Datenkunde, Grundschule, Künstliche Intelligenz

Brauchen wir Datenkunde als Schulfach in der Grundschule?

Vivien Stellmach
Sollen wir unsere Kinder schon in der Grundschule in Datenkunde unterrichten? (Foto: Pixabay.com / steveriot1)

Künstliche Intelligenz ist in China und den USA bereits fest etabliert. In Deutschland fehlt es laut des KI Bundesverbandes allerdings noch an politischer Förderung. Brauchen wir Datenkunde als Schulfach in der Grundschule, um in Zukunft mithalten zu können?

Künstliche Intelligenz (KI) benötigt eine bessere Förderung der Bundesregierung. Das meint zumindest Jörg Bienert gegenüber der Marketing-Zeitschrift Absatzwirtschaft. Er ist Vorsitzender des KI Bundesverbandes und möchte Deutschland als Wirtschaftsstandort für KI etablieren.

Der Grund: Die Digitalisierung der Arbeitswelt schreitet immer weiter voran. China, Großbritannien und die USA seien uns technisch weit voraus.

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„Im Bereich der KI auf allgemein verfügbaren Daten zum Beispiel aus dem Internet haben Google, Amazon und Microsoft ganz klar die Nase vorn“, sagt Bienert etwa auch gegenüber dem Online-Magazin Gründerszene.

Brauchen wir Datenkunde als Schulfach in der Grundschule?

Mit der ständigen Weiterentwicklung von KI werden wir zukünftig auch „massive Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt erleben“, meint Bienert. Deshalb fordert er ein entsprechendes Schulfach schon in der Grundschule.

Datenkunde könnte es heißen und den Fokus auf KI-Anwendungen legen. Im ersten Moment klingt der Vorschlag ziemlich absurd: Kinder, die gerade erst lesen und schreiben lernen, sollen sich einerseits schon mit komplexer Technologie und Datenforschung befassen?

Kinder, Computer und Internet

Andererseits macht das digitale Zeitalter nicht vor kleinen Menschen halt. Unsere Kinder wachsen mit Smartphones, Tablets und allerlei anderen technischen Geräten auf. Sie sollten dementsprechend auch früh genug zumindest über Datenschutz und Datensicherheit aufgeklärt werden.

Hinzu kommt, dass KI künftig neue Anwendungen in allen Wirtschaftsbranchen ermöglichen kann. Laut Bienert gebe es schon heute einen großen Bedarf an Daten-Wissenschaftlern, der nicht gedeckt werden könne.

Zukünftig würden neue Möglichkeiten durch KI aber auch weitere neue Jobs schaffen. Vielleicht liegt es also in unserer Verantwortung, unsere Kinder so früh wie möglich an das Thema heranzuführen.

Bekommt Deutschland sonst ein gesamtwirtschaftliches Problem?

Das Schulfach Datenkunde würde in der Grundschule, wie alles andere auch, seine Vor- und Nachteile mit sich bringen. Einige Kinder haben vielleicht besonders viel Spaß an der Thematik. Andere sind möglicherweise noch nicht weit genug, um diese komplexen Inhalten zu verstehen. Sie könnten sich überfordert fühlen.

Die Frage sollte deshalb vermutlich nicht sein, ob wir in Zukunft Datenkunde lehren, sondern ab wann. KI birgt schließlich enorm wichtiges Potenzial für unseren Arbeitsmarkt.

Wenn Deutschland in den nächsten Jahrzehnten nicht noch viel weiter in der digitalen Entwicklung zurückfallen möchte, sollten entsprechende Vorkehrungen für die Zukunft getroffen werden. Und da Kinder unsere Zukunft sind, ist es nur logisch, sie in der Schule an das Thema heranzuführen.

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Vivien Stellmach war von Mai 2019 bis November 2020 Redakteurin bei BASIC thinking.