Daimler wird ein großer Teil seiner car2Go-Flotte in Chicago gestohlen

Felix Baumann
Bild: car2Go

Carsharing ist seit einigen Jahren in vielen Städten eine optimale Ergänzung zum ÖPNV und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Das liegt auch an den Vorzügen des geteilten Fahrzeugs, das meist günstiger als ein eigenes Auto ist und auch im begrenzten Umfang die Nutzung von E-Autos beinhaltet. Mit der zugehörigen App lässt sich nach der Registrierung jedes Fahrzeugs des Anbieters auf einer Karte lokalisieren und auch öffnen. Aber was passiert, wenn plötzlich Autos verschwinden?

Genau damit hatte das zu Daimler zugehörige Unternehmen car2Go Mitte der Woche in den Vereinigten Staaten zu tun. Dort ist der Anbieter mit seinem Flottenservice bereits seit Juni 2018 tätig und bietet neben den klassischen Smart-Modellen inzwischen auch Autos der CLA- und GLA-Klasse von Mercedes an. Am Mittwoch verschwanden aber nach und nach die letztgenannten Modelle von der Übersicht. Nach Beobachtung des verdächtigen Verhaltens stellte sich schnell heraus, dass es sich um einen groß angelegten Diebstahl handelte.

Jetzt frage ich mich, wie so etwas überhaupt möglich ist. Da wäre zum einen der aktuelle Informationsstand, der aussagt, dass die Fahrzeuge einfach über die App gekapert werden konnten. Zum Anderen aber auch die anscheinend einfach von der Hand gehende Manipulation der Autos an sich (diese beinhalten ja standardmäßig Ortungsgeräte). Bis zuletzt waren noch immer ungefähr 100 Fahrzeuge verschwunden, wovon sich noch die Hälfte nach wie vor im Stadtgebiet befinden soll. Das gab die lokale Polizeibehörde (CPD) bekannt.

Fahrzeuge von Smart sind von der Aktion wohl nicht betroffen.

Daimler äußerte sich noch nicht umfangreich über den Diebstahl. Das liegt auch daran, dass die Aufklärung des Falls erst begonnen hat. Dazu werden nun alle Fahrzeuge geprüft, um festzustellen, ob noch weitere Modelle des Herstellers fehlen. In einem ersten Statement teilte man aber mit, dass kein Mitarbeiter des Unternehmens bei dieser Aktion unterstützt haben soll.

Dieses Ereignis lässt die Frage aufkommen, wie sicher Carsharing für die Unternehmen und Kunden langfristig ist. Wie TechCrunch aus einer Quelle erfahren hat, sollen die gestohlenen Fahrzeuge für weitere Verbrechen eingesetzt werden. Das Ganze kommt zu einem recht ungünstigen Zeitpunkt für die Marke car2Go. Der Anbieter befindet sich gerade mitten in der Fusion mit DriveNow und sollte daher erst recht dem ehemaligen Konkurrenten zeigen, dass man die Kontrolle über die eigene Flotte hat.

Wer also die Tage in Chicago verbringt, der sieht beim Öffnen der App nur einen Hinweis: „Wir unterbrechen temporär den Service in Chicago und informieren Sie in Kürze über die weitere Entwicklung.“

Quelle: TechCrunch

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Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.