Social Media Unternehmen

Monatliche Zahlung statt Werbung: So viel Umsatz würden YouTube und Co. machen

Geldbeutel, Geld, Euro, Cent, Münzen, Umsatz, Gewinn
Mehr Datenschutz für die Nutzer und mehr Umsatz für App-Entwickler: App-Abonnements sind ein spannendes Modell. (Foto: Pixabay.com / ptra)
geschrieben von Christian Erxleben

Wie viel Geld würden wir für eine kostenpflichtige Version von Facebook, WhatsApp, YouTube und Co. im Monat bezahlen? Und wie viel Umsatz könnten die Unternehmen hinter den entsprechenden Apps damit verdienen? Das hat eine Marketing-Agentur nun untersucht.

Die allermeisten Apps stehen uns kostenlos im jeweiligen App Store zur Verfügung. Kostenlos steht in diesem Fall jedoch nur dafür, dass wir den Entwickler nicht in Form von Geld bezahlen.

Vielmehr bezahlen wir für die mobilen Anwendungen von WhatsApp, Snapchat, YouTube, Reddit und Co. mit unseren Daten. Dass diese sehr wertvoll sind, zeigen die Milliarden-Gewinne von Facebook, Google und Co. Quartal für Quartal.

Hohe Zahlungsbereitschaft für WhatsApp, LinkedIn und Facetime

Doch was würde eigentlich passieren, wenn unsere geliebten Anwendungen plötzlich nur noch kostenpflichtig verfügbar wären? Für welche Apps wären wir bereit, jeden Monat einen bestimmten Betrag auszugeben?

Dieser Frage ist die Marketing-Agentur McGuffin nachgegangen. Für die Studie wurden am 14. und 15. Juni 2019 insgesamt 2.004 US-amerikanische Bürger im Alter zwischen 18 und 71 Jahren zu ihrer Zahlungsbereitschaft befragt.

Dabei wurden im ersten Schritt zunächst die Ergebnisse für insgesamt 16 populäre Apps abgefragt. Dazu gehören:

  • YouTube
  • Google Maps
  • Google Drive
  • Facebook
  • LinkedIn
  • Facetime
  • Reddit
  • Venmo
  • Instagram
  • Facebook Messenger
  • WhatsApp
  • Twitter
  • Google Translate
  • Pinterest
  • Snapchat
  • Yelp

Am ehesten würden die Befragten für WhatsApp (89 Prozent), LinkedIn, Google Drive, Facetime (je 79 Prozent) und Google Maps (78 Prozent) zahlen. Die schlechtesten Werte gehen mit 64 und 66 Prozent an Facebook und den Facebook Messenger.

Umsatz in Milliarden-Höhe durch monatliche App-Einnahmen

Doch damit nicht genug. Die Marketing-Experten haben zudem in einem zweiten Schritt erfasst, wie viel Geld die Nutzer bereit wären, für die Dienstleistungen zu zahlen. Diese Werte wurden dann mit den monatlichen Nutzerzahlen der jeweiligen Plattform kombiniert und ins Verhältnis zu den Werbeeinnahmen gesetzt.

Umsatz Apps, Werbeeinnahmen Apps, App Marketing, Apps

Alle untersuchten Apps würden ihren Umsatz durch eine kostenpflichtige App steigern. (Foto: Screenshot / McGuggin)

Besonders spannend ist dabei der Blick auf den erwarteten Umsatz durch eine kostenpflichtige Anwendung. Denn obwohl die Befragten nur zwischen 1,87 und 4,20 US-Dollar im Monat für die jeweiligen Apps bezahlen würden, entstehen durch die Anzahl der Nutzer sehr große Werte.

Alle Unternehmen würden durch eine bezahlte App deutlich mehr Umsatz generieren als durch die klassische Werbevermarktung. Das gilt sogar für Facebook.

Wie lassen sich die Ergebnisse einordnen?

Grundsätzlich zeigt die Untersuchung, dass es einerseits eine hohe Zahlungsbereitschaft für beliebte Apps gibt und dass es andererseits ein lohnendes Geschäftsmodell für die entsprechenden Firmen wäre.

Selbstverständlich ist die Studie keinesfalls für die USA oder gar andere globale Märkte vollends repräsentativ. Trotzdem sind die Erkenntnisse durchaus spannend.

Gerade in Zeiten, in denen die Nutzer sich verstärkt für Datenschutz und ihre Privatsphäre engagieren, könnte es durchaus ein sinnvolles Modell für viele App-Entwickler darstellen, komplett auf Werbung und Datenerhebung zu verzichten und stattdessen mit einem App-Abonnement zu arbeiten.

Auch interessant:


Deine Jobbörse in der Digital-Welt

Wir tun jeden Tag, was wir lieben. Das kannst du auch! Über 20.000 Traumjobs in der IT- und Digital-Welt warten nur auf dich in der BASIC thinking-Jobbörse. Gleich reinschauen und entdecken!


Teile diesen Beitrag!

Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

2 Kommentare

Kommentieren