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Social-Video-App Clips: Warum Apple virale Videos für andere Netzwerke schafft

Christian Erxleben
Apples Social-Video-App Clips im Einsatz. (Bild: Apple)

Anfang April ist es soweit: Dann erscheint die neue Social-Video-App Clips für alle Apple-Geräte. Das besondere an der Anwendung: Mit ihr sollen nur Inhalte geschaffen werden. Ein soziales Netzwerk baut Apple nicht auf.

Ein rotes iPhone, ein umbenanntes iPad und eine Social-Video-App: Über diese drei Neuerungen dürfen sich die Apple-Jünger nach einer Downtime des Online-Shops freuen.

Für die Social-Media-Freaks unter euch ist vor allem die dritte Neuerung interessant. Die Social-Video-App Clips soll ab Anfang April auf allen Apple-Geräten kostenlos verfügbar sein. Die Mindestanforderung ist ein iPhone 5s, ein iPod Touch (6. Generation) oder ein iPad Mini (2. Generation) beziehungsweise iPad Air.

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Was sich hinter Clips versteckt

Letztendlich ist Clips eine Anwendung, die das Erstellen, Bearbeiten und Teilen von Videos auf dem Smartphone professionalisiert und erleichtert.

Dabei verbindet die Anwendung aus Cupertino zahlreiche bekannte Optionen und Eigenschaften wie Gesichtsfilter (Snapchat und Instagram) oder Overlays (Prisma) mit neuen Optionen wie den „Live Titels“.

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Clips auf einem iPad. (Bild: Apple)

Dahinter versteckt sich ein Feature, das es dir ermöglicht, per Spracheingabe einen Untertitel zu deinem Video hinzuzufügen. Das heißt: Du musst deine Nachrichten nicht wie bei der Konkurrenz händisch eingeben – das ist nicht einmal möglich –  sondern sprichst sie einfach in das Gerät. Laut Apple versteht die Software hinter Clips 36 verschiedene Sprachen.

Clips gibt dir die Möglichkeit, mehrere Bilder und Videos aneinander zu hängen und einen Film mit einer maximalen Länge von bis zu 60 Minuten zu erschaffen. Dabei lässt dir Apple die Wahl, ob du die Inhalte live in der App erstellen oder auf deine Aufnahmen zurückgreifen möchtest.

Neben grafischen Bearbeitungsmöglichkeiten wartet die neue Apple-App desweiteren mit verschiedenen Hintergrundmusiktiteln, animierten Hintergründen („Posters“) und einer vollwertigen Gesichtserkennung auf.

Die künstliche Intelligenz dahinter erkennt über einen Datenabgleich mit deinen Handy-Bildern und Kontakten, wer ebenfalls in deinem Video zu sehen ist. Anschließend schlägt dir Clips vor, dein neues Material per iMessage an eben jene Freunde zu schicken.

Welche Pläne Apple verfolgt

Wer verstehen möchte, warum Apple zum jetzigen Zeitpunkt eine App wie Clips auf den Markt wirft, sollte sich die Anwendung im Detail anschauen.

Clips ist zwar eine Social-Video-App, die alle klassischen Funktionen bietet, ist im Gegensatz zu Instagram, Snapchat und Co. jedoch kein soziales Netzwerk. Die produzierten Videos werden nicht in der App veröffentlicht, sondern lokal auf dem Gerät abgespeichert. Innerhalb der Anwendung gibt es keine nervige Werbung.

Apple verfolgt mit Clips auch überhaupt nicht das Ziel, ein Konkurrenz-Produkt für Facebook und Konsorten zu schaffen. Vielmehr möchte man in Cupertino auch in der jungen Generation ein Gesprächsthema bleiben und den Trend zu vertikalen, sozialen Videos nicht verschlafen.

Wie könnte das funktionieren? Durch die integrierte Sharing-Funktion für Twitter, Instagram, Facebook, YouTube und Snapchat. Tim Cook und sein Team beschränken die Funktionen also nicht nur auf den Apple-Dienst iMessage, sondern öffnen Clips für das gesamte Internet. Zudem ist es denkbar, dass Clips in seiner jetzigen Version ein Vorläufer für AR- oder VR-Programme ist.

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Und wer weiß: Vielleicht entwickelt sich „clippen“ wie „gefällt mir“ zu einem geflügelten Wort, das festen Einzug in unseren Sprachgebrauch hält. Mehr könnte Apple mit seiner App kaum erreichen.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.