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Der 6. Fehler von Gründern: Fehlende finanzielle Ausstattung

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Wenn die finanzielle Ausstattung für Gründer zum Problem wird. (Foto: Pixabay.com / klimkin)
geschrieben von Carsten Lexa

Geld – viele Fehler, die Gründer machen, drehen sich um dieses Thema. Und auch beim sechsten Fehler in dieser Artikelserie geht es um das Thema Geld. Das wird nämlich zum Problem, wenn zum Zeitpunkt der Gründung die finanzielle Ausstattung nicht ausreicht.

Wie äußert sich das Problem? Gründer wollen sparen. Das ist an sich nichts Verwerfliches. Problematisch wird es dann, wenn die Planungen absichtlich oder aufgrund mangelhafter Kenntnisse von Problemen einen zu geringen Kapitalbedarf abbilden.

So erlebe ich immer wieder, dass es Gründern manchmal nur um die Idee der Gründung an sich geht, nicht jedoch so sehr um die Idee der Entwicklung und Führung eines Unternehmens. Konsequenterweise wird dann natürlich nur geschaut, wie man die Gründung umsetzen kann, nicht wie das Unternehmen entwickelt wird.

Keine finanzielle Ausstattung: Wie kommen Gründer an Geld?

Deutlich wird das meistens am erforderlichen Stammkapital, zum Beispiel für eine GmbH. Natürlich ist es am Anfang immer ein Problem, das Stammkapital für eine GmbH aufzubringen. Dieses liegt bei 25.000 Euro. Mit einer Einzahlung der Hälfte, also von 12.500 Euro, kann man eine GmbH gründen.

Was macht man aber nun als Gründer, wenn man dieses Geld nicht hat? Die clevere Idee wäre es ja, einfach zu versuchen, dass Geld aufzutreiben. (Wenn man dieses Geld wirklich für das Unternehmen benötigt, aber das unterstelle ich an dieser Stelle einfach mal). Aber das ist dann oftmals nicht die Lösung, denn es wird ja einfach nur wenig Geld für die Gründung benötigt.

Was wird also gemacht? Es wird eine Ausweichlösung gefunden. Im vorliegenden Beispiel mit der GmbH gründet man dann erst einmal eine Unternehmergesellschaft. Diese kann theoretisch ohne Kapital gegründet werden.

Rechnungen über Rechnungen

Diese Lösung jedoch ist ziemlich kurz gedacht. Denn eine ausreichende finanzielle Ausstattung soll ja nicht nur das erforderliche Kapital einer Unternehmensgründung abdecken. Es geht auch um das Bezahlen von Anschaffungen, Waren und Dienstleistungen. Dafür wird Geld benötigt.

Darüber hinaus kommen die üblichen Rechnungen des Notars, des Handelsregisters, des Anwalts und vielen mehr. Auch diese müssen bezahlt werden. Und dann sollte man vielleicht noch einen finanziellen Puffer einplanen, denn es kann ja immer etwas schiefgehen und man braucht zusätzliches Geld, was man ursprünglich so nicht konkret eingeplant hat.

Kurz gesagt: Die finanzielle Ausstattung vieler Gründer ist zu knapp kalkuliert. Der Grund findet sich in einem zu optimistischen Blick auf die zukünftigen Kosten. Passiert dann etwas, was so nicht vorgesehen war, dann ist das Geschrei groß und das Unternehmen fährt im schlimmsten Fall gegen die Wand.

Zwei Optionen bei sehr hohen Kosten

Was kann man nun als Gründer machen, wenn man diesen Fehler vermeiden will? Eigentlich ist es einfach: Ehrlich zu sich selbst sein! Im Rahmen der Planung des zukünftigen Finanzbedarfs sollten alle Kosten schonungslos offen gelegt werden.

An dieser Stelle kann ein Mentor oder auch ein professioneller Berater, zum Beispiel von einer Bank, von der IHK oder ein privater Dienstleister helfen. Diese können die Kosten abschätzen, die auf ein junges Unternehmen zukommen – und das sind nicht nur die Gründungskosten, sondern insbesondere auch die Betriebskosten des Unternehmens in der Anfangszeit.

Und wenn man dann alles an Kosten beisammen hat, was man selbst oder sein Berater für notwendig hält, dann sollte man noch einen Puffer hinzurechnen.

Denn es ist für jeden Gründer hilfreich, Murphys Law nicht zu vergessen: „Anything that can go wrong will go wrong.“ Wenn etwas schiefgehen kann, dann geht es auch schief. Und das verursacht meistens Kosten. Wohl dem, der vorgebeugt hat.

Was ist aber, wenn die Kostenrechnung zu dem Ergebnis führt, dass viel zu viel Geld benötigt wird, um das Unternehmen zu gründen beziehungsweise zu betreiben? Tja, dann gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten.

Entweder man hat bei der Planung einen Fehler gemacht und braucht nicht so viele Finanzmittel wie ursprünglich gedacht. Dann ist (hoffentlich) alles gut und der nun niedrigere Bedarf kann aufgebracht werden. Oder aber es gibt keinen Fehler in der Planung. Dann – und das ist natürlich hart – gibt es wohl nur eine Lösung: Nicht gründen!

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Über den Autor

Carsten Lexa

Carsten Lexa, LL.M. ist seit November 2005 als Rechtsanwalt tätig. Er berät Unternehmen in allen Angelegenheiten wirtschafts- und unternehmensrechtlicher Art. Bei BASIC thinking schreibt er über Start-ups und Unternehmen aus der juristischen Perspektive.

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