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Jetzt lasst doch endlich einmal die Paketzusteller in Ruhe!

Philip Bolognesi

Das Marketing ist dynamisch und bringt immer wieder Phänomene zum Vorschein, die uns irritiert zurücklassen – ob analog oder digital. Was also tun? Die Luft rauslassen! Aus diesem Grund gibt es an dieser Stelle in regelmäßigen Abständen unsere Kolumne: Einer geht noch – Der Marketing-Nachtritt zum Sonntag. Heute: Paketzusteller, unser Service-Anspruch und unsere Trägheit.

Heute bestellt, morgen da. Am besten gar nicht bewegen. „Können Sie bitte das Paket dort auf den Tisch stellen? Ich liege gerade so bequem …“

Wir leben in einem Schlaraffenland. Und der E-Commerce hat uns gehörig versaut. Bis in alle Ewigkeit. Kommen wir aus diesem Zustand noch einmal heraus? Eine Situation des Überflusses, in der wir so faul und träge geworden sind, dass wir gar nicht mehr erkennen, was noch zumutbar ist?

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Ja, auch ich profitiere vom Online-Handel. Warum soll ich mir den Stress auch bitteschön antun? Statt sich im Regen durch den ÖPNV zu schlängeln und durch unansehnliche Fußgängerzonen zu watscheln, bin ich doch lieber daheim im Trockenen und lasse meine Fingerchen swipen.

Mit ein paar Klicks, Rezensionen und einigen Preisvergleichen komme ich schnell ans Ziel. Keine Versandkosten? Na, perfekt!

Warenkorb gefüllt, abgeschickt, dann geht es weiter mit Netflix auf dem Sofa. Und am nächsten Tag – oder auch in zwei, wenn es dauert – ist das Päckchen da. Herrlich ist das doch, das bequeme Leben im Neuland.

DHL, DPD, Hermes und UPS: Ihr Versager! Ihr Lebensretter!

Dank persönlicher Einblicke weiß ich: Paketzusteller sind ganz arme Schweine. Vor allem diejenigen, die das in Vollzeit machen. Oder machen müssen.

Über 150 Pakete, Gewichte von bis zu 31,5 Kilogramm, von morgens bis abends bei einer Wegstrecke zu Fuß von manchmal mehr als 20 Kilometern. Und das an fünf Tagen die Woche. Noch Fragen, wir Faulpelze?

Und wir machen Witze darüber, dass der neue Hausarrest für uns das Warten auf den Paketzusteller ist. Haha!

Lustig machen wir uns auch über diejenigen von ihnen, die die Nerven verlieren, frustriert sind und die überdimensionierten Pakete von einer Ecke in die andere oder auch auf Balkone hochwerfen.

Tja. Die Geister, die wir riefen, werden wir nun nicht mehr los. Service-Wüste Deutschland? Eher das Land von trägen Konsumenten, die sich wundern, dass unsere Innenstädte verwaisen.

Wo ist denn noch dieser schöne alte Tabak-Laden geblieben? Oder diese nette Boutique mit den geilen Lederjacken? Da roch es doch immer so fein! Hm, spurlos verschwunden. Komisch.

Wir spielen mit unserem Verhalten mit Existenzen. Und werfen unser Geld den Göttern des E-Commerce fröhlich faul weiter in den Rachen. Die sich als Logistik-Unternehmen sehen und Mitarbeiter zu Dumping-Löhnen einstellen.

Mir geht es doch gut! Schon ganz gut, dass es diese Paketzusteller gibt. Die haben es ja nicht leicht. So an Weihnachten ganz besonders…

Innovationen braucht die Fußgängerzone – und unser Verhalten

Ja, der Einzelhandel hat es gehörig versäumt. Statt Online-Shop mit nettem Service im Laden – abholen, chillen und Sekt aufs Haus – gibt es überfüllte Auslagen, die so vollgestopft sind, dass man sich fragt: Was bieten die hier eigentlich genau an?

Vielleicht werden die Paketdienste künftig die Zustellung vollkommen neu gestalten.

Aber diese Drohnen will ich nicht! Wie soll das denn auch funktionieren? Muss ich aus dem vierten Obergeschoss wirklich dann ganz nach unten laufen? Lasst doch mal bitte die Kirche im Dorf!

Sind wir irgendwann bereit, endlich die Füße selbst in die Hand zu nehmen und Packstationen auch wirklich mal anzulegen in unserem DHL-Konto? Oder für die letzte Meile auch mal was hinzulegen, so dass die Paketzusteller davon auch etwas abbekommen?

Denn den Job des Paketzustellers machen nur die Allerwenigsten gern. Und andere Jobs gibt es genügend. Geld für Zeit? In diesem System mit diesem Paket-Aufkommen wohl bald nicht mehr hinnehmbar.

Es wird Zeit, dass wir uns bewegen. Also, raus aus dem Körbchen!

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Philip Bolognesi war von 2018 bis 2020 in der Redaktion von BASIC thinking tätig. Er hat Kommunikationswissenschaften studiert und ist zertifizierter Social-Media-Manager. Zuvor hat er als freiberuflicher Online-Redakteur für CrispyContent (Serviceplan Berlin) gearbeitet und mittelständische Unternehmen in ihrer Online-Kommunikation beraten. Ihn trifft man häufig im Coworking-Space Hafven in Hannover.