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Nur die Twitter-Chefs wissen, was das neue 280-Zeichen-Limit soll

Christian Erxleben
#twitter280: So denken die Nutzer über das neue Zeichenlimit auf Twitter. (Pixabay.com / StockSnap)

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Nach langen Überlegungen und vielen Diskussionen ist es nun soweit: Twitter erweitert das Zeichenlimit auf 280 Zeichen. Das Problem ist nur: Kaum ein Nutzer braucht diese Erweiterung. Offensichtlich haben Twitter-Chef Jack Dorsey und seine Kollegen den eigenen Dienst am wenigsten verstanden.

Jack Dorsey zählte zu den vier Gründern, die den Kurznachrichtendienst Twitter im Jahr 2006 ins Leben gerufen hatten.

Elf Jahre später steht eben jener Dorsey wieder an der Spitze des Unternehmens und verkündet – natürlich über seinen eigenen Dienst –, dass ein grundlegendes Charakteristikum bald der Vergangenheit angehört: das 140-Zeichen-Limit.

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In Zukunft sollen alle Tweets eine maximale Länge von 280 Zeichen besitzen – das Doppelte des jetzigen Werts. Dorsey selbst nutzt das Zeichenlimit in seiner Ankündigung gleich voll aus und zeigt, wie unnötig es ist. Seine Aussage hätte sich problemlos auch mit der alten Begrenzung von 140 Zeichen absetzen lassen.

280 Zeichen – nur nicht für Chinesen, Japaner und Koreaner

Twitter selbst begründet den Schritt in einem Blog-Post damit, dass die bisherige Begrenzung dafür sorgte, dass „wichtige Wörter, die Emotionen oder Informationen vermitteln, weggelassen wurden“.

Das Limit mit 280 Zeichen soll es „jeder Person rund um die Welt ermöglichen, sich selbst leicht auszudrücken.“ Die Testläufe beginnen in allen Ländern und Sprachen sofort.

Ausgenommen sind China, Japan und Korea. Als Grund hierfür nennt der Kurznachrichtendienst, dass nur 0,4 Prozent aller japanischen Tweets das Limit von 140 Zeichen erreichen. Im Englischen sind es immerhin neun Prozent.

Unverständnis bei der Nutzerschaft

Die Botschaft aus der Unternehmenszentrale in San Francisco ist klar: Wir glauben, dass 140 Zeichen nicht ausreichen, um Informationen und Emotionen auszudrücken. Deswegen geben wir den Nutzern nun doppelt so viele Zeichen. So lassen sich schließlich immerhin vier vollständige Sätze schreiben.

Dieser Schritt offenbart jedoch in Wirklichkeit nur, wie groß der Druck auf Twitter ist, neue Nutzer anzulocken. Schließlich gelten alle angeführten Gründe nicht erst seit gestern. Zehn Jahre lang haben 140 Zeichen genügt, um Emotionen und Informationen zu vermitteln und auf einmal ist das nicht mehr der Fall? Sehr komisch.

Außerdem lassen sich auch mit 280 Zeichen komplizierte Zusammenhänge nicht besser erklären als mit der Hälfte. Wer lange tiefgehende Beiträge schreiben möchte, geht zu Facebook, schreibt einen Text und macht einen Screenshot, den er auf Twitter postet, oder verfasst einen (Blog-)Beitrag.

Die Führungsspitze von Twitter hat längst den Kontakt zur Nutzerschaft verloren. Oder wie es Twitter-Nutzerin „GundelGaukeley“ ausdrückt:

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.