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Confed Cup: FIFA verteidigt Video-Schiedsrichter (VAR)

Man kann es Fußball-Fans auch nie recht machen. Wurde der Video Assistent Referee jahrelang gefordert, kommt beim Confed Cup in Russland erste Kritik auf.

Massimo Busacca ist der Leiter der FIFA-Schiedsrichterabteilung. Beim Media Briefing simulierte er das Geräusch eines Herzschlags. Er wollte veranschaulichen, wie sehr Schiedsrichter unter Druck stehen würden, ob das VAR-System auch richtig funktionierte.

Busacca: „Sie haben Angst. „Was muss ich machen? Wie soll ich es mitteilen?“ Aber letztlich bleiben sie ruhig, sprechen miteinander und entscheiden korrekt. Das ist für uns am wichtigsten. Wir brauchen die beste Entscheidung.“ […]

Der VAR beim Confed Cup

Beim Confed Cup gab es zumindest etwas Verwirrung über einige Entscheidungen. Bis zum 21.6. wurde der VAR fünfmal eingesetzt, erklärte FIFA-Präsident Gianni Infantino am Montag. In allen Fällen ging es um Torentscheidungen. Infantino: „Ich bin mit dem VAR bislang sehr zufrieden. Wir haben gesehen, wie das System den Schiedsrichtern hilft, korrekte Entscheidungen zu treffen. Darum geht es beim VAR. Die VAR-Tests beim Confed Cup helfen uns, die Prozesse zu optimieren und die Kommunikation besser abzustimmen. Fans haben jahrelang darauf gewartet, jetzt passiert es endlich. Dieses Turnier ist ein Meilenstein. Der VAR ist die Zukunft des modernen Fußballs.“

Busacca ergänzt, dass das System „nicht perfekt“ sei. Die Videos werden immer noch von Menschen bewertet. Zudem erfordert das System zunehmend Spielunterbrechungen. Der Schiedsrichter kann den VAR-Offiziellen beauftragen, ihm Empfehlungen zu geben. Dafür zeichnet er ein Quadrat in die Luft.

Die Regel besagt, dass Entscheidungen auf dem Platz nur überstimmt werden können, wenn es sich um einen „klaren Fehler“ handelt. Das letzte Wort hat der Schiedsrichter auf dem Platz. „Es ist nicht wie bei der Torlinien-Technologie, bei der das Ergebnis „Tor“ oder „kein Tor“ ist“, so Busacca. „Wenn wir ein Video schauen, müssen wir die Szene immer noch interpretieren. Deshalb nutzen wir diese Interpretation und verstehen, dass diese in wenigen Sekunden klar sein muss.“

Derzeit dauern die Entscheidungen mehr als wenige Sekunden. Es gibt zwei VAR-Schiedsrichter und einen Assistenten mit dem Fokus auf Abseits-Entscheidungen. Ist eine Kamera-Perspektive nicht genug, stehen zusätzliche Perspektiven zur Verfügung.

Erster VAR-Test bei der U20-WM

Zum Test bei der U20-WM sagte Busacca: „Derzeit dauert die Prüfung in vielen Situationen noch zu lange. Es ist aber schwierig zu sagen, dass wir fünf, zehn oder fünfzehn Sekunden brauchen. Wichtig ist das richtige Ergebnis. Und es ist schwierig zu sagen, wie lange dies dauert. Ein Spiel dauert 90 Minuten, mit Glück spielen wir 57 bis 60 Minuten. Ecken, Freistöße, Verletzungen kosten 30 Minuten. Warum ist es problematisch, zehn Sekunden auf das richtige Ergebnis zu warten?“ […]

Die Test-Ergebnisse der U20-WM seien „sehr gut“ gewesen. In 52 Spielen wurden 12 Entscheidungen revidiert. Der Confed Cup in Russland gilt als Generalprobe für die WM 2018. Nicht alle VAR-Entscheidungen bewertete die Fußball-Welt als korrekt.

Bei der U20-WM sollten die Schiedsrichter-Assistenten die Fahne im Zweifel unten lassen. Wenn ein Tor fiel, sollte der Video-Schiedsrichter die Möglichkeit zur Prüfung haben. Letztlich möchte die FIFA, dass der Schiedsrichter auf dem Platz entscheidet. Das VAR-System soll dennoch genutzt werden.

Busacca beschrieb eine Situation, in der ein Spieler nach einem Ellbogenschlag nachträglich eine Rote Karte erhielt. „Die Nachricht war deutlich. VAR-Technologie ist das Tool zur Verteilung.“ Er ergänzte: „Wir wollen Fair Play. Wir wollen den Fußball respektieren. Das muss den Spielern klar sein. Seid vorsichtig. Unsere Kamera sieht euch.“

Noch ist es nicht perfekt. Zumindest könnte das System mit zunehmenden Einsatz optimiert werden. Die ersten Profi-Ligen haben das System bereits implementiert.

Busacca: „Auch mit dem VAR werden wir nicht perfekt sein, denn der Fußball ist nicht perfekt. Spieler machen Fehler, obwohl sie jeden Tag Fußball spielen. Trotzdem passieren in Spielen Fehler. Klare Chancen werden vergeben. Torhüter patzen. Das ist Fußball. Genauso ist es für uns – sogar vor einem Bildschirm.“ […]


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Über den Autor

Philipp Ostsieker

Philipp Ostsieker ist Medienmanager und Digitalstratege aus Hamburg. Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit schreibt Philipp für BASIC thinking die Kolumne „Matchplan“, in der er über den Tellerrand blickt und durch die innovativen Ideen der Sportbranche führt.

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