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Miami Heat schaffen Papiertickets ab

Miami Heat schaffen Papiertickets ab
geschrieben von Philipp Ostsieker

In der kommenden Basketball-Saison müssen Fans der Miami Heat ihre Heimspiel-Tickets nicht mehr ausdrucken. Besser gesagt: Das NBA-Team wird überhaupt keine Papiertickets mehr akzeptieren.

Wer die AmericanAirlines Arena betreten möchte, muss dafür sein Smartphone benutzen. Die Miami Heat verkündeten, dass die Fans via App Store und Google Play Store auf ihre Tickets zugreifen können.

Was passiert, wenn Fans ihr Smartphone nicht dabei haben oder es nicht funktioniert? Dann können die Fans ihren Personalausweis beim Ticket-Center vor Ort vorlegen.

„All unsere Fans sind an diese jederzeit verfügbare, technologiegetriebene Interaktion gewöhnt“, so Matthew Jafarian. Jafarian ist Vice President of Digital Strategy and Innovation bei den Miami Heat. Jafarian gegenüber SportTechie: „Wir führen ebendiese Ideologie bei den Miami Heat ein. Für Fans soll es digital und unkompliziert sein, in die Arena zu gelangen und andere Dinge zu tun“ […]

Mobile Tickets bieten zahlreiche Vorteile

Diese anderen Dinge, von denen Jafarian redet, sind zahlreich: Innerhalb der App können Fans Tickets kaufen, verkaufen und aufrufen. Sie können zudem Ergebnisse, die Aufstellungen, Statistiken und Heat-exklusive Inhalte aufrufen. Die App bietet zudem eine „Mobile Wallet“-Funktionalität, unterstützt von PayPal und American Express. Fans können damit also via App Merchandise sowie Essen und Getränke in der Arena kaufen. On-top gibt es Rabatte oder kürzere Wartezeiten am Point-of-Sale.

Bei allen Funktionen „müssen wir uns auf das Erlebnis fokussieren“, so Jafarian. Die Miami Heat waren eines der ersten Teams, die das Digital Acceleration Lab von BeyondCurious and Built.io nutzten. Der Accelerator half Jafarian und seinem Team, die App aus Fan-Perspektive zu betrachten und lernte, sie so nutzerfreundlich wie möglich zu gestalten. Das Ergebnis: Einer von drei Fans nutzte den mobilen Eintritt während der Saison 2016/17. Das bedeutete ein 200-prozentiges Wachstum gegenüber der Saison 2015/16.

Einige Fans sorgen sich, dass sie für besondere Spiele oder Meisterschaften ein potenzielles Souvenir verlieren. Das lässt Michael McCullough nicht gelten. Der CMO der Heat ist sich sicher, dass sein Klub viele andere Souvenirs biete. Die Heat hätten seit Jahren keine Hard-Copy-Tickets mehr gedruckt.

Ein weiterer Vorteil von „Mobile only“-Tickets: Sicherheit. Für Kriminelle ist es schwieriger ein mobiles Ticket zu klauen oder zu duplizieren. Fans müssen sich zudem nicht sorgen, ihr Papierticket zuhause zu lassen. Fans können ihr Ticket an Freunde weitergeben, indem sie Name und Email angeben. Laut Website  können sich Fans, die ihre Tickets via Ticketmaster gekauft haben, mit ihrem Konto innerhalb der Heat App anmelden.

Miami Heat personalisieren Fan-Erlebnis

Orlando City FC haben ein ähnliches System implementiert. Der Klub nutzt „Presence“ von Ticketmaster. Das Problem Ticketbetrug konnte damit gelöst werden. Die Heat nutzen eine Technologie, die Presence vorausgeht, denken aber über ein Upgrade nach.

Die Heat-Verantwortlichen arbeiten konsequent an einem besseren Fan-Erlebnis. Im Fokus ihrer aktuellen Aktivitäten steht ein einfacherer und effizienterer Zugang zum Spiel. Im Winter möchte Jafarian ein System einführen, dass Fans maßgeschneiderte Nachrichten, basierend auf ihren demographischen Daten, zu senden.

„Wir möchten exklusive Nachrichten versenden, basierend darauf, wer du bist. Wenn du Vater einer vierköpfigen Familie bist, wollen wir dir die dazu passenden Inhalte bieten, und nicht die für einen alleinstehenden Young Professional. Wir bieten personalisierte Erlebnisse rund um deine Vorlieben.“ […]

Über den Autor

Philipp Ostsieker

Philipp Ostsieker ist Medien- und Digitalmanager aus Hamburg. Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als selbstständiger Digital Content Strategist schreibt Philipp für BASIC thinking die Kolumne „Matchplan“, in der er über den Tellerrand blickt und durch die innovativen Ideen der Sportbranche führt.