstraum träumen: Seht zu, dass ihr Experte auf einem Gebiet seid, bevor ihr anfangt, Blogs etc aufzuziehen.

    PS: Endloch mal eine digitale Nomadin, die die Rechtschreibung beherrscht! Danke!!!

    • Es gibt ja sowieso sehr viele Wege, um ortsunabhängig oder generell unabhängig zu arbeiten. Ich finde, man muss das nicht ganz so eng fassen und als Leben auf einer Thai-Insel definieren.

      Haha, danke! Ich glaube, mein Grundschullehrer wäre jetzt sehr stolz. Wobei, meine Kommasetzung ist seit der 3. Klasse ein Graus 😉

  • Danke für diesen Artikel, dem kann ich nur zustimmen.

    Besonders dieser Satz trifft ins Schwarze:
    „Was sie dabei verkaufen, ist weniger ein Produkt als ein Lebenstraum – und damit kann man momentan anscheinend so richtig viel Geld verdienen. “

    Einen Traum zu verkaufen ist eine wunderbar emotionale Angelegenheit. Wer hat nicht Träume, die er gern verwirklichen möchte. Man kann das Publikum also viel leichter begeistern (und ihm das Geld aus der Tasche ziehen) als mit einem knochentrockenen unemotionalen Produkt. Wahrscheinlich schießen die ganzen Blogs zu diesem Thema auch gerade deshalb wie Pilze aus dem Boden.

    Wie Siegfried oben schon schrieb ist grundsätzlich erst mal nichts daran verwerflich, anderen bei der Erfüllung ihrer Träume zu helfen. Man sollte dann aber auch liefern.
    Ich wünsche mir, dass sich die ehrlichen Traumerfüller durchsetzen und nicht die, die sich am besten vermarkten können.

  • Danke Marinela.

    Auf diesen Artikel habe ich lange gewartet. Bin zwar selbst kein digitaler Nomade, aber für mich waren die „Heilsversprechungen“ so mancher Anbieter schon lange zu hinterfragen. Vor allem das gegenseitige Referenzieren untereinander erscheint mir als eine Art „Im eigenen Saft schwimmen“ bzw. als „Filter Bubble“.

    Ich glaube Annika liegt mit ihrem Statement goldrichtig. Sich eine Expertise auf einem bestimmten Gebiet aufzubauen, erscheint mir als der einzig erfolgsversprechende Weg.

    • Diese gegenseitigen Referenzen entstehen natürlich auch oft, weil sich die ganzen Nomaden auf der DNX treffen oder zusammen in Chiang Mai sitzen – und zumindest in Deutschland der Kreis noch nicht so gross ist.

      Aber es hat ja noch nie jemandem geschadet, mal über den eigenen Tellerrand hinauszugucken und sich auch mal aus der Blase rauszutrauen. Das sollten wir uns alle (auch ich) mal zu Herzen nehmen.

  • Schwieriges Thema! Ich glaube, selbst wenn man „nur“ Luftschlösser verkauft, kann man Positives bewirken: Wenn man eine Begeisterung in einem Menschen weckt, die ihn von nun an an seinen Träumen arbeiten lässt, egal, ob er sie auf direktem oder indirektem Wege erreicht.
    Wer kann schon sagen, welches dieser „Geschäftsmodelle“ am Ende nur geschadet hat?
    Ich denke mir z.B. bei diesen Internet-Marketing-Fuzzis auch oft „Halt´s M… und mach doch einfach selbst, wenn man damit so erfolgreich sein kann!“ Aber das war schon am Klondike so: Am meisten Geld haben nicht die Goldsucher verdient, sondern die, die ihnen die Werkzeuge verkauft und die Unterkunft vermietet haben!

    • Super Vergleich! Ist absolut wahr!
      Ohne Träume wäre das Leben recht trostlos. Dabei kann ein Traum etwas Anspornendes sein, dass dich antreibt – und dann können die Luftschlossverkäufer sicher ein guter Anstoss sein. Andere bleiben wiederum in den Träumen stecken, andere verstehen nie, dass man für die Umsetzung der Träume auch etwas tun muss und andere sind so eingeschüchtert von der eigenen Courage, dass sie sich nie trauen, diese auch Wirklichkeit werden zu lassen. Meine Vermutung: Für alle diese Typen gibt es einen Onlinecoach 😉

    • Ja der Vergleich ist wirklich treffend. Ich beschäftige mich zwar erst seit einigen Wochen mit der Thematik, habe aber das Gefühl, dass die allermeisten digitalen Nomaden und ortsunabhängigen Online-Unternehmer ihr Geld damit verdienen, indem sie anderen Leuten erklären, wie man als digitaler Nomade und ortsunabhängiger Online-Unternehmer sein Geld verdient… Da ist doch irgendwas verkehrt… 😉
      Weiß jemand Beispiele für digitale Nomaden, die ihren Lebensunterhalt auf andere Art und Weise verdienen? Würde mich echt mal interessieren…

      Liebe Grüße 🙂

      PS: schön, dass Du Wert auf Rechtschreibung und Grammatik legst, Marinela! Sprache ist, richtig verwende, doch sowas ästhetisches und wertvolles. Das wissen darum scheint im Netz aber leider immer mehr verloren zu gehen…

  • Ich lese gerade den Bestseller des Godfather des modernen Nomadentum, nein nicht das alte Testament sondern, „Die 4-Stunden Woche“ von Timothy Ferriss. Mir ist klar, vor dem Gewinn steht die Arbeit. Selbst, wenn es mir in einigen Jahren möglich sein sollte mit 4 Stunden Arbeit in der Wochen und der freien Wahl meines Arbeitsortes meinen Lebensunterhalt zu verdienen, gibt es erstmal viel zu tun um eine passive Einkommensquelle zu entwickeln. Eine kleine Portion Glück ist auch nicht schlecht. Vielleicht ist es nicht ganz so unwahrscheinlich wie ein Lottogewinn, aber einfach ist es sicherlich auch nicht.

  • DANKE, ich war manchmal schon ein bisschen neidisch auf die Leute in der Hängematte! Digitale Nomaden, Superstars, Top-Modells, Lottokönige und andere Träume bleiben für diejenigen, die mit einfacher anstrengender Arbeit nicht ihr Geld verdienen und sich hier kein popeliges Reihenhaus leisten wollen oder können. Auch die Realisierung unserer Träume: Startup, großer Auftrag oder einmal auf der Bühne und einen Preis bekommen …oder Reihenhaus, sind das Ergebnis harter Arbeit. Die Grundidee dieses „digitalen“ Arbeitens finde ich genial und lässt sich auch für uns übertragen. Heute kann ich im Wohnwagen auf Texel arbeiten und Abends ins Meer gehen anstatt auf der A40 im Stau zu stehen.

    • Oh Mann, die A 40!!! Horror!

      Was digitale Nomaden für mich versprechen sollten: Du kannst dein Leben dort leben wo du willst, und frei gestalten. Was sie nicht verschweigen sollten: Dafür braucht es verdammt viel Motivation, Eigendisziplin und harte Arbeit.

  • Ich muss jetzt mal nachfragen: Im Januar hast du einen Artikel über das Coboat geschrieben, das 140 Euro PRO NACHT verlangt, hier regst du dich über ein Angebot über 400$ PRO WOCHE auf (also 58$ pro Nacht, zugegeben ohne Kost und Gebühren).
    Woran machst du das fest, was jetzt ein gutes und was ein böses Angebot ist?

    • Hi Jörn,
      Ja, das stimmt. Ich fand das Coboat auch nicht billig und habe das auch erwähnt, dass ich das in dem Sinne schwierig fand. NUR: Auf dem Boat hast du natürlich viel mehr geboten. Erstens bist du nicht fest am Strand (bei dem Angebot mit 400 Dollar wäre man fest vor Anker), sondern siehst tatsächlich etwas. Dazu kommen noch Workshops, Vorträge und der Austausch mit anderen digitalen Nomaden – das ist einfach reizvoller, auch aus beruflicher Sicht. Zumal ein Teil der Einnahmen ja auch an ökologische und soziale Projekte in der Region geht. Da ist schon Me(e)hrwert! Wenn ich allerdings auf einem Boot festsitze und das im Prinzip auch von einem Hotel an der griechsichen Küste viel billiger machen könnte, dann ist das für mich zumindest kein seriöses Angebot.
      Ich möchte auch nicht von gutem oder bösem Angebot sprechen, sondern einfach darauf aufmerksam machen, dass viele Angebote für digitale Nomaden gerade explodieren, und viele davon sollte man eben sehr kritisch betrachten.

  • Ich teile Deinen Artikel. Ich finde man sollte sich seine Träume bewahren und nicht auf jedes Angebot hereinfallen. Ohne Träume ist das Leben langweiliger und nicht so bunt.

  • Was für ein spannender Beitrag. Ich selbst bin auch gerade dabei, einen Blog auf die Beine zustellen, in dem es um Inspirierendes, das Reisen und die Verbindung zwischen Reisen und Arbeiten/Leben gehen wird. In dem Prozess bin ich natürlich auch über unglaublich viele existierende Blogs gestoßen und frage mich genauso, ob man viele Inhalte mit ein bisschen Menschenverstand selbst zusammen kriegt, anstatt dafür unglaublich viel Geld für Ebooks oder Coaching auszugeben.
    Zudem wird mit dem „Traum“ des digitalen Nomadenlebens auch immer der „Alptraum“ des aktuellen Lebens beschrieben und Ziel muss es ja schließlich sein, „ein unglaublich super geiles mega tolles einzigartiges Leben zu führen“. Dabei reicht manchmal vielleicht schon die Einstellung zum aktuellen Sein etwas anzupassen und man fühlt sich direkt besser.
    Anyway! Sehr gelungen wollte ich sagen!

    • Na da werde ich mich doch auch gleich mal mit etwas Eigenwerbung einklinken. Ich werde mein altes Blog, das eingeschlafen ist, wieder zum Leben erwecken. Mir geht es dabei aber nicht nur um das Bloggen. Ich habe mir schon meine alte Blogsoftware selber geschrieben und bin derzeit dabei, einen Teil davon ganz neu aufzusetzen. Das wird noch ein paar Monate dauern, da ich das nur in meiner recht spärlichen Freizeit machen kann. Dafür kann ich aber ein paar eigene Ideen umsetzen. Bei mir geht es nicht um das Reisen oder digitales Nomadentum. Es geht um meine Gedanken zu Allem, was so passiert in der Welt, und um das gemeinsame Hobby meiner Frau und mir: Tanzen. Wir werden vermutlich im kommenden Jahr mit den Turnieren anfangen. Mal sehen, was sich so dazu schreiben lässt. Und vermutlich werden etliche Videos dazu kommen. Ich muss aber noch sehen, wo ich diese Videos lagere. Vielleicht bei Youtube.

  • Also bei deiner Kritik über Möchtegern-Nomaden bzw. Rattenfänger geb ich dir recht. Vieles ist halt aber auch eine Frage der Strategie bzw des Einsatzes. Die Zeit wird zeigen ob dies sich so dauerhaft Gewinnbringend ist. Langfristig wird schlechtere Qualität zu schlechteren Ergebnissen führen.

  • Liebe Frau Potor,

    vor dem Internet war es sehr aufwendig Informationen zu recherchieren. Das ist heute anders, aber heute ist es noch aufwendiger, den ganz digitalen Mist zu filternm, der einem in den Suchmaschinen serviert wird, bevor man endlich zu den relevanten Informationen gelangt.

    Volker Wendeler

    • Das stimmt!
      Ich (nicht nur ich, sondern viele Blogger, wie auch das Team hier auf Basic Thinking) versuche immer so gut ich kann, das vor dem Schreiben schon zu recherchieren und für Leser zu filtern. Ich finde, das ist auch ein Teil unserer Aufgabe.

  • Mir ist jedenfalls aufgefallen das viele dieser „Lifestyle Blogger“ aus dem Marketing kommen und vorher (gut bezahlt) bei irgendwelchen Agenturen gearbeitet haben. Viele wissen schon was sie da machen…

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