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20 Millionen Retouren vernichtet: Das sind die Gründe dafür

Christian Erxleben
Amazon ist jedes Jahr so erfolgreich wie nie zuvor. (Foto: Pixbay.com / Alexas_Fotos)

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Knapp vier Prozent der zurückgesendeten Waren wird in Deutschland vernichtet. Das entspricht ungefähr 20 Millionen entsorgten Retouren im Jahr. Doch was sind die Gründe für diese Verschwendung? Das haben jetzt Forscher der Universität Bamberg untersucht.

Björn Asdecker ist Leiter der „Forschungsgruppe Retourenmanagement“ an der Universität Bamberg. In diesem Zusammenhang beschäftigt er sich schon seit einigen Jahren mit der Entwicklung und dem Umgang mit Retouren in Deutschland.

Retouren in Deutschland: Das ist der Status quo

Im Durchschnitt entsorgt der deutsche Online- und Versandhandel rund vier Prozent aller retournierten Pakete. Das entspricht etwa 20 Millionen Produkten in nur zwölf Monaten.

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Von diesen 20 Millionen zurückgeschickten Waren ist bei etwas mehr als der Hälfte eine Wiederaufbereitung laut Asdecker nicht möglich. Das sind beispielsweise Fälle, in denen der Kunde ein defektes Produkt zurückgibt.

Die Gründe für die Vernichtung von Retouren

Doch wie es ist um die restlichen neun Millionen vernichteten Retouren bestellt? Das wollte die Forschungsgruppe der Universität Bamberg wissen und hat deshalb für eine Studie 139 deutsche Online- und Multi-Channel-Händler befragt. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.

1. Vorgabe von Marken- und Patent-Inhabern

Einer der Gründe – und gleich ein nicht unbedingt nachvollziehbarer – sind rechtliche Regelungen der Marken- und Patent-Inhaber.

Diese schreiben Online-Händlern zum Teil ausdrücklich vor, retournierte Produkte zu entsorgen – ohne Blick auf den Zustand. Im Jahr landen deshalb ungefähr eine Million retournierte Produkte im Abfall.

2. Spenden sind rechtlich und steuerlich mit hohem Aufwand verbunden

Immerhin noch 7,5 Millionen Produkte würden sich als Spende eignen. Natürlich vorausgesetzt, dass es einen Empfänger gibt. Doch trotzdem spenden gerade kleinere Unternehmen nur in den seltensten Fällen ihre Waren.

Dafür gibt es laut den Studien-Autoren zwei Gründe. Einerseits benötigen Händler mehr Informationen von Spendenorganisationen darüber, ob und wie auch kleine Sachspenden angenommen werden.

Andererseits – und das führt uns zum dritten Punkt – ist die zu bezahlende Umsatzsteuer oftmals höher als die Kosten für die Vernichtung der Ware.

3. Retouren-Vernichtung ist preislich sehr attraktiv für Händler

Im Durchschnitt bezahlen die Händler nur 0,85 Euro für die Entsorgung einer retournierten Ware. Das ist rein wirtschaftlich selbstverständlich ein sehr niedriger Wert. Deshalb dürfte die Vernichtung in einigen Fällen auch die bevorzugte Variante sein.

Fazit

Derzeit ist es für Online-Händler folglich nicht sonderlich attraktiv, Waren zu spenden. Das liegt auch an den Vorgaben der Politik. Um die Retouren-Vernichtung zu reduzieren, sollte die Politik also dringend aktiv werden.

Außerdem sollten Online-Händler – vor allem bei der Vernichtung aufgrund von externen Vorgaben – dazu übergehen, die Richtlinien und Regeln offen und transparent zu kommunizieren. Denn so entstehen zumindest keine Gerüchte und falschen Eindrücke bei den Verbrauchern.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.