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Amazon als Arbeitgeber: Ein kleiner Strategie-Check

Christian Erxleben
Seattle kennt alle Vor- und Nachteile von Amazon als Arbeitgeber. (Foto: Pixabay.com / skeeze)

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Amazon als Arbeitgeber: Diese Vorstellung gefällt sowohl Arbeitnehmern als auch Kommunen. Dementsprechend hoch ist der Andrang der Bewerber für das neue Amazon-Headquarter. Doch welche Strategie verfolgt Amazon als Arbeitgeber eigentlich?

Amazon hat in den letzten 25 Jahren seit der Gründung des Unternehmens zahlreiche Branchen revolutioniert. Alles begann damals mit der eingestaubten Buch-Branche.

Mittlerweile erstreckt sich das Imperium von Jeff Bezos – inzwischen der reichste Mann der Welt – auf weit mehr Gebiete. Vom klassischen Online-Shopping bis hin zur Raumfahrt ist fast alles vertreten. Und neue Gebiete werden in regelmäßigen Abständen erschlossen.

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Amazon beschäftigt mehr als 613.000 Menschen

Es ist also kein Wunder, dass immer mehr Menschen als Mitarbeiter am Erfolg von Amazon teilhaben wollen. Oder anders ausgedrückt: Amazon als Arbeitgeber ist in fast allen Teilen der Welt äußerst beliebt.

Das unterstreichen auch die Mitarbeiterzahlen des Tech-Giganten aus Seattle. Aktuell beschäftigt Amazon weltweit mehr als 613.000 Mitarbeiter. Vor einem Jahr waren es noch knapp 70.000 weniger und vor einem Jahrzehnt waren 50.000 Mitarbeiter noch eine utopische Vorstellung.

Infografik: Der Koloss aus Seattle | Statista

Selbstverständlich setzt Amazon insbesondere bei der Abwicklung der Prozesse in den Logistikzentren verstärkt auch auf Roboter und Maschinen als Assistenten. Weltweit kommen zu den mehr als 613.000 menschlichen Mitarbeitern Schätzungen zu Folge nochmals mehr als 120.000 Roboter zum Einsatz.

Amazon als Arbeitgeber: Für Städte attraktiv und riskant zugleich

Neben der Perspektive der Arbeitnehmer gibt es selbstverständlich auch noch die Perspektive der Städte, in denen Amazon als Arbeitgeber auftritt.

An erster Stelle steht dabei natürlich Seattle im Bundesstaat Washington. Dort befindet sich das Headquarter von Amazon. Insgesamt beschäftigt der Tech-Gigant in der Stadt mehr als 45.000 Mitarbeiter. Das macht Seattle selbstverständlich für hochqualifizierte Mitarbeiter als Lebensmittelpunkt sehr attraktiv.

Allerdings zeigen sich in Seattle inzwischen auch die Schattenseiten der Anwesenheit eines Großkonzerns. Wie auch im Silicon Valley steigen auch in Seattle und in anderen Großstädten mit großen Konzernen die Lebenskosten deutlich an. Mit der wachsenden Einwohnerzahl wird der Lebensraum knapper und die Mieten steigen. Darunter leiden vor allem die Schlechtverdiener.

Zwei zweite Zentralen statt einem nächsten Seattle

Um einer ähnlichen Kritik wie in Seattle vorzubeugen, hat nun Amazon offenbar seine Strategie zur Eröffnung einer zweiten Konzern-Zentrale in den USA geändert.

Wie ein Insider gegenüber dem Wall Street Journal berichtet, nimmt Amazon Abstand von seinem ursprünglichen Plan. Dieser sah vor, dass in einer zweiten Stadt eine zweite Konzern-Zentrale entstehen sollte. In den nächsten zehn Jahren sollen dort ebenfalls rund 50.000 Mitarbeiter eine Stelle finden.

Als Amazon diese Pläne bekanntgab, bewarben sich mehr als 200 Städte beim Tech-Giganten. In der Endauswahl befinden sich rund 20 Bewerber. Dazu gehören unter anderem Großstädte wie Atlanta, Chicago oder Boston aber auch Regionen wie das Montgomery County oder Northern Virginia.

Für jene Bewerber dürfte der offenbar intern diskutierte Plan bei Amazon eine Enttäuschung darstellen. Denn um den Druck auf eine einzelne Stadt zu verringern, splittet Amazon sein zweites Headquarter in zwei Zweigstellen mit je 25.000 Jobs auf.

Schließlich steigen nicht nur die Mieten und Lebenskosten, sondern auch der Bedarf an öffentlichen Verkehrsmitteln. Das bedeutet hohe Investitionen und vor allem eine schnelle Umsetzung in nur einem Jahrzehnt. Was zunächst nach viel Zeit klingt, ist in der Stadtentwicklung ein eher kleiner Zeitraum.

Die Favoriten für die beiden neuen Standorte sind laut Wall Street Journal übrigens Crystal City und die Region Northern Virginia, Dallas sowie Long Island bei New York.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.