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Bücher für Gründer: „Das Richtige gründen“ von Patrick Stähler

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Patrick Stähler, der Autor von "Das Richtige gründen".
geschrieben von Carsten Lexa

Es gibt viele Ratgeber zur Frage, auf was Gründer achten sollen, um erfolgreich zu sein. Diese Bücher beschäftigen sich mit dem „Wie“. Anders sieht es mit der Frage nach dem „Was“ aus. Genau dort will „Das Richtige gründen“ ansetzen. Nachfolgend kläre ich, ob der Ansatz gelungen ist.

Nicht wie, sondern was

Gründer haben viele Ideen. Nicht immer scheint klar, dass aus dieser Idee irgendwann – besser früher als später – ein Unternehmen werden muss, das Gewinne erwirtschaftet.

Damit man mich nicht falsch versteht: Die formale Gründung eines Unternehmens und der theoretische Unterbau eines Unternehmens ist schnell erklärt. Die Theorie ist grundsätzlich einfach zu vermitteln. Schließlich muss man sich nicht dem Markt aussetzen. Aber die Theorie ist halt auch grau.


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Denn wer sagt einem, ob man mit der Idee, die man für das Unternehmen hat, erfolgreich am Markt bestehen wird? Hier kann man sich zumindest vorbeugend Gedanken über die Richtung machen, in die es gehen soll.

Hier setzt das Buch* von Patrick Stähler an. Kurz gesagt geht es in „Das Richtige gründen“ um die Frage, mit welchem Geschäftsmodell Gründer erfolgreich sein können und insbesondere wie man ein solches als Gründerin oder Gründer entwickelt.

Die Darstellung des Inhalts

„Das Richtige gründen“ ist kein Lesebuch. Natürlich sind die einzelnen Kapitel „normal“ lesbar. Aber es gibt nicht durchgehend Fließtext. Der Autor stellt vielmehr in zwei Teilen die Werkzeuge vor, um zuerst ein erfolgreiches Geschäftsmodell zu identifizieren und dann von einer Idee zu einem Geschäftsmodell zu gelangen.

Im ersten Teil geht es also um den Hintergrund eines erfolgreichen Geschäftsmodells in der Theorie. Im zweiten Teil steht der Weg von der eigenen Idee hin zum Geschäft im Fokus. Dabei kann es sich im Verlauf des Weges ergeben, dass die Idee zwar gut ist, aber nicht zu einem nachhaltigen Geschäftsmodell führt.

Insgesamt stellt das „Das Richtige gründen“ somit eine Art Werkzeugkasten dar. Die einzelnen „Tools“ – Werkzeuge – werden den jeweiligen Kapiteln zugeordnet, sodass der Leser diese an die Hand bekommt, wenn es erforderlich wird.

In meinen Augen ist das ein sehr schöner Zug des Autors. Denn so wird der Leser nicht mit zwar wichtigen, aber vielleicht zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht notwendigen Informationen oder Werkzeugen überfordert.

Das Geschäftsmodell

Die vier im ersten Teil des Buches dargestellten Bereiche „Kundennutzen“, „Geschäftsstruktur“, „Ertragsmodell“ und „Unternehmergeist“ decken meiner Ansicht nach die wesentlichen Elemente ab, über die sich Gründerinnen und Gründer vor einer Gründung Gedanken machen sollten – wenn nicht sogar müssen.

Dabei sind diese Bereiche noch einmal in elf sogenannte „Bausteine“ untergliedert. Dort gibt es beispielsweise den Bereich „Geschäftsstruktur“ in „Angebot“ oder „Vertriebswege“ sowie „Partner“.

Der geneigte Leser lernt so etwas. Insbesondere für jemanden, der bislang noch keine oder nur geringe Erfahrung mit Gründungen hat, wird es neu sein, sich überhaupt so detailliert mit diesen Bereichen zu beschäftigen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass viele Gründer erst mal ein Produkt erschaffen. Erst dann merken sie auf die harte Tour, dass sie gar nicht genau wissen, wie sie es verkaufen oder wer überhaupt die Kunden sind. Durch dieses Buch sollte dieser Fehler nicht mehr auftauchen.

Hilfreich sind dabei nicht nur die unternehmerischen Beispiele (zum Beispiel zu Airbnb oder Mytaxi) am Ende dieses Teils, die anhand der elf Bausteine bewertet werden. Auch die durchgehend auftauchenden Übungen sind hilfreich.

Und sogar der Umschlag des Buches ist praktisch. Er dient als Arbeitsplakat, in dem die elf Bausteine der vier Bereiche notiert und visualisiert werden können.

Der Prozess

Im zweiten Teil von „Das Richtige gründen“ beschreibt der Autor anhand von sechs Schritten, wie aus einer Idee ein Geschäftsmodell wird. Dies ist insbesondere für die Praxis interessant. Nun kann der Leser anhand seiner eigenen Idee analysieren, ob daraus ein Geschäftsmodell werden kann oder ob zwar die Idee gut, ein Geschäft aber nicht möglich ist.

Das Ziel des Autors ist es, dass der Leser „Farbe bekennen“ und sich auf den Prozess einlassen muss, um ein möglichst optimales Ergebnis zu erreichen. Und der Leser wird nicht geschont. Die Aufgaben, die ihm von Seiten des Autors gestellt werden, sind nicht ohne.

So wird der Leser angehalten, eine „Reise mit seinem Produkt“ von seinen Anfängen bis hin zum Ende der Nutzung durchzuführen oder 20 Interviews mit potenziellen Kunden zu führen. Das klingt aufwendig und das ist es auch.

Aber es ist meiner Ansicht nach notwendig. Schließlich geht es an dieser Stelle um eine ernste Frage: Trägt die Idee das Potenzial eines Geschäftsmodells in sich? Und da es nun um alles geht, hilft es dem Leser nicht, wenn ihm die Analyse leicht gemacht wird – denn der Markt ist in der Realität gnadenlos.

Dass der Autor hier dem Leser nichts schenkt, ist in meinen Augen wunderbar erfrischend.

Mein Fazit zu „Das Richtige gründen“

Gleich vorweg: Dieses Buch sollte in keinem Regal von jemandem fehlen, der sich mit dem Gedanken einer Gründung beschäftigt. Schließlich verliert sich „Das Richtige gründen“ doch nicht in allgemeinem theoretischem Gerede, sondern gibt dem Leser sinnvolle Werkzeuge, um zu prüfen, welches Potenzial in einer Idee steckt.

Wenn man bedenkt, dass viele Gründungen nicht ausreichend bedacht sind, kann dieses Buch helfen, sich über die eigene Idee klar zu werden und zu verstehen, was eine Gründung eigentlich voraussetzt und was damit verbunden ist.

Und auch wer noch keine konkrete Idee hat, sich aber mit den Voraussetzungen einer Gründung und einem tragfähigen Geschäftsmodell auseinandersetzen will, der findet hier genügend Denkanstöße.

Wenn ich etwas zu kritisieren hätte oder mir etwas wünschen könnte, würde ich auf das in meinen Augen fehlende durchgehende Beispiel verweisen. Ich hätte es gerne gesehen, dass der Autor die elf Bausteine zuerst auf ein Beispiel anwendet. Anschließend hätte Patrick Stähler den Prozess der Geschäftsmodell-Entwicklung durchspielen können.

Mir ist aber bewusst, dass dieser Wunsch natürlich rein subjektiv ist. Vielleicht gab es ja Gründe, warum Patrick Stähler auf ein solches Beispiel verzichtet hat.

Ich auf jeden Fall empfehle das Buch uneingeschränkt. Die Informationen sind präzise und umfassend. Sowohl der Prozess der Geschäftsmodell-Entwicklung als auch die Analyse des Geschäftsmodells werden sinnvoll und mit guten (Einzel-)Beispielen und Übungen verdeutlicht und das Layout ist erfrischend anders.

Worauf wartet ihr noch? Holt euch das Buch!

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Über den Autor

Carsten Lexa

Carsten Lexa, LL.M. ist seit November 2005 als Rechtsanwalt tätig. Er berät Unternehmen in allen Angelegenheiten wirtschafts- und unternehmensrechtlicher Art. Bei BASIC thinking schreibt er über Start-ups und Unternehmen aus der juristischen Perspektive.

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