CSU, Rezo, CSYou, Youtube, Politik

CSYou: Wie die blondierte Rezo-Kopie komplett versagt

Vivien Stellmach
Armin Petschner tritt als junggebliebener Moderator in "CSYou" auf. Ein Fehlschlag. (Foto: Screenshot / YouTube)

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Die CSU-Landesgruppe hat ihre eigene YouTube-Serie für junge Leute gestartet. Sie heißt „CSYou“ und wird vom blondierten Social-Media-Chef Armin Petschner moderiert. Wenig überraschend, dass die erste Folge meilenweit an der Zielgruppe vorbeischießt. Ein Kommentar.

So unbeholfen, wie die CDU auf das veröffentlichte Rezo-Video kurz vor der Europawahl 2019 reagiert oder auch nicht reagiert hat, versucht die Schwester-Partei CSU, nun mit ihrer neuen YouTube-Serie auch junge Leute ins Boot zu holen.

Ende August 2019 ist die erste Folge von „CSYou“ online gegangen. Der 30-jährige Social-Media-Chef der CSU-Landesgruppe Armin Petschner fungiert dafür als Moderator.

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Petscher hat eigentlich dunkelbraune Haare und einen ordentlichen Seitenscheitel. Sein Profilbild auf Twitter zeigt, wie kompetent und authentisch er aussieht – wie ein 30-jähriger Social-Media-Chef eben, der auch bei jeder x-beliebigen Werbeagentur angestellt sein könnte.

CSYou: Der gescheiterte Versuch, Rezo zu kopieren

In der ersten Folge von „CSYou“ präsentiert er sich mit einer blondierten Föhnfrisur, die ihn aussehen lässt wie der gescheiterte Versuch einer Rezo-Kopie.

Auch seine runde Brille hat er wahrscheinlich abgelegt, um möglichst junggeblieben und hipp rüberzukommen. Weil so die Jugendlichen doch mittlerweile herumlaufen, oder etwa nicht?

Die CSU hat Rezo offenbar als Leitfigur einer ganzen Generation auserkoren. Die trägt demnach gefärbte Haare und ist für eine sachliche Diskussion mit Gegenargumenten kaum zu haben.

Petschner findet im Clip schon nach 20 Sekunden Greta Thunberg und die Grünen doof. Dafür sind die Große Koalition und die CSU aber voll gut.

Meilenweit an der Zielgruppe vorbei

In fünf Minuten frühstückt Petschner in flapsigem Tonfall den „Aufreger der Woche“, den „Klartext der Woche“ und das „Thema der Woche“ ab.

Das alles ist untermalt mit Musik, englischsprachigen Zwischenrufen, schnellen Schnittbildern und eingespielten Lachern wie in einer schlechten Sitcom. Und irgendwie kommt „CSYou“ auch genau so an.

Derzeit steht das Video bei über 300.000 Aufrufen, 1.600 Likes und 61.000 Dislikes. Unter dem Clip finden sich verhältnismäßig wenige Kommentare. Es sind nur etwas mehr als 100 an der Zahl.

Mit den überwiegend negativen Reaktionen scheint die CSU nicht gerechnet zu haben. Zahlreiche YouTube-Nutzer wundern sich unter dem Video über die wenigen Kommentare und vermuten, die CSU habe etliche von ihnen wieder gelöscht.

Als „Erbärmlich“, „peinlich“ und „eklig“ beschreiben viele den gescheiterten Versuch der CSU, junge Wähler zu erreichen.

„Also ich bin zufrieden“

Auf Twitter teilt Petschner einen Artikel der Boulevardzeitung Bild über sein Video. „Also ich bin zufrieden“, schreibt er mit einem lächelnden Emoji dazu.

Die Frage ist: Denkt die CSU wirklich, dass sie einen guten Clip gedreht hat, von dem sich junge Leute ernst genommen und angesprochen fühlen? Das wäre nicht nur peinlich, sondern auch extrem traurig.

Die CSU hält sich scheinbar für erwachsen. Sie denkt, dass junge Leute rebellisch und grün hinter den Ohren seien. Dass sie sich nicht vernünftig informieren und unwissend auf dem Schulhof über Probleme diskutieren würden, die sie nicht richtig einschätzen geschweige denn lösen könnten.

Man stellt sich das Brainstorming für „CSYou“ ungefähr so vor:

„Klimaschutz? Die Jugendlichen haben doch keine Ahnung davon. Wir klären sie mal richtig auf.“

„Aber Herr Petschner, dafür müssen wir jungen Wählern auch zeigen, dass wir sie verstehen. Am besten blondieren Sie Ihre Haare, dann sehen die Jungen, dass Sie einer von Ihnen sind.“

„Ja, das ist gut!“

Wie schön, dass die zahlreichen Kommentare unter dem Video zeigen, wie meilenweit die CSU damit an der jungen Zielgruppe vorbeigeschossen ist. Jetzt bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass sie diese Kritik auch annimmt und die Serie drastisch verändert oder einfach einstampft.

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Vivien Stellmach war von Mai 2019 bis November 2020 Redakteurin bei BASIC thinking.