Testbericht

Im Test: Mit Mediafix alte Bilder vor dem Verfall retten?

Bilder Fotos Kamera
Pixabay / CC0
geschrieben von Tobias Gillen

Die Zeiten von Fotoalben sind durch die immer besseren Smartphone-Kameras längst Geschichte. Bilder lagern nun nicht mehr im Schrank, sondern auf der externen Festplatte oder in der Cloud. Mediafix bietet seinen Kunden an, alte Bilder per Digitalisierung vor dem Verfall zu retten. Wir haben den Dienst getestet.

Bei den großen Bildermengen, die wir heute im Instagram-Zeitalter so produzieren, erkennt man manchmal den Wert von ausgedruckten Fotos. In einem Fotoalbum hat man begrenzten Platz, findet alle Bilder schnell wieder und kann sie seinen Freunden zeigen. Problem dabei: Ausgedruckte Bilder verlieren über die Jahre an Qualität, sie verblassen oder bekommen einen Farbstich. Und: Fotoalben sind groß und platzfordernd.

Bilder digitalisieren lassen: Das Prozedere

Mediafix hat sich – wie viele Konkurrenten und Discounter – auf die Fahnen geschrieben, die Bilder per Digitalisierung für die Ewigkeit festzuhalten. Dazu muss man über ein etwas unhandliches Prozerede seine Bilder inkl. Speichermedium – in unserem Fall ein USB-Stick – nach Köln schicken und bekommt ein paar Wochen später alles zurück – nur eben mit gefülltem Stick.

Unhandlich ist das Prozedere deshalb, weil man zunächst eine Anfrage an Mediafix stellen muss, dann bekommt man einen Vertrag und die AGB, die müssen ausgedruckt und unterschrieben werden, das Paket samt Vertrag, Bilder und USB-Stick zur Post, irgendwann bekommt man eine Bestätigung, dann hört man lange nichts mehr, dann kommen die Bilder, dann die Rechnung und dann ist man durch. Es dauert mitunter lange und gerade die „Anfrage“ auf der Website ist aus Kundensicht eher verwirrend.

Mediafix: Preislich im Rahmen

Auch die Preisgestaltung kann kompliziert werden. Da kann aber Mediafix nichts dafür, das hängt mit den verschiedenen Medien zusammen, die Mediafix zur Digitalisierung anbietet. Von Dia über Negative und Fotos bis zu Videokassetten aller Art ist hier fast alles möglich, was man an analogen Medien so zuhause rumliegen hat. Die Vielfalt ist positiv zu erwähnen.

Bleiben wir mal bei den Fotos, da liegen die Preise (Stand: Dezember 2016) bei 24 Cent pro Bild bei 300 dpi Auflösung und bei 25 Cent für 600 dpi. Bei dem Cent pro Bild sollte man nicht sparen, es lohnt sich, die Bilder in der besseren Auflösung einscannen zu lassen. Wer aus einem Album abscannen lässt, muss mit 38 Cent pro Bild rechnen. Je mehr Bilder man scannen lässt, desto günstiger wird es pro Bild (ab 2.501 Bildern bei 600 dpi kostet es etwa nur noch 16 Cent).

Zusatzleistungen können sinnvoll sein

Für jeweils 4 Cent pro Bild kann man noch eine „Semi-automatische Bildbearbeitung“ sowie die Bilddrehung ins richtige Format auswählen. Ersteres kann Sinn machen, wenn man sehr alte und schon vergilbte Fotos einreicht, letzteres ist (fast immer) unnötig, weil man die Bilder auch selbst am Computer mit einem Handumdrehen (im wahrsten Sinne des Wortes) drehen kann, wenn man denn möchte.

Beispielrechnung: So kommt man also bei 400 Bildern mit 600 dpi und Bildbearbeitung auf eine Summe von 116 Euro:

400 x 0,25 Euro = 100 Euro
+ 400 x 0,04 Euro = 16 Euro
––––––––––––––––––––
Summe: 116 Euro

Bilder digitalisieren: Lohnen sich Geld und Aufwand?

Das Ergebnis der eingescannten Bilder bei Mediafix ist ziemlich ansehnlich. Auch alte Bilder kamen in sauberer Qualität nach einigen Wochen zurück. Daran ist absolut nichts auszusetzen. Nun muss man, wenn die Qualität stimmt, trotzdem kurz über die Frage Kosten/Nutzen nachdenken.

Ein ordentlicher Fotoscanner kostet bei Amazon* heute ca. zwischen 90 und 150 Euro. Ab einer gewissen Summe an zu digitalisierenden Bildern kann es sich also lohnen, sich solch ein Gerät anzuschaffen und es selbst zu machen. Auf der anderen Seite kostet das enorm viel Zeit, gerade bei steigender Anzahl. Ich hätte beispielsweise nur wenig Lust, 400 Bilder von Hand zu digitalisieren.

Sale

Entsprechend würde ich dazu raten, es kontinuierlich mit einem eigenen Fotoscanner selbst zu machen, um gar nicht erst in die Situation zu kommen, so viele analoge Bilder ungesichert im Schrank liegen zu haben. Wer das aber – wie ich – versäumt hat, kann bei Mediafix nicht viel falsch machen.

Offenlegung: Wir haben für den Test einen Test-Gutschein von Mediafix genutzt. Auf die Meinung des Autors hat das selbstverständlich keinen Einfluss.

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Über den Autor

Tobias Gillen

Tobias Gillen ist Geschäftsführer der BASIC thinking GmbH und damit verantwortlich für BASIC thinking, Mobility Mag und Matchplan Mag. Von 2014 bis 2017 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Erreichen kann man ihn immer per E-Mail oder in den Netzwerken.

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